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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 75 von 113

 

Pflegebedarf und die steigenden Anforderungen an unser Versorgungssystem deutlich machen. Der Bedarf wächst also kontinuierlich, denn die Menschen werden älter, und der Pflegebedarf steigt. Gleichzeitig braucht es auch ausreichend qualifizierte Fachkräfte. Wien stellt sich dieser Entwicklung und stellt die notwendigen Mittel bereit, um die Versorgung langfristig sicherzustellen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Leistungen, sondern um eine funktionierende Versorgungskette. Wien setzt auf eine abgestufte Pflege- und Betreuungsstruktur, nämlich von der mobilen Betreuung über Tageszentren, Pflegewohnhäuser bis hin zu spezialisierter Langzeit- und Akutpflege. (Beifall bei der SPÖ sowie von GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel und GRin Jing Hu, BA, MPharm.)

 

Damit wird sichergestellt, dass Menschen genau jene Unterstützung erhalten, die sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation benötigen. Pflege endet nicht an Organisationsgrenzen, denn sie funktioniert nur dann gut, wenn Gesundheitsversorgung, Pflege und soziale Unterstützung zusammengedacht werden, und deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien, dem Fonds Soziales Wien, dem Wiener Gesundheitsverbund, den Häusern zum Leben und den Organisationen der Wiener Sozialwirtschaft von absolut zentraler Bedeutung. (Beifall bei der SPÖ und von GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel und GRin Jing Hu, BA, MPharm.)

 

Der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen leistet dabei einen wichtigen Beitrag, indem er Vernetzung stärkt und gemeinsame Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickelt. Und diese Herausforderungen haben wir. Wien investiert auch konsequent in die Ausbildung neuer Pflegekräfte, denn nur wenn es gelingt, ausreichend Fachkräfte für diesen wichtigen und vor allem wundervollen und wirklich interessanten Beruf zu gewinnen und auszubilden, können wir hohe Qualität der Pflege und Betreuung auch in Zukunft sicherstellen. Die mobile Pflege und Betreuung ermöglicht tausenden Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung zu leben und entlastet zudem auch die Angehörigen. Und wer Unterstützung braucht, muss sie unabhängig vom Einkommen oder der Lebenssituation erhalten können.

 

Auch die Zahlen der Operationen, Rettungszufahrten und Behandlungen steigen kontinuierlich. Das zeigt nicht nur eine hohe Leistungsfähigkeit des Wiener Gesundheitsverbundes, sondern verdeutlicht auch den steigenden Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung. Wien investiert aber nicht nur in den laufenden Betrieb, sondern auch in die Zukunft seiner Gesundheitsversorgung. Wir bauen die Primärversorgung aus, wir stärken die Kinder- und Jugendpsychiatrie und setzen Maßnahmen zur Sicherung von Pflege- und Gesundheitsberufen etwa am FH Campus in Wien. Und bis 2030 werden Milliardenbeträge in unsere Kliniken investiert, um moderne Arbeitsbedingungen und eine noch bessere Versorgung der Patienten und Patientinnen sicherzustellen.

 

Zur Pflege im Wiener Gesundheitsverbund gehören aber auch die Wiener Wohn- und Pflegehäuser und die Häuser des KWP. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Wiener Pflege- und Betreuungslandschaft und leisten seit mehr als 65 Jahren einen unverzichtbaren Beitrag für ältere Wienerinnen und Wiener. Mit der Häuserstrategie 2030+ reagiert Wien auf die demografischen Entwicklungen und den steigenden Pflegebedarf. Bis 2030 sollen rund 450 zusätzliche Pflegeplätze geschaffen werden. Besonders hervorzuheben sind die Neubauten Haidehof und Maria Jacobi. Dort entstehen zusätzliche Pflegeplätze, moderne Wohnformen und sozialer Wohnbau. Pflege bedeutet aber nicht nur Versorgung, sondern auch Teilhabe. Mit den Klubs+ wird aktiv gegen Einsamkeit vorgegangen und gesellschaftlicher Zusammenhang gefördert.

 

Heute stellen die Häuser zum Leben mehr als 8 700 Plätze zur Verfügung. Fast 4 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten dort täglich wertvolle Arbeit für die Wiener Seniorinnen und Senioren, denn wir wissen, wer heute bei der Pflege spart, zahlt morgen einen höheren Preis - gesellschaftlich, menschlich und finanziell. Denn, liebe Kolleginnen und Kollegen, Pflegepolitik ist auch immer gleichzeitig Gesellschaftspolitik. Die Art und Weise, wie wir mit älteren, kranken und unterstützungsbedürftigen Menschen umgehen, sagt viel über die Werte unserer Gesellschaft aus. Der Rechnungsabschluss 2025 dokumentiert daher weit mehr als finanzielle Kennzahlen. Er dokumentiert politische Entscheidungen, die Entscheidung, in soziale Sicherheit zu investieren, die Entscheidung, Pflege auszubauen, statt zu kürzen, und die Entscheidung, den Menschen auch in schwierigen Zeiten die Unterstützung zu geben, die sie brauchen. Denn eine starke Stadt erkennt man nicht daran, wie sie mit den Stärksten umgeht, sondern daran, wie sie jene unterstützt, die auf Hilfe angewiesen sind. (Beifall bei der SPÖ sowie von GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel und GRin Jing Hu, BA, MPharm.)

 

Vielleicht noch kurz zur ÖVP: Natürlich müssen öffentliche Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden, ist ja gar keine Frage, aber verantwortungsvolle Budgetpolitik bedeutet nicht, bei Pflege, Gesundheit und sozialer Sicherheit zu sparen. Verantwortungsvolle Budgetpolitik bedeutet, dort zu investieren, wo Menschen Unterstützung brauchen und wo sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt gesichert haben.

 

Abschließend möchte ich allen Pflegekräften und Betreuerinnen und Betreuern, den Beschäftigten des Fonds Soziales Wien, des Wiener Gesundheitsverbundes, der Häuser zum Leben und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wiener Sozialwirtschaft sowie den vielen Angehörigen, die tägliche Verantwortung übernehmen, besonders danken. Herzlichen Dank auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Magistratsabteilungen, dem Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen, vor allem aber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Amtsf. StR Peter Hacker, ihr tragt mit eurer Arbeit wesentlich zur Funktion unseres sozialen und gesundheitlichen Versorgungssystems bei. Und nicht zuletzt,

 

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