Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 78 von 113
Zahl derer, die Arbeit aufgenommen haben, ist auch gestiegen; bis Ende Mai waren es ungefähr 2 200 Leute. Also ja, die Zahlen muss man sich genau anschauen. Aber trotzdem, was wir sehen, ist, dass diese Reform mehr Menschen in Beschäftigung gebracht hat. Das ist natürlich ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Fairness, in Richtung Angleichung, Harmonisierung der österreichischen Standards, und - was ich heute betonen will - ein ganz wichtiger Schritt in Richtung systemischer Resilienz. (Beifall bei den NEOS.)
Jetzt möchte ich noch ganz kurz zum Thema Innovation und Investieren kommen. Sparen allein reicht natürlich nicht, und wir müssen auch hier neue Wege gehen. Auch hier haben wir in den letzten zwölf Monaten etwas geleistet. Von den vielen Dingen möchte ich nur eines herausgreifen, die multiprofessionellen Teams, die eingeführt wurden. Das war eine Reaktion darauf, dass die psychische Belastung bei jungen Menschen ganz enorm gestiegen ist und wir einen Handlungsbedarf erkannt haben. Da sind wir wirklich neue Wege gegangen. Gegründet wurden sie Ende 2024, letztes Jahr haben wir mit der Umsetzung begonnen. Da geht es darum, dass man unterschiedliche soziale Professionen zusammenbringt, eine klinische Psychologin, eine Sozialpädagogin und eine Sozialarbeiterin - Männer sind immer jetzt mitgemeint -, die Schulstandorte betreuen und dann für Lehrer, für Eltern, für Schüler bei Bedarf ganz niederschwellig erreichbar sind und Problemsituationen abfangen oder helfen können. Da geht es sowohl um Prävention als auch um konkrete Hilfeleistung. Und die werden Schritt für Schritt ausgebaut und im Endeffekt für 15 000 Schüler und 51 Schulstandorte verantwortlich sein.
Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil, uns allen klar ist, dass es Investitionen in Infrastruktur, Personal und in Ausbildung braucht. Das ist alles ganz klar, wenn wir zukunftsfit sein wollen, müssen wir neue Wege gehen und sehr genau hinhören, wo neue Probleme entstehen, die bis jetzt noch nicht da waren, wo es neue Ansätze braucht.
Ich fasse zusammen: Wien leistet im Sozialbereich Enormes. Wien wird allerdings im Sozialbereich in Zukunft noch mehr leisten müssen, weil die Herausforderungen gerade exponentiell wachsen. Wie werden wir das machen? - Durch sparen, durch investieren, durch Innovation. Ich lade deshalb alle Fraktionen ein, die bereit sind, demokratische und soziale Verantwortung zu übernehmen und die zumindest halbwegs konstruktiv veranlagt sind, mit uns diesen Weg zu gehen. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Das waren elf in Anspruch genommene Minuten, Restredezeit der NEOS noch eine Minute.
Als Nächster ist GR Ellensohn zu Wort gemeldet. Selbst gewählte Redezeit zehn Minuten, sind eingestellt. - Sie sind am Wort.
GR David Ellensohn (GRÜNE): Zuerst bedanke ich mich einmal bei allen Menschen, die sich in diesem Sozialbereich und Gesundheitsbereich - da ist ja das ganze Ressort von StR Hacker im Gespräch -, um Leute kümmern, die sich zum guten Teil nicht mehr selbst helfen können. Wenn ich in ein Spital oder anderswo hingehe, die machen alle großartige Arbeit und haben schwere Arbeitsbedingungen. (Beifall bei den GRÜNEN sowie von GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi.)
Jetzt hat man natürlich viel zum Rechnungsabschluss gehört. Wie viel Geld letztes Jahr ausgegeben worden ist, war das auch schlau, geht es den Leuten besser oder nicht. Was muss immer das Ziel von Politik sein? - Na, dass die Leute am Schluss sagen, mir geht es jetzt besser als vorher. Das geht sich nicht jedes Jahr für jeden aus, aber das muss das Ziel sein. Was sagen die Leute? - Dazu gibt es Untersuchungen, zumindest die Leute aus dem Sozialbereich kennen das, das sind die EU-SILC-Daten, die man mittlerweile seit Jahrzehnten erhebt. Unter anderem fragt man die Leute, wie zufrieden sie mit ihrem Leben, ihrem Job, ihrer Wohnsituation und mit ihrer finanziellen Situation sind. Dazu gibt es einen Vergleich zwischen den österreichischen Bundesländern.
Also den Job haben sie am liebsten in Tirol. Ich weiß nicht warum, ich bin die ersten 20 Jahre in Vorarlberg aufgewachsen, aber aus irgendeinem Grund sagen die Tiroler und Tirolerinnen: Bei uns ist das Arbeiten, die Hauptbeschäftigung besser als bei den anderen. - Wo geht es finanziell am besten? - Aus irgendeinem Grund kommt Oberösterreich heraus. - Am liebsten wohnt man tatsächlich in Vorarlberg, die finden das dort am schönsten. - Ich war eine Weile dort, es ist ganz passabel. - Und das Gesamtleben scheint viel mit Arbeit zu tun haben, da kommt schon wieder Tirol.
So, eine schöne Liste. Was hat das jetzt mit uns zu tun, wir sind ein anderes Bundesland? - Wien ist leider bei allen vier Fragen am letzten Platz. Da fragt man die Wiener und Wienerinnen, das sind Umfragen, die in Europa mit 100 000, in Österreich mit tausenden gemacht werden, und das ist das Ergebnis, das rauskommt. Und das ist nicht einmal nur eine Momentaufnahme, denn es werden immer die letzten drei Jahre im Schnitt gerechnet, damit es weniger Abweichungen gibt. Das ist zumindest einmal nicht günstig, und das ist nicht das, was man haben will.
Dann sagen wir, gut, wir sind im Sozialbereich, der Hauptjob muss ja tatsächlich sein, zum Beispiel zu sagen, ich will Armut bekämpfen. Deswegen gibt es ja immer wieder diese Daten. Warum gibt es dieses EU-SILC überhaupt? - Da man auf europäischer Ebene gesagt hat, wir wollen die Armut in Europa verringern, hat natürlich Österreich gesagt, wir wollen das auch. Und Wien hat das auch noch einmal gesagt.
Was ist passiert? Zur Sicherheit nehme ich nicht einfach eine Meinung, sondern ich nehme immer Zahlen oder Sendungen, die irgendwo gelaufen sind. - Armut in Wien kein Randproblem, jede zweite Alleinerzieherin armutsgefährdet - jede zweite, die Hälfte. Wenn Sie jemanden sehen und sie sagt, ich erziehe mein Kind alleine, sind es fast 85 Prozent Frauen. Die ist arm, hat ein Problem. Wenn sie ein Kind hat, ist sie bei denen, für die vielleicht nicht ganz so schlimm ist, wenn sie zwei
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