Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 85 von 113
tet, aber da konnten Sie offenbar nicht über Ihren parteipolitischen Schatten springen. (Beifall bei SPÖ und NEOS) Da waren Ihnen die Interessen der ÖVP Niederösterreich offenbar näher als die Interessen der Menschen hier in Wien.
Wenn es für das Jahr 2024 um eine Summe von 610 Millionen EUR geht, wir für 2025 wahrscheinlich schon von einer Zahl in Richtung 700 Millionen EUR ausgehen können und uns 2026, 2027 der Milliardengrenze annähern, so ist das eine Summe, die den Menschen in der Stadt helfen würde. Sie würde auch das Stadtbudget entlasten, und wir würden uns auch leichter tun, den Stabilitätspakt einzuhalten, wenn diese Frage endlich geklärt wäre.
Natürlich werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer auch durch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen bestimmt, und eine besondere Bedeutung hat da eine Neuerung im LKF-Modell im Jahr 2025, mit der durch eine einheitliche Abgeltung von stationären und ambulanten Leistungen auch die Ambulantisierung medizinischer Leistungen vorangetrieben wurde, was dazu führt, dass wir eine Verkürzung der Wartezeiten auf planbare Behandlungen im Bereich des Wiener Gesundheitsverbundes haben, wo ein zentrales Ambulanzterminservice eingerichtet wurde und bei Vorliegen einer ärztlichen Zuweisung auch Termine in den zuständigen Fachambulanzen koordiniert werden können. Das sind also konkrete Maßnahmen, die zu konkreten Verbesserungen auch für die Menschen in der Stadt führen.
Auch was die Personalsituation im WIGEV betrifft, ist kürzlich der Personalbericht 2025 erschienen, der zeigt, wir haben einen hohen Besetzungsgrad und wir haben eine geringe Fluktuation, wo rund 31 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2025 dafür gesorgt haben, dass die Bevölkerung rund um die Uhr gut versorgt ist. Der Besetzungsgrad ist bei 95,69 Prozent gelegen, bei den Ärzten ist er sogar von 94 auf 96 Prozent gestiegen.
Interessant ist auch: 2025 arbeiteten im Wiener Gesundheitsverbund Menschen aus über 90 verschiedenen Nationen in insgesamt 65 Berufsgruppen, und 71,8 Prozent der Beschäftigten waren Frauen.
Wenn wir die Leistungsbilanz des WIGEV betrachten, dann sehen wir, dass drei von vier Spitalsbehandlungen in den Kliniken des WIGEV stattfinden. Er ist also das Rückgrat der öffentlichen Gesundheitsversorgung in der Stadt - 5,2 Millionen ambulante Patientinnen- und Patientenkontakte und 244 548 stationäre Patientinnen und Patienten. Ich kann Ihnen sagen, das ist eine enorme Leistung, die da von den Ärztinnen und Ärzten, vom medizinisch-technischen Personal, von der Pflege, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung, von vielen weiteren Berufsgruppen täglich vollbracht wird. Und ich bin ganz sicher, dass die Bevölkerung kein Verständnis dafür hat, dass Sie aus rein parteipolitischen Motiven die Arbeit von 31 000 Menschen in dieser Stadt schlechtreden. (Beifall bei der SPÖ.)
Besonders sichtbar wird die Verantwortung auch in der Notfallversorgung. Der WIGEV ist der größte Akutversorger in der Stadt rund um die Uhr. 90 Prozent aller Rettungszufahrten waren es tagsüber, 94 Prozent in der Nacht. Also wenn man sich das genau ausrechnet: Alle zweieinhalb Minuten übernimmt eine WIGEV-Klinik ein Rettungsfahrzeug. In diesen Momenten zeigt sich, dass Daseinsvorsorge kein Schlagwort ist, sondern gelebte Realität.
Damit komme ich bereits zum Schluss. Es gäbe noch viele Dinge, auf die wir hinweisen könnten, wenn es etwa um die 131 000 Operationen geht, die auch in die Leistungsbilanz des WIGEV fallen, wenn es darum geht, dass die OP-Stunden gesteigert werden konnten und dass Wien auch in die Spitzenmedizin, in Digitalisierung und in medizinische Innovationen investiert. All das hilft den Menschen in dieser Stadt, hilft den Patientinnen und Patienten. Dafür darf ich mich auch ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Wiener Gesundheitsverbund, in der Geschäftsgruppe, auch im Büro des Herrn Stadtrates für den Einsatz im Interesse der Menschen, die medizinischer Hilfe und pflegerischer Betreuung bedürfen, bedanken. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Tatsächliche Redezeit waren jetzt sieben Minuten.
Als Nächster zum Wort gemeldet ist GR Arsenovic. Restredezeit der Fraktion sind drei Minuten.
GR Johann Arsenovic (GRÜNE): Herr Stadtrat, sehr geehrte Vorsitzende!
Ich habe die Zahl schon einmal genannt, ich wiederhole sie noch einmal, weil sie so unglaublich ist: Die Stadt Wien hat zehn Millionen Quadratmeter Sportflächen. Das ist größer als fünf Innenstadtbezirke - okay, ich habe den 8. Bezirk genommen - zusammen. Ein Drittel davon wird von der Stadt Wien selbst über die MA 51, das Sportamt der Stadt Wien, verwaltet. Diese Anlagen müssen natürlich verwaltet werden, sie müssen in Schuss gehalten werden, sie müssen für neue Sportarten adaptiert werden oder generell neu errichtet werden, saniert werden. Wir reden da von 17 großen Sporthallen, 13 Jugendsportanlagen und 151 an Vereine verpachteten Sportanlagen, übrigens natürlich größtenteils Fußballanlagen.
Und ja, eine Sportstadt braucht natürlich neben diesen Vereinen und den FunktionärInnen auch gut funktionierende Sportstätten. Deswegen möchte ich mich zu Beginn ausdrücklich bei StR Peter Hacker und besonders auch beim Team der MA 51 rund um Direktor Anatol Richter bedanken, die in den letzten Jahren wirklich für die Sanierung und den Neubau von unzähligen dieser Sportstätten gesorgt haben und geschaut haben, dass das passiert. Sie kennen das alles: von der Sport Arena Wien bis hin zum Sport-Club-Platz, von der Sanierung von zig Fußballplätzen, Sporthallen et cetera, et cetera, Garderobengebäuden … Ich kann jetzt gar nicht alle aufzählen, den es waren, glaube ich, 90.
Schade ist halt, dass jetzt ausgerechnet da bei zukünftigen Investitionen massiv auf die Bremse gestiegen wird. Zahlreiche Projekte werden da leider verschoben und auf Eis gelegt. Das ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg, weil Investitionen in die Sportstätten eben
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