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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 101 von 113

 

wie es jetzt in Wien im Sommer ganztägig ist, war es damals, als ich in Griechenland auf Maturareise war, maximal kurz in der Mittagshitze.

 

An die Adresse der GRÜNEN: Kollegin Wirnsberger hat ja kein gutes Wort an unserer Klimapolitik gelassen. Ich erinnere daran, dass auch Sie einmal in der Wiener Stadtregierung waren, und bitte Sie, in sich zu gehen und sich anzuschauen, wie viele Bäume Sie damals gepflanzt haben, wie viele Straßen Sie im Sinne der Klimawandelanpassung umgestaltet haben und wie viele Kilometer Radwege Sie errichtet haben.

 

Auch die Straßenbahnen ohne Klimaanlagen wurden wahrscheinlich größtenteils oder zu einem Teil zu Zeiten der grünen Regierungsbeteiligung angeschafft. Die Seestadt wurde damals mit viel zu wenigen Bäumen errichtet. Es gab dort riesige Asphaltplätze ohne einen einzigen Baum, den wir jetzt nachrüsten mussten, ebenso im Nordbahnviertel. (Zwischenruf.) - Ich weiß, die GRÜNEN reden gerne darüber. Es ist aber nicht so, dass sie alles besser gemacht hätten. (Beifall bei den NEOS.)

 

Als Stadt Wien treten wir der Klimakatastrophe jedenfalls auf allen Ebenen entgegen: mit der Klimagovernance im Energie- und Gebäudebereich, in der Stadt- und Mobilitätsplanung, mit dem Hitzeaktionsplan, mit Cooling-Zonen und vielem mehr. Für mehr Schatten unterwegs setzt die Stadt Wien ständig neue Bäume entlang von Straßen, Gassen und Plätzen, errichtet jährlich mehrere neue Parkanlagen und sorgt für frühes Grün, schon bevor Stadtentwicklungsgebiete angegangen werden. Mit der Renaturierung schaffen wir in Breitenlee ein neues Natura-2000-Gebiet.

 

Um die Wasserversorgung der immer mehr Wienerinnen und Wiener sicherzustellen baut Wiener Wasser laufend aus, 2024/2025 zum Beispiel den Behälter Schafberg, wo die Speicherkapazität von 22 800 Kubikmetern auf zirka 60 000 Kubikmeter erhöht wurde.

 

Noch ein kurzes Wort zum Personalbereich, der auch in diese Geschäftsgruppe fällt - Kollege Spitzer hat es ausführlich erwähnt, aber auch ich möchte kurz etwas dazu sagen, weil es sehr, sehr wichtig ist: die Erhöhung der Väterbeteiligung. Wir als Stadt Wien ermutigen Väter im Dienst der Stadt aktiv, in Karenz zu gehen, sich um ihre Kinder zu kümmern und so auch für mehr Gleichstellung und Gleichberechtigung zu sorgen.

 

Zum Schluss möchte ich mich einerseits bei Herrn StR Czer­no­hors­zky für die gute Zusammenarbeit, bei der Ausschussvorsitzenden Nina Abra­ham­czik, bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Wien sowie bei allen Wienerinnen und Wienern, die so engagiert daran arbeiten, dass unsere Stadt noch klimafreundlicher, klimaresilienter, lebenswerter, demokratischer und chancengerechter wird, bedanken. (Beifall bei den NEOS.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GRin Dr. Kickert. Die gewählte Redezeit beträgt vier Minuten. - Bitte.

 

20.12.17

GRin Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE)|: Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat!

 

Ich möchte kurz auf die Seestadt, die Bäume und den Nordwestbahnhof replizieren. Wir alle wissen, wie lange Widmungsverfahren dauern. Das Widmungsverfahren für die Seestadt - jedenfalls eines großen Teiles unter Vassilakou - war nicht unter der … (Zwischenruf.) - Ja, genau. Die Bauausführung nach einer Flächenwidmung fällt auch nicht in das Ressort der Stadtplanung. Wenn Sie sich die Mühe machen wollten, die Planungsgrundlagen anzusehen, würden Sie sehen, dass sehr viel mehr für Grünraum und für die Umsetzung des Grünraumes geplant gewesen wäre. Es hat aber relativ wenig Sinn, wenn sich die zwei Parteien, die sich wirklich am allermeisten für den Klimaschutz einsetzen, gegenseitig belehren. Ich wollte nur sagen: Das bringt es nicht. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Daher kurz eine Replik oder sagen wir meine Gedanken zum Hausverstand der FPÖ: Natürlich ist es einfach Sommer. Natürlich ist es heiß. Es ist nur länger heiß und viel heißer. Es ist auch im Winter und im Frühjahr viel trockener als sonst, und wenn es regnet, regnet es nicht mehr wie vor 20 Jahren, sondern das, was in kurzer Zeit in Gewittern an Regen und Hagel vom Himmel fällt, ist nicht so wie früher.

 

Sie können es glauben oder nicht. Offensichtlich glauben Sie es nicht, aber auch ein FPÖler spürt die Erderwärmung. Hiermit habe ich GR Kowarik zitiert. Wahrscheinlich ist aber auch GR Kowarik ein Anhänger dieser sehr ominösen Klimareligion. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Einen weiteren Humbug, sehr geehrter Herr Kollege Mahdalik, möchte ich aufklären. Man kann aus unterschiedlichsten Gründen für oder gegen den Lückenschluss der S1 vulgo Lobauautobahn sein. Man kann aber nicht - jedenfalls nicht besten Wissens - behaupten, dass dieser Lückenschluss das größte Umweltschutzprojekt Wiens oder gar Österreichs ist.

 

Selbst wenn eine weitere Autobahn 77 000 Autofahrten auf der einen Autobahn, nämlich auf der A23, reduziert, fahren auf der anderen Autobahn, nämlich auf der neuen Nordostumfahrung, pro Tag mindestens diese 77 000 Autos. Dann ist diese Verkehrsreduktion, wie wir ja alle wissen, ausgesprochen kurzfristig. Sie hält nicht einmal fünf Jahre an. Danach sind auf beiden Autobahnen jeweils mehr Autofahrten zu verzeichnen, und sofort haben wir eine Erhöhung der CO2-Emmissionen.

 

Auch das wird aber à la Hausverstand der FPÖ nicht vorkommen, weil CO2 ja ein natürliches Gas ist und natürlich überhaupt nichts mit der Erderwärmung zu tun hat. Selbst wenn auch ein FPÖler die Erderwärmung spürt und weiß, dass die Klimakatastrophe nicht Angst machen ist, sondern ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir mit unserer Politik rasant darauf eingehen müssen, was notwendig ist. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GR Harald Stark, sechs Minuten. - Bitte.

 

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