Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 48 von 113
tät dieser wichtigen Leistung weiterhin zu garantieren, sollten die Leistungen auch wieder strikt auf österreichische Staatsbürger begrenzt werden, da sonst der Leistungsmissbrauch vor allem durch Drittstaatsangehörigen ermöglicht wird". (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: So ist es.) - Es geht um den waff. Ich werde einmal dazu Stellung nehmen.
Ich denke mir, das ist nicht nur wirtschaftspolitisch falsch, es ist auch ein Angriff auf den Wiener Arbeitsmarkt. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Sie machen ein Managementseminar für LGBTIQ+ ...) - Udo, du warst gerade am Rednerpult, du kannst dich nach mir noch einmal zu Wort melden.
Sie fordern ernsthaft, Menschen von Weiterbildung, Qualifizierungsmaßnahmen und Fachkräfteausbildung auszuschließen, nicht auf Grund ihrer Leistung, nicht auf Grund ihres Engagements und nicht auf Grund ihrer sonstigen Dinge, sondern ausschließlich und alleine auf Grund ihres Reisepasses, und das ist nicht richtig. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Lesen Sie den ganzen Antrag vor, nicht nur einen Satz.) - Ja, ich habe den ganzen Antrag da, und da steht "Drittstaatsangehörige" eindeutig drin. Denen verweigert ihr Weiterbildung, Qualifikation. Genau das steht in dem Antrag drin. (StR Dominik Nepp, MA: Zuerst herholen und dann erst ausbilden, das geht sich nicht aus.) Gegen das verwehren wir uns. Wer so argumentiert, hat offenbar nicht verstanden, was die Wirtschaft braucht. Wir brauchen Fachkräfte aus allen ... (Beifall bei SPÖ und NEOS. - GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Das hat mit dem waff nichts zu tun. - Zwischenruf von StR Dominik Nepp, MA.)
Da müssen Sie sich an die Bundesregierung wenden, wenn Sie von der Rot-Weiß-Rot-Karte reden. Das können wir hier im Gemeinderat nicht erledigen. Das sind Sie hier falsch, um den Antrag zu stellen. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Hat mit dem waff nichts zu tun?) - Tut mir leid, aber der waff hat nur in Wien … Das wäre schön, wenn der waff auch in allen anderen Bundesländer wäre. Da würden wir uns freuen, dann hätten wir mehr Qualifizierung in Österreich. - Genau das, was wir brauchen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Zum zweiten Antrag - auch sehr spannend: "Seit 1995 hat sich der waff als arbeitsmarktpolitische Einrichtung der Stadt Wien bewährt und ist zu einer fundamentalen impulsgebenden Institution nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für die Wiener Wirtschaft geworden." - Das ist die Einleitung. Der Schlusssatz liest sich ein bisschen anders, ist wieder sehr speziell: "… die Gewichtung der finanziellen Mittel des waff vorrangig auf diese Kernbereiche zu legen und thematische Randbereiche hinterfragt werden, insbesondere dann, wenn kein klarer Bezug auf konkrete Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt besteht." - Zum Beispiel wird genannt die geplante Vortragsreihe vom waff, die Lunch Lecture am 29. Juni 2026 zum Thema "Diversity Management in der Dimension LGBTIQ in Wiener Unternehmen" (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Ist das kein Afghane, der das macht?) oder auch dann, wenn schon eine anderweitige Förderung durch die Stadt Wien vorliegt. - Also, ihr wollt auch diese Menschen nicht weiter qualifizieren auf Grund ihrer geschlechtlichen Orientierung, sagt ihr. Sie bekommen vom waff keine Weiterbildung. Also das ist ja wirklich Ausgrenzung bis zum Gehtnichtmehr. (Beifall bei SPÖ und NEOS. - GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Aber Frau Kollegin, ich habe schon bessere Reden gehört.)
Wir haben genügend Fachkräfte, die wir in Wien mit dem waff qualifizieren wollen. Ich werde Ihnen das jetzt erzählen. Die unselbstständige Beschäftigung ist in Wien 2025 um 1,1 Prozent gestiegen, während sie in Österreich nahezu weiter stagniert ist. Seit 2015 wurden in Wien mehr als 130 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse geschaffen. Das sind nicht nur Zahlen, das sind Menschen mit einem Arbeitsplatz, das sind Menschen mit Einkommen, das sind Menschen mit Zukunftsperspektiven, Menschen, die sich und ihren Familien Sicherheit geben können.
Wir wissen auch, dass Wien vor besonderen Herausforderungen steht, was meine Vorredner und Vorrednerinnen auch schon gesagt haben. Allein zwischen 2022 und 2024 ist unsere Stadt um 100 000 Menschen gewachsen. Diese Menschen in Ausbildung und Beschäftigung zu bekommen, ist wirklich eine enorme Aufgabe. Genau deshalb setzen wir auf aktive Arbeitsmarktpolitik. Unsere Antwort lautet nicht Ausschluss, sondern Teilhabe; nicht Resignation, sondern Qualifizierung; nicht Stillstand, sondern Chancen.
Ein zentraler Partner ist dabei der waff. Im vergangenen Jahr konnten wir das dreißigjährige Jubiläum feiern und die einzigartige Erfolgsgeschichte der waff Lunch Lectures. Seit seiner Gründung hat Wien mehr als 1,4 Milliarden EUR in Aus- und Weiterbildung investiert. Alleine im Jahr 2025 verfügte der waff über ein Budget von rund 157 Millionen und unterstützte rund 43 000 Wienerinnen und Wiener sowie rund 1 400 Unternehmen. Das zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert Qualifizierung in unserer Stadt hat. Denn in Zeiten von Digitalisierung, Klimawandel und wirtschaftlicher Transformation ist Bildung weit mehr als Wissensvermittlung. Bildung ist Arbeitsplatzsicherheit, Selbstbestimmung, Teilhabe und die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Stadt.
Mein besonderer Dank gilt auch dem AMS Wien. Die Zusammenarbeit zwischen AMS Wien und waff ist ein echtes Erfolgsmodell. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Menschen nicht alleine gelassen werden, wenn sich die Arbeitswelt verändert.
Wie erfolgreich dieser Weg ist, hat das Future Fit Festival 2025 eindrucksvoll gezeigt. Tausende Wienerinnen und Wiener besuchten diese Veranstaltung, konnten sich bei Workshops und Beratungsangeboten informieren und sich über Zukunftsberufe informieren. Sie lernten neue Technologien kennen, sie entdeckten neue Möglichkeiten. Viele von ihnen machten dort auch den ersten Schritt in eine neue berufliche Zukunft. Genau darum geht es bei einer modernen Arbeitsmarktpolitik: nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Menschen Chancen zu eröffnen.
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