Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 66 von 105
schöne Sache. Die hier vorgestellten Filmfestivals werden im Herbst 2026 stattfinden und widmen sich den unterschiedlichsten Bereichen. Es gibt Animationsfilme, Kinderfilme, Genrefilme und queere Filme. Alle beschäftigen sich ganz in österreichischer Filmtradition mit gesellschaftspolitischen Anliegen und zeigen die Vielfalt unserer Stadt.
Im Detail geht es um sechs Förderansuchen: The Best Austrian Animation Festival gibt es seit 22 Jahren. Es ist das einzige Festival, das den österreichischen Animationsfilm vorstellt. Es geht um das 38. Internationale Kinderfilmfestival für ein junges Publikum in Wiener Kinos. Es geht um das Filmfestival Japannual, das Festival des japanischen Films. Es geht um das Festival This Human World, das 2026 in seiner 19. Ausgabe stattfindet und 2008 anlässlich des 60. Jubiläums der Deklaration der Menschenrechte gegründet wurde. Beim Slash Filmfestival geht es um die Förderung des internationalen fantastischen Films, und ja, es geht auch um die Förderung von Queertactics, dem queerfeministischen Filmfestival Wiens.
Jetzt kann man das alles mögen oder auch nicht. Man kann auch einmal gegen das eine oder andere Projekt stimmen. Wofür aber steht Queertactics, und warum triggert das die FPÖ so derartig ungemein? - Ich kann Ihnen das beantworten. Denn im Grunde steht das Festival für alles, wofür die FPÖ nicht steht.
Darum verstehe ich auch, dass Sie sich genau darüber besonders beschweren. Ich kann Ihnen aber sagen: Wien fördert dieses Festival jetzt schon viele Jahre - und das aus gutem Grund. Denn es bringt Sichtbarkeit für marginalisierte Perspektiven, insbesondere von queeren, feministischen, trans- und nicht binären sowie migrantischen KünstlerInnen.
Es ist Kunst als Mittel gegen Diskriminierung. Es versteht Film ausdrücklich als gesellschaftspolitisches Werkzeug gegen Sexismus, Heteronormativität, Rassismus, Klassismus und Ableismus. Es schafft Safer Spaces und Communityräume. Denn das Festival ist nicht nur Kino, sondern es ist auch ein geschützter Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Ich denke, gerade in einer Zeit zunehmender Queerfeindlichkeit sind solche Orte gesellschaftlich enorm wichtig. (Beifall bei SPÖ, NEOS und GRÜNEN.)
Queertactics ist daher nicht nur ein einfaches Filmfestival. Es ist ein kultureller, gesellschaftlicher und demokratiepolitischer Raum für Sichtbarkeit, Austausch und Solidarität. Das kann man gut finden oder auch nicht. Es ist aber noch immer von der Freiheit der Kunst gedeckt.
Liebe KollegInnen, es wundert mich nicht, dass sich dieses Festival auch gegen die immer stärker werdenden rechtspopulistischen Strömungen richtet. Sind nicht gerade queere Personen in einem extrem hohen Ausmaß von diesen Entwicklungen betroffen? Müssen nicht gerade queere Personen besonders um ihre hart erkämpften Rechte fürchten?
Eines noch: Wenn Sie in Ihrem Antrag schreiben - ich zitiere -, "Förderansuchen sollten einer gesonderten Prüfung unterzogen werden, wenn darin politische Parteien oder gesellschaftliche Gruppen verunglimpft werden", dann würde ich Ihnen das sehr stark als Auftrag an sich selbst empfehlen.
Wie ich eingangs schon ausgeführt habe: Ein bisschen weniger Wehleidigkeit wäre angebracht. Denn wie heißt es so schön: Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück. Wer austeilt, der sollte auch einstecken können. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
In diesem Sinne und im Sinne der Kunstfreiheit bitte ich um Zustimmung zu diesem Poststück und zu all seinen großartigen und vielfältigen Unterpunkten. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ, NEOS und GRÜNEN.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. Der Berichterstatter hat das Schlusswort.
Berichterstatter GR Mag. Thomas Reindl: Frau Vorsitzende, meine Damen und Herren!
Die Vorrednerin Susanne Haase hat schon darauf hingewiesen, welche tollen Festivals hier gefördert werden. Das ist natürlich nicht die ganze Breite, die Film in Wien abdeckt. Ich darf schon darauf hinweisen, dass wir auch noch das Tricky Women Festival haben, das Tricky Realities Festival, die Frauenfilmtage, das Kurzfilmfestival, das Wiener Arbeiterfilmfestival, das jüdische Filmfestival, nicht zu vergessen die Viennale natürlich, auch das Rathaus-Filmfestival und noch viele andere. Das ist also Film in seiner gesamten Breite. Das ist ein wichtiger Aspekt auf der heutigen Tagesordnung, der auch wichtige Bereiche abdeckt.
Zum Abschluss halte ich es mit dem Spruch, der auf der Secession steht: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit", liebe Freiheitlichen. Ich halte es auch mit Schiller: "Denn die Kunst ist eine Tochter der Freiheit." Daher lehnen wir staatsrevisionistische Tendenzen, wie Sie sie heute präsentieren, ab. - Ich bitte um Zustimmung. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Mag. Mag. Julia Malle.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert:
Wir kommen nun zur Abstimmung über die Postnummer 31, die getrennt durchgeführt wird. Als Erstes bringe ich die Punkte 1 bis 3 zur Abstimmung. Wer diesen drei Anträgen zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich kann die Einstimmigkeit feststellen.
Nun bringe ich die Punkte 4 und 5, also die Förderung der Vereine unter den Punkten 4 und 5, zur Abstimmung. Wer da zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der ÖVP, der NEOS, der SPÖ und der GRÜNEN. Das ist mehrstimmig gegen die Stimmen der FPÖ angenommen.
Als Letztes kommt Punkt 6: Förderung für den Verein Queerfeministische Perspektiven. Wer da zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der NEOS, der Sozialdemokratie und der GRÜNEN, womit auch diese Förderung gegen die Stimmen der ÖVP und der FPÖ mehrstimmig angenommen wurde.
Es liegen zwei Beschlussanträge zur sofortigen Abstimmung vor. Der erste von den GRÜNEN betrifft die Errichtung einer Gedenktafel für GastarbeiterInnen. Wer
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