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Gemeinderat, 16. Sitzung vom 22.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 4 von 113

 

Institution in Wien ein Jubiläum feiern, nämlich der waff, der Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds, der sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat - und das zu Recht. Er ist ein großartiges Instrument, um gerade auch in die Berufsausbildung, in die Fortbildung zu investieren, die Wienerinnen und Wiener hinaufzuqualifizieren und so die Möglichkeit zu bieten, ein selbstständiges, unabhängiges Leben zu führen.

 

Ganz bedeutend sind jene Programme, die auch die größten Erfolge in der Ausbildung und dann vor allem bei der Integration in den Arbeitsmarkt bedeuten. Das ist zuerst das Ausbildungsgeld. Das Ausbildungsgeld ist eine Wiener Erfindung, die wir in der Stadt als Erste getätigt haben, nachdem zu Recht vor einigen Jahren Bgm Michael Ludwig festgestellt hat, wir brauchen mehr Pflegekräfte. Nachdem diese nicht ausgebildet von irgendwo kommen, sondern wir sie hier am Standort ausbilden müssen, machen wir das.

 

Und wir machen das, indem wir Infrastruktur bereitstellen, nämlich am FH Campus Wien, wo wir eine ganze Ausbildungseinrichtung gebaut haben. Es wurde festgestellt, dass so wenige in diese Ausbildungen gehen, weil sie sich die lange Zeit der Ausbildung, der Umschulung nicht leisten können. Sie müssen von etwas leben, und in dieser Zeit kommt das Ausbildungsgeld. Das führt dazu, dass viele Tausende inzwischen diesen Beruf gewählt haben. Wir setzen dieses Prinzip jetzt auch in anderen Berufsgruppen fort. Und es zeigt sich, das Ausbildungsgeld ist tatsächlich der Game-Changer für ganz viele Biografien, dann auch in einen tollen, sinnstiftenden Beruf einzutreten. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Die Fachkräfteintensivausbildung, von der ich mich selbst jetzt auch noch einmal überzeugen konnte, ist tatsächlich für viele eine 18-monatige Ausbildung, ganz oft mit Partnerinnen und Partnern aus der Wirtschaft, aus der Industrie, die ganz gezielt gemeinsam mit dem waff Menschen dann für die Beschäftigung in ihrem Unternehmen ausbilden. Meistens sind es technische Berufe, meistens sind es Berufe, die in der Ausbildung nicht mehr angeboten werden. Und wir sehen, dass hier ganz viele dann auch in großartige Beschäftigungsverhältnisse gehen - Junge, aber auch Personen, die wieder einsteigen wollen, die vielleicht länger keinem Beruf nachgehen konnten. Die Fachkräfteintensivausbildung ist aus meiner Sicht das zweite große Erfolgsprojekt. Das dritte Projekt ist die "Joboffensive 50plus", die tatsächlich auch ganz vielen älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit geboten hat, sie in Anspruch zu nehmen, und den Wiener Betrieben, diese Menschen dann bis zu ihrem Pensionsantritt zu beschäftigen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Und, ich habe es schon erwähnt, leider werden nicht mehr ausreichend Lehrlinge am Standort ausgebildet. Das ist leider auch kein Wiener Phänomen, aber dank dem waff und der überbetrieblichen Lehrausbildung konnten wir letztes Jahr rund 4 000 TeilnehmerInnen ausbilden und dann mit einer guten Lehr- und Berufsausbildung in den Arbeitsmarkt entsenden. Qualifikation ist daher nicht nur von Anfang an sehr wichtig für den waff und zur Integration in den Arbeitsmarkt, es geht natürlich auch in die Spezialisierung, insbesondere was MINT-Berufe und Frauen betrifft, wo auch Stipendien maßnahmenunterstützend angeboten werden, um zum Beispiel ein IT-Studium oder eine Fachhochschule abzuschließen, also auch, um Spezialistinnen und Spezialisten auszubilden.

 

IT ist übrigens ein gutes Stichwort. Der Wiener IT-Wirtschaftsstandort ist ein wachsender und prosperierender. Wir haben in diesem Bereich inzwischen fast 90 000 Beschäftigte. Es gibt sehr viele Unternehmen, die sich hier entwickeln, da die KI natürlich auch neue Impulse setzt, Start-ups, die sich in diesem Bereich gründen. Es ist daher auch kein Zufall, dass wir für diese große Start-up-Szene heuer und in den Folgejahren mit einer Scale-up-Förderung auf deren Wachstum setzen.

 

Der Life-Sciences-Bereich liegt mir ganz besonders am Herzen und hat sich tatsächlich gerade das letzte Jahr gut entwickelt. Wir dürfen nicht vergessen, 20 der weltweit größten Pharmaunternehmen sind in Wien angesiedelt, entweder mit Produktion oder mit Forschung und Produktion, großartige Unternehmen wie Boehringer-Ingelheim, Takeda und Co. Takeda hat übrigens letztes Jahr auch die erste Großwärmepumpe für das Unternehmen in der Donaustadt in Betrieb genommen, ein großartiges Innovationsprojekt. Wir sehen, dass hier gemeinsam mit den Wiener Unternehmen auch Pionierarbeit geleistet wird, sehr wichtig auch, um die Nachhaltigkeit in den Unternehmen und Betrieben zu fördern. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Diese Leistungsstärke, die sich auch in der Wiener Wirtschaft und in den Wiener Betrieben sehr gut entwickelt, begleiten wir durch die Wirtschaftsagentur. Die Wirtschaftsagentur ist die Standortagentur mit der höchsten Expertise in Wien, und ihre Leistungsbilanz für 2025 kann sich tatsächlich sehen lassen. 1 177 Projekte und Initiativen wurden in den Wiener Betrieben gefördert, insgesamt 48 Millionen EUR wurden in einem diversen Portfolio angeboten. Es geht einerseits um die Förderung von Grätzeln, wo kleine Initiativen unterstützt werden, die ein Grätzel beleben sollen, neue Impulse setzen auch für die Lebensqualität, auch für die Aufenthaltsqualität, für die Nahversorgung, und geht dann aber hinauf bis zu großen Förderungen und Infrastrukturprojekten wie AITHYRA, das Life Science Center, gemeinsam mit der Boehringer-Ingelheim-Stiftung und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Es ist also die gesamte Bandbreite, die wir hier anbieten können, und die auch eine Magnetwirkung hat. Wir sehen, dass sich dann 224 - und das war eine herausragende Anzahl - internationale Unternehmungen in Wien angesiedelt haben, dass also neue Unternehmen in Wien ihre Dependance ansiedeln wollen, weil sie hier die besten Rahmenbedingungen vorfinden. Wir haben ja erst letzte Woche auch gemeinsam im Gemeinderat beschlossen, dass unsere Stadtaußenbüros, unsere Vienna-Offices gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur noch viel stärker in die Akquise von internationalen Betriebsansiedelungen geht, und

 

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