Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 111 von 113
sen Dekarbonisierung des städtischen Fuhrparkes, oder den Wiener Hitzereaktionsplan und die daraus entsprungenen - Stand 2025 - 22 Coolen Zonen geht. Mittlerweile, wissen wir, sind es ja bereits 34 Coole Zonen. Die Maßnahmen sind extrem umfassend.
Ebenso in die Stadt hinein wirkt auch die Wiener Umweltanwaltschaft. Mit ihren zahlreichen Angeboten zur Klima- und Umweltbildung leistet sie einen wichtigen Beitrag, um das Bewusstsein für den Schutz unserer Lebensgrundlage zu garantieren. Die Wiener Umweltanwaltschaft wirkt in unsere Stadt hinein, wenn sie an Normen für wildtierfreundliches Bauen arbeitet, sich der Beleuchtung und der Lichtverschmutzung annimmt oder Grundlagen für bewusste und nachhaltige Anpassungsstrategien im Wohnraum zur Verfügung stellt. Und sie hat darüber hinaus eine wirklich wesentliche Aufgabe, sie ist nämlich unsere Atomschutzbeauftragte. - Ein Thema, das gerade 2026, 40 Jahre nach der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl, kaum an Relevanz verloren hat. Mit Antiatomexkursionen, der Umsetzung des jährlichen Nuklearsymposiums, dem europäischen Austausch im Rahmen des Netzwerkes Cities for a Nuklear Free Europe und die so wichtige Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitsnarrativen im Nuklearbereich. Denn wenn Stimmen laut werden, die uns Atomenergie als grüne Energie verkaufen wollen, dann müssen wir entgegenhalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Großer Dank gilt an dieser Stelle unserer Umweltanwältin und ihrem Team, die mit ihren Angeboten für die Bevölkerung, aber auch mit dem Programm für Umweltmanagement im Magistrat den Erhalt unserer Lebensgrundlage ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Denn ja, auch wenn es uns rechte Narrative anders einreden wollen, es geht darum, unser Zuhause, unseren Planeten zu schützen und wie wir in unserer Stadt weiterhin leben können - und zwar gut leben können. Hier ist die MA 22 ganz vorne mit dabei. Es sind Projekte wie die Fortführung von "Naturnaher Schani- und Gastgarten", der Pflanzenverteilaktionen, um die Biodiversität in unserer Stadt zu fördern, oder die Unterstützung von Initiativen und Projekten, die sich für die Reduktion von Lebensmittelabfällen einsetzen. Es sind 470 ÖkoEvents und 200 ÖkoEvents PLUS, die die MA 22 für 2025 verbuchen kann, sowie 138 Betriebe, die im Rahmen von ÖkoBusiness für ihren Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurden. Es sind auch mehr als 8 300 Reparaturen, die 2025 durch den Wiener Reparaturbon ermöglicht wurden, womit 330 Tonnen Material eingespart wurden, ganz im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Zwei Punkte darf ich im Zusammenhang mit der MA 22 noch erwähnen. Das ist einerseits das Luftmessnetz, um die Luftqualität in unserer Stadt streng im Blick zu haben. Das erscheint uns immer relativ banal und fällt uns auch kaum auf, weil wir im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Metropolen in Wien seltener mit den gesundheitlichen Folgen von starker Luftverschmutzung zu kämpfen haben. Andererseits würde ich das Naturschutzareal Breitenlee hervorheben - ein Vorzeigeprojekt, das bisher größte Renaturierungsprojekt unserer Stadt, eine 90 Hektar große Fläche, die zu einem neuen Lebensraum für Reptilien, Amphibien sowie für geschützte und seltene Arten wird. Wir sind in dieser Frage wirklich eine Vorreiterin. Wir sind die erste Stadt, die so ein großes und innovatives Renaturierungsprojekt stemmt. Saubere Luft, gesunde Böden, geschützte Natur, eine Verwaltung, die ökologische Standards als Auftrag versteht - das ist die Arbeit der MA 22. Und dafür möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Zu guter Letzt darf ich noch auf den Rechnungsabschluss jener Magistratsabteilung eingehen, die in den heißen Sommermonaten vermutlich unser aller Lieblingsabteilung ist - die MA 44, unsere städtischen Bäder. Ich möchte ihr meine Dankensworte gleich an den Anfang stellen, denn gerade jetzt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 44 viel zu tun.
Auf das Jahr 2025 blickend: 3 153 659 BesucherInnen, davon eineinhalb Millionen, sagen wir, abgerundet, in den städtischen Freibädern und rund 211 000 in den Familienbädern. Die Bäder sind Orte des Lernens. Man lernt die ganz offensichtlichen Dinge, die in einem Bad gelernt werden können, wie Schwimmen oder Poolgymnastik. Darüber hinaus gibt es aber auch Beachvolleyballtrainings, oder man kann Englisch im Bad lernen und auch die Kulturangebote machen vor den Toren unserer städtischen Bäder nicht Halt. All das ist möglich, weil die 38 städtischen Bäder stetig modernisiert und erweitert werden. Das Bäderbauprogramm hat 2025 nicht pausiert. Im September folgte der Spatenstich für die neue Schwimmhalle im Höpflerbad. Im Oktober wurden die neue Schwimmhalle und die Adaptierung der Bestandsgebäude im Simmeringer Bad fertiggestellt, und auch der Umbau der Hallenbäder im Hietzinger und Döblinger Bad haben 2025 ihren Anfang gefunden. Um 2 498 Tonnen pro Jahr wird durch die Energieeinsparcontractings aktuell der CO2-Ausstoß reduziert. Zur Veranschaulichung: Das sind je nach Berechnung, jedenfalls aber mehr als 800 Direktflüge von Wien nach New York. Die Bäder sorgen also für gutes Klima in jeder Hinsicht.
Als begeisterte Besucherin merke ich regelmäßig, was das Überschreiten des Kassabereiches hinein in die Oase der Wiener Bäder bedeutet: Abschalten vom Alltag, Bewegung, Spaß und Gemeinschaft. Die Wiener Bäder sind gelebte soziale Gerechtigkeit, eine Infrastruktur, die wir gemeinsam als Gesellschaft tragen und in der alle Platz haben.
Ich möchte ganz abschließend den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsgruppe ausdrücklich danken. Sie übersetzen die politischen Entscheidungen und diese vielen Zahlen in gelebte Stadt. Danke auch unserem StR Jürgen Czernohorszky und seinem Team, die zuversichtlich einen Weg vorangehen, der diese Stadt auch morgen noch zu einer der lebenswertesten Städte der Welt machen wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Nachdem ich noch ein paar Minuten habe, werde ich die noch unserer Ausschussvorsitzenden Nina Abrahamczik und ihrer gewissenhaften und am gemeinsamen
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular