Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 43 von 113
men dabei unterstützt, sich anzusiedeln. Das ist nicht selbstverständlich. Ich höre nicht auf, es zu erwähnen: Wir sind bei den Unternehmensgründungen weit, weit, weit besser als der Rest von Österreich, weil wir eben diese Rahmenbedingungen schaffen. Da ist die Wirtschaftsagentur ein sehr verlässlicher Partner und hat alleine mit diesen 718 Millionen ausgelösten Investitionen und der Sicherung von 3 305 Arbeitsplätzen 2025 einen wahnsinnig großen Beitrag geleistet. Ich bedanke mich sehr beim Team der Wiener Wirtschaftsagentur. (Beifall bei den NEOS und von GRin Safak Akcay.)
Wir haben die Förderung "Lebendiges Grätzl" aufgesetzt, wir haben die Wiener Medieninitiative aufgesetzt und jetzt auch noch dazu aufgestockt - da wird es später sicher mehr dazu geben. Wir haben wesentlich mehr investiert in das Thema Life Sciences. Es wurde schon erwähnt, in Neu Marx entsteht ein ganz neuer Knotenpunkt für dieses Thema, für künstliche Intelligenz, Forschung und wirtschaftliche Anwendungen. Wir werden für 170 Millionen EUR Investitionsvolumen sorgen, 14 000 Quadratmeter Labor- und Forschungsfläche schaffen und weitere wichtige Umsetzungsschritte für 2025, nämlich wurden Grundstücks- und Projektgrundlagen konkretisiert, Vergabeverfahren vorangetrieben. Und wir haben mit AITHYRA einen Ankermieter angesiedelt, der einen wesentlichen Impact für den Standort schafft.
Dann möchte ich noch kurz auf das Thema waff eingehen. Wir haben da ein Gesamtvolumen von 157 Millionen EUR in die Hand genommen und insgesamt 43 000 Personen erreicht. Insofern auch mein Dank an das gesamte Team des waff. Ich mache das deswegen so kurz, weil meine Zeit mir schon davonrinnt.
Last but not least, das Team, das, glaube ich, historisch gesehen, immer am meisten Lob abbekommt in diesen Debatten, das ist unser Team um den WienTourismus, das investiert sehr, sehr viel in den Städtetourismus oder in die Maßnahmen, den Wiener Städtetourismus voranzutreiben. Es wurde auch hier heute schon gesagt: über 20 Millionen Nächtigungen, ein Plus von 6 Prozent, 8,57 Millionen Ankünfte, ein Plus von 5 Prozent, 1,46 Milliarden EUR Nächtigungsumsatz, ebenfalls ein Plus von 6 Prozent und 83 Prozent der Nächtigungen entfielen auf internationale Gäste. Das heißt, unser Tourismusverband macht tatsächlich einen sehr, sehr guten Job. Norbert Kettner und das gesamte Team des WienTourismus verdient sich, glaube ich, einen kurzen Applaus. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Ich möchte es aber noch einmal zusätzlich hervorheben, weil das nicht einfach ist: Da wurden wichtige strategische Weichenstellung von dieser Stadtregierung vorgenommen. Wir haben uns direkt nach Corona angeschaut: Wie kriegen wir so schnell wie möglich die beste Wertschöpfung in die Stadt? - Die beste Wertschöpfung, haben wir gesehen, gibt es im Kongresstourismus. Wir wissen, dass wir mit einem Besucher der Stadt, der auf Grund eines Kongresses hier ist, eine Wertschöpfung von 560 EUR - 568 EUR sind es, glaube ich, genau - pro Person generieren können. Das ist ein Spitzenumsatz für die Wiener Gastronomie, für die Wiener Hotellerie, für das gesamte Umfeld.
Das heißt, jeder Busveranstalter, der die Leute von A nach B bringt, jeder Gastronom, den habe ich schon erwähnt, jedes Hotel, jedes Meeting- und Incentivbüro, das diese Menschen betreut, partizipiert an dieser Wertschöpfung. Deswegen ist sie so wichtig für den Standort. Sie ist auch so wichtig für den Flughafen Wien, weil die bringen die Leute ja nach Österreich.
Die zweite wichtige Entscheidung war, die USA als Kernmarkt zu definieren. Das war mutig, weil irgendwie alle gesagt haben, USA, wieso ist das plötzlich der Kernmarkt? - Jetzt wissen wir, die meisten Menschen, die nach Wien kommen, kommen aus Deutschland, die zweitmeisten aus Österreich selbst, aber die drittgrößte Zielgruppe ist bereits die USA, und die bringen eine enorme Kaufkraft mit. Das heißt, wir setzen auf Qualität, nicht auf Quantität. Und wir haben - und das ist das Schönste, wenn weltweit über Massentourismus gesprochen wird - eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Das heißt, die Wiener und Wienerinnen sagen, dass Wien im Tourismus Hand in Hand mit der Bevölkerung geht. Das finde ich eine sehr schöne Tatsache, dass einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige eine hohe Akzeptanz bei den Wienern und Wienerinnen hat. Das könnte auch anders ausschauen.
Wenn man sich Städte wie Madrid oder Venedig oder Dubrovnik anschaut und so weiter, dann haben wir dort die Situation, dass die Leute sagen, hey, das ist unerträglich, das sind viel zu viele Touristen, das halte ich nicht aus. Jetzt sind wir alle auch schon mal kurz vor Weihnachten durch die Kärntner Straße gegangen. - Ja, da sind viele Menschen, aber die Akzeptanz der Bevölkerung ist groß, und das ist auch ein Verdienst unserer Politik, das ist ein Verdienst der vielen, vielen UnternehmerInnen, der vielen, vielen Menschen, die in dieser Stadt für den Tourismus arbeiten. Deswegen möchte ich mich in diesem Bereich nochmals besonders bedanken. - Danke sehr.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich GR Taborsky zu Wort gemeldet.
GR Hannes Taborsky (ÖVP): Der Herr Kollege Ornig von den NEOS hat jetzt dasselbe gemacht, was er uns vorher vorgeworfen hat, und deswegen darf ich etwas tatsächlich berichtigen, was das BIP betrifft. (Zwischenruf von GR Markus Ornig, MBA.) Und zwar hat er davon gesprochen, dass Wien der Wirtschaftsmotor wäre und sich das BIP so toll entwickelt hätte. Das stimmt natürlich in absoluten Zahlen - es ist in Wien von 2020 bis 2024 von 95 Milliarden auf 124 Milliarden gestiegen. (GR Markus Ornig, MBA: Die Zahlen habe ich nicht genannt.) Das Problem ist nur, die anderen waren auch nicht untätig. In Prozentzahl an der Wirtschaftsleistung in Österreich hat Wien stagniert und ist gleichbleibend seit 2015 auf 25 Prozent. (GR Markus Ornig, MBA: Ich habe alle diese Zahlen nicht genannt.) Also Sie haben nichts geleistet in diesem Zusammenhang, und deswegen darf ich diese Zahl entsprechend berichtigen. - Danke. (Beifall
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