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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 99 von 105

 

Lebensräume, es schützt Bestäuber, und es verbessert auch das Mikroklima. Zuletzt hat ja der Bericht des Stadtrechnungshofes auch empfohlen, dass man mehr insektenschonende Mähmethoden anwenden soll, dass es Rückzugsstreifen und angepasste Pflegeintervalle braucht. Der Stadtrechnungshof regt auch an, dass die MitarbeiterInnen diesbezüglich besser einheitlich geschult werden und dass es auch klare Vorgaben der Stadt gibt.

 

Alles das bringen wir auch mit unserem Antrag vor. Ich hoffe, dass er auf breite Unterstützung trifft. Wir wollen, dass die Stadt Wien ab 2027 auf dafür geeigneten Flächen selbst beim mähfreien Mai mitmacht und generell auch stärker auf biodiversitätsfördernde Pflegeprogramme und auf weitere Naturflächen und den verstärkten Einsatz insektenschonender Geräte setzt. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Außerdem soll die Stadt sichtbare Zeichen setzen, wie urbane Artenvielfalt aussehen kann. Der Platz vor dem Rathaus bietet ja sehr oft Bühne für verschiedenste Veranstaltungen. Wir schlagen vor, dass an diesem zentralen Ort auch der Artenvielfalt eine Bühne geboten wird: eine Schmetterlingswiese im Rathauspark. Das so etwas nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich ist, wenn man die Artenvielfalt bei Sehenswürdigkeiten ins Rampenlicht rückt, das zeigt London vor mit dem Projekt "Superbloom". Am Burggraben um den Londoner Tower wurden Millionen von Wildblumensamen ausgesät. Das ist ein Blütenmeer, das wunderschön anzusehen ist, das mittlerweile auch ein touristisches Highlight ist und ein wichtiges Angebot für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber schafft. Es ist dort auch gelungen, vom Aussterben bedrohte Arten wieder anzusiedeln. Genau solche Projekte brauchen wir, finde ich, auch in Wien - nicht versteckt irgendwo am Stadtrand, sondern sichtbar mitten im Herzen der Stadt.

 

Mir ist es auch noch ein Anliegen, weitere wichtige Themen im Zusammenhang mit Artenvielfalt und der Pflege von Wiesen, Büschen und Bäumen anzusprechen, weil jetzt auch die Zeit ist, wo unsere Gartenhelfer aktiv werden, nämlich die Igel, und es ist auch die Brutzeit für Vögel. Ich glaube, dass es da oftmals noch an Wissen mangelt. Da muss und kann die Stadt Wien mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Viele Menschen wissen leider gar nicht, dass zum Beispiel das nächtliche Laufenlassen von Mährobotern für Igel, Amphibien und andere Tiere eine große Gefahr darstellt. Igel laufen nicht weg, wenn Gefahr droht, sondern sie rollen sich zu Kugeln zusammen, Mähroboter erkennen sie dann nicht als Hindernis. Das grausliche Ergebnis können Sie sich vorstellen. Das führt wirklich zu häufig sehr schlimmen Verletzungen und ganz oft leider auch zum Tod.

 

Deshalb bringen wir heute einen Antrag ein, dass die Stadt Wien sich beim Bund dafür einsetzt, dass ein tierschutzkonformer Einsatz von Mährobotern tagsüber gestärkt wird. Das ist eine einfache, wirksame und verhältnismäßige Maßnahme zum Schutz der nachtaktiven Igel und auch vieler anderer Tiere.

 

Und last but not least, um jetzt auch noch einmal die Vögel zu erwähnen. Es braucht eine bessere Sichtbarkeit für die, wie ich finde, sehr guten Informationen der MA 22 zum Naturschutzgesetz, dass Fällungen und Heckenschnitte während der Brutzeit, also vom 1. März bis 30. September, untersagt. Wenn man das sichtbarer machen würde, schon im Zuge von Fällungsbescheiden, dann könnte man, denke ich, einige Fälle präventiv verhindern und müsste nicht im Nachhinein, wenn es schon zu Gesetzesüberschreitungen und zur Zerstörung der Brutvögel gekommen ist, Schritte setzen.

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Sie sehen, es gibt sehr viele Bereiche, in denen wir noch mehr tun können und auch noch mehr tun müssen. Ich hoffe daher wirklich auf Ihre breite Unterstützung zu unseren Anträgen, denn dabei gewinnen nicht nur die Schmetterlinge, die Vögel, die Igel, die Käfer, sondern vor allen Dingen gewinnen die Menschen, die hier leben. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau GRin Abrahamczik. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

19.37.29

GRin Mag. Nina Abrahamczik (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Berichterstatter, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

 

Bevor ich auf die diversen Anträge eingehe, möchte ich auch noch zum Poststück etwas sagen. "A G'spia fürs Tier" gibt es mittlerweile seit 2014. Ich glaube, die Bedeutung ist eine unfassbar große, und es wird auch oft auch unterschätzt, was hier geleistet wird. Es geht nämlich darum, gerade mit jenen Wienerinnen und Wienern zu arbeiten, die in Ausnahmesituationen sind, wo es darum geht, dass sie, wenn sie ein psychosoziales Problem haben, ein gesundheitliches und oder finanzielles, sich dorthin wenden können und Unterstützung bekommen. Das gilt im Übrigen nicht nur für die selbst Betroffenen, sondern das Angebot gilt natürlich auch für das Umfeld, beispielsweise für Nachbarinnen und Nachbarn, die dann möglicherweise darauf hinweisen können, dass man sich hier Hilfe holen kann.

 

Wie schaut diese Hilfe aus? - Das kann Alltagsunterstützung sein in der Tierhaltung, wenn es beispielsweise Fragen gibt. Das kann in Notsituationen aber beispielsweise auch finanzielle Unterstützung sein oder auch die Notfallunterbringung von Tieren, wenn beispielsweise jemand ins Krankenhaus muss und es kein stabiles soziales Umfeld gibt, dann ist es ganz zentral, dass diese Tiere inzwischen gut untergebracht sind.

 

Es gibt Beratung und Betreuung durch SozialarbeiterInnen und natürlich auch in unserer Stadt, die so viele kompetente Stellen hat, eine sehr gute Vernetzung mit anderen Stellen, wohin Leute auch verwiesen werden, wo sie weitere Unterstützung bekommen können, sei es die Schuldenberatung oder die Suchthilfe oder die Wohnungssicherung.

 

Das ist ein unglaublich wichtiges Angebot für verhältnismäßig wenig Geld. Es sind 27 000 EUR, die wir heute dafür beschließen. Für die, denen es wirklich rein um die Zahlen geht und weniger um die Menschlichkeit und die Liebe zum Tier, darf ich vielleicht auch dazusagen, dass

 

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