Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 86 von 113
keine Luxusausgaben sind, um das klipp und klar zu sagen, sondern sie sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder, von Jugendlichen. Ich denke, dass jeder sanierte Sportplatz, jede modernisierte Turnhalle und jede neue Sportanlage eben mehr Möglichkeiten für die Jugendlichen, sich zu bewegen, mehr Gesundheit, Integration und Gemeinschaft schafft. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Ich habe das auch schon in meiner Wirtschaftsrede gesagt: Budgetkrisen kann man nicht wegsparen. Im Gegenteil, man muss in Krisen sogar gezielt investieren. Deshalb appelliere ich hier an die Stadtregierung, dass wir eben nicht bei der Sanierung und beim Ausbau von neuen Sportstätten sparen. Geben wir der MA 51 auch künftig die Mittel, damit sie ihre hervorragende Arbeit weiter fortsetzen kann, denn wer heute in den Sport investiert, investiert in die Gesundheit, den Zusammenhalt und in die Zukunft unserer Stadt. - Herzlichen Dank. (Beifall bei GRÜNEN und SPÖ.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Danke für die Einhaltung der Redezeit.
Als Nächster zum Wort gemeldet ist GR Harald Stark. Die selbst gewählte Redezeit sind sechs Minuten, die Restredezeit der Fraktion ebenso. Also stelle ich diese jetzt ein.
GR Harald Stark (FPÖ): Sehr geehrter Herr Stadtrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!
Sportförderungen erfolgen in der Regel einstimmig. Das liegt aber nicht nur daran, dass wir alle den Sport unterstützen wollen, sondern oftmals auch an den Förderhöhen, die sich im Bereich von ein paar tausend Euro abspielen. Also nichts im Vergleich zu den Millionen, die in die Wiener Festwochen, die Volkshochschulen oder in die Regenbogen- und Klimaworkshops fließen. Im Behindertensport waren es seit meiner Angelobung letztes Jahr im Juni überhaupt nur 44 000 EUR. Es gibt also bei den Sportvereinsförderungen noch sehr viel Luft nach oben. (Beifall bei der FPÖ.)
Definitiv zu kurz gekommen ist der Schwimmbereich, denn an der großen Anzahl an Nichtschwimmern hat sich leider nichts geändert. In der ersten sommerlichen Woche im Mai gab es bereits fünf tödliche Badeunfälle und leider auch gestern wieder zwei im Gänsehäufel. Es wäre daher dringend an der Zeit, eine Schwimmoffensive zu starten, Schwimmkurse stärker zu fördern und das Schulschwimmen wieder auszubauen. (Beifall bei der FPÖ.)
Was man anhand der Förderungen noch erkennen kann, ist, dass der Vereinssport in Wien nicht auf Grund der politischen Unterstützung oder auf Grund der Finanzierung der öffentlichen Hand funktioniert, so wie es bei den vielen NGOs der Fall ist, sondern durch die vielen ehrenamtlichen Helfer. Und diesen gilt ein großes Dankeschön. (Beifall bei der FPÖ.)
Im Oktober 2020 wurde das Infrastrukturprogramm "Sport Wien 2030" vorgestellt, mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen EUR. Jetzt zur Halbzeit lässt sich eine gute Zwischenbilanz ziehen. Nach dem Radwegdesaster auf der Krottenbachstraße haben Sie es geschafft, dort mit der Erneuerung des Vereinsgebäudes der Fortuna 05 endlich auch ein vernünftiges Projekt umzusetzen. Das Stadionbad hat ein neues, modernes 50-Meter-Becken erhalten. Die Sport Arena Wien wurde im September 2025 eröffnet, auch wenn sie anstatt der anfänglich geschätzten 50 Millionen letztendlich 133 Millionen EUR gekostet hat. Und auch der Sport-Club hat sein neues Stadion beziehen können.
Zusammengefasst kann man sagen, es hat sich viel zum Positiven geändert. Nur, ist "Sport Wien 2030" deshalb ein Erfolg? - Nein, weil leider jedes Mal, wenn die SPÖ große Pläne schmiedet, nach der Hälfte der Projektzeit bereits 100 Prozent des Geldes weg ist. Und hier sagt StR Hacker auch am 1.6.2026 in einem Interview mit "90minuten" (LAOLA): "Die Grobplanung für Phase drei existiert, Kernproblem ist im Augenblick die Finanzierungsfähigkeit." - Er sagt damit, dass die Stadt Wien nicht mehr fähig ist, die Sportinfrastruktur zu erhalten.
Wir kennen auch die Situation in Hernals für den Postsportverein, der um seine Sportstätten kämpft. Seitens der Stadt Wien hören wir: Wir sind nicht Eigentümer, uns sind die Hände gebunden. - Komisch, denn dort, wo die SPÖ will, arbeitet sie gerne mit Widmungen und Umwidmungen, kann Baugenehmigungen für Hochhäuser innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes erteilen oder enteignet auch Grundeigentümer. Und das kommt öfter vor, als man denkt, denn das letzte Enteignungsverfahren hat vor sechs Tagen gestartet, das nächste beginnt morgen. Also wenn die SPÖ will, kann sie alles, nur beim Post SV will sie nicht. (Beifall bei der FPÖ.)
Im vorhin angesprochenen "90minuten"-LAOLA-Interview wird auch die Problematik der hohen Sportplatzmieten angesprochen. Konkret: Wenn die Platzmiete eines Amateurvereines bereits ein Viertel dessen ausmacht, was ein Bundesligist pro Saison für sein Stadion bezahlt, ist das ein Brocken, den man erst einmal stemmen muss. - Dazu StR Hacker: "Ich widerspreche nicht. Wir sind dabei, korrigierend einzugreifen." - Und wie sieht dieser korrigierende Eingriff in der Realität aus? - Man gründet die Wien Holding Sport GmbH, verpachtet ihr das Sport-Club-Stadion um 11 000 EUR pro Jahr, und diese verpachtet dasselbe Stadion an den Sport-Club mit einer Umsatzpacht von 50 000 bis 150 000 EUR weiter. Und dann sind wir wieder bei einem Viertel der Stadionmiete eines Bundesligisten. - Das ist nicht nur ein Wortbruch, sondern auch das ganze Konstrukt ist ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ.)
Bei solchen Entscheidungen wundert es einen dann auch nicht, wenn ein Doktor der Wiener Stadtregierung einen bescheidenen Hausverstand attestiert. Und dieser Doktor ist ein echter Fachmann, der 30 Jahre der Wiener Stadtregierung angehört hat und über 23 Jahre Bürgermeister war: Dr. Michael Häupl. In einem "Standard"-Interview gemeinsam mit Herbert Prohaska vom 7. Juni antwortete er auf die Aussage von Herbert Prohaska, dass er sich gerne als Vizebürgermeister beworben hätte, wie folgt: "Aber ein Ressort hättest du trotzdem nehmen müssen. Es wäre gar nicht so wichtig, welches. Mit ihm wäre ein gutes Stück Hausverstand in den Stadt
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular