Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 107 von 113
wirklich eine gewaltige Meisterleistung! (Beifall bei der SPÖ.)
Beim Thema Demokratie und MA 62 möchte ich natürlich auch kurz über den Petitionsausschuss reden, den ich ja seit Beginn der Legislaturperiode auch als Vorsitzende leiten darf. Kollege Burian hat schon sehr ausführlich über den Petitionsausschuss berichtet. Wir haben dieses Petitionsgesetz, wie er auch schon erwähnt hat, 2023 umfassend reformiert. Ich kann Ihnen sagen, das hat auch einen Sinn gehabt.
Die Begegnungen, die wir als Abgeordnete in diesem Petitionsausschuss haben, sind wirklich von ganz besonderer Bedeutung: Menschen, die ihre Anliegen mit Überzeugung vertreten und auch bereit sind, diese in einem Gremium öffentlich vorzubringen. Das ist Demokratie. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Diese Gesetzesänderung war eine bewusste politische Entscheidung. Es geht darum, die Beteiligung zu stärken, die Transparenz zu erhöhen und die Demokratie nahbar zu machen. Dieser Baustein ist für unsere Demokratie auch deswegen so wichtig, weil auch Menschen teilhaben können, die keine Staatsbürgerschaft haben und daher vom allgemeinen Wahlrecht ausgeschlossen sind. Dort bekommen Sie ein Instrument in die Hand, durch das auch sie ihre Anliegen vorbringen können.
An dieser Stelle möchte ich mich bei jedem einzelnen Petitionswerber bedanken, der diesen Weg gegangen ist. Für uns Abgeordnete ist das immer ein wichtiger Einblick in die Anliegen und Lebensrealitäten der WienerInnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Dann kommen wir schon zu einer weiteren wichtigen Dienststelle in unserem Ausschuss, zur MA 31 - Wiener Wasser. Liebe KollegInnen auch von den GRÜNEN, ja, heute ist es sehr heiß. Es sind 35 Grad. Wenn ich mir den Wetterbericht auf meinem Handy anschaue, dann verändert sich das tendenziell nur nach oben. Ja, viele Menschen, vor allem ältere MitbürgerInnen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen, stoßen an ihre körperlichen Belastungsgrenzen.
An die Kollegen von der FPÖ: Das ist keine abstrakte Klimadiskussion, das ist die Realität auf unseren Straßen, heute, jetzt und in diesem Moment. (Zwischenruf.) Ich möchte nur mit dem Gerücht aufräumen - das geht aber auch an die GRÜNEN -, dass wir keine Strategie hätten.
Gerade wenn ich von meiner Dienststelle, der MA 31, Wiener Wasser, rede, dann sieht man, dass diese Dienststelle das ganze Jahr immer und überall am Klimaschutz und am Hitzeschutz arbeitet. 148 Millionen Kubikmeter reines Quellwasser aus den Alpen hat Wien 2025 verbraucht, an Spitzentagen bis zu 509 000 Kubikmeter in 24 Stunden. Dieses Wasser fließt gravitativ ohne Pumpen aus den Alpen nach Wien. Es ist sauber. Es ist verlässlich. Es ist das Ergebnis einer Infrastrukturentscheidung, die unsere VorgängerInnen vor über 150 Jahren getroffen haben.
Jetzt sind wir die Generation, die die nächsten 150 Jahre vorbereiten müssen. Wien tut das. Die MA 31 tut das. Im Jahre 2025 wurden rund 116 Millionen EUR in die direkte Wasserversorgungsanlage investiert. 91 große Rohrleitungsbaustellen wurden errichtet. Die dritte Hauptleitung Nord wurde fertiggestellt. Die vierte und die fünfte Hauptleitung sind im Bau. Der Behälter in Neusiedl am Steinfeld wird um 200 000 Kubikmeter erweitert und wird nach der Fertigstellung ein Speichervolumen von einer Milliarde Liter Wasser fassen. Das ist wirklich beeindruckend und nur ein kleiner Ausschnitt davon, was die MA 31 für unser Wiener Wasser und für die Menschen, die heute draußen in der Hitze stehen, leistet.
Gerade an Hitzetagen ist das Wiener Wasser in der ganzen Stadt spürbar. Die Stadt Wien betreibt 1 800 Trinkbrunnen, 75 mobile "Brunnhilden" mit Sprühnebelfunktion, 100 "Sommerspritzer", 34 Coole Zonen, 123 Nebelduschen und noch vieles mehr, was ich hier nicht aufzählen will.
Liebe KollegInnen, die MA 31 versorgt mit ihren rund 600 Mitarbeitenden knapp zwei Millionen WienerInnen mit frischem und sauberem Trinkwasser. Sie betreut 70 Quellen und 30 Grundwassertrinkbrunnen. Sie kümmert sich um zwei Hochquellwasserleitungen, 31 Wasserbehälter, 17 Kraftwerke, 130 Aquädukte, 19 Düker und 26 Pumpwerke. Auch das ist Klimaschutz. (Beifall bei der SPÖ.)
Wo viel Wasser hineinfließt, muss auch wieder viel Wasser hinausfließen. Deswegen noch ein Wort zum Wien-Kanal, was übrigens auch Klimaschutz ist: 196 Milliarden Liter Abwasser wurden 2025 über das öffentliche Kanalnetz zur Kläranlage transportiert. 99,9 Prozent aller Wiener Haushalte sind angeschlossen. Das ist ein Wert, auf den vielen Städte in Europa nur neidig blicken können.
Um den Bogen ganz zu schließen, möchte ich abschließend noch die EBS-Wien-Kläranlage erwähnen. Merkt ihr es? - Auch Klimaschutz. Die EBS-Wien reinigt Abwasser - 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr und mehr als 600 000 Liter pro Sekunde. Das tut sie auch klimapositiv. Die Kläranlage erzeugt mehr Energie, als sie braucht.
Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich etwas sagen, was oft zu kurz kommt. Hinter all diesen Zahlen, hinter jedem Kilometer eines neuen Rohres, hinter jedem Wahllokal, das um 6 Uhr in der Früh aufsperrt, hinter jedem Tunnel, der Meter um Meter vorangetrieben wird, und hinter jeder Petition, die sorgfältig bearbeitet wird, stehen Menschen. Sie tun ihre Arbeit oft dann, wenn die Stadt schläft, und oft dort, wo sie niemand sieht. Dafür gebührt ihnen unser aufrichtiger Dank. - Vielen Dank für diese Arbeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Wenn ich schon bei der Danksagung bin, möchte ich natürlich auch noch den MitarbeiterInnen im Stadtratsbüro danken, allen vorweg Bernhard Schiel, der den Petitionsausschuss und damit auch mich als Vorsitzende so gut betreut und unterstützt. - Danke, lieber Bernhard, und danke an die ganze Crew! (Beifall bei der SPÖ.)
Liebe KollegInnen, wenn heute jemand fragt, warum verantwortungsvolle Stadtpolitik wichtig ist, zeigen Sie
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