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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 64 von 105

 

Warum ist das wichtig? - Nicht nur im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes, sondern auch im Sinne der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Wenn man nämlich im Laufe des Projektes sehr spät draufkommt, dass man irgendetwas adaptieren muss und so weiter, dann wird es teuer, oder man sagt hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes: Na ja, jetzt kann man nichts mehr ändern. Es werden irgendwelche Dinge vielleicht unter den Teppich gekehrt, und man schaut nicht so genau hin. Wir wollen aber, dass man dort sehr genau hinschaut und den Natur- und Umweltschutz ernst nimmt.

 

Das sagen nicht nur wir. Nicht nur wir kritisieren das, sondern auch die Wiener Umweltanwaltschaft kritisiert das sehr klar. Es gibt Hinweise auf massive Baumfällungen. Es wird auf mögliche Verletzungen des Wiener Naturschutzgesetzes hingewiesen, und es wird auf schützenswerte Fledermausarten und baumbrütende Vogelarten hingewiesen.

 

Dann gibt es das Gutachten des Öko-Teams. Das sagt zwar, dass diese Dinge grundsätzlich lösbar sind, man muss es aber eben auch rechtzeitig machen. Deshalb ist unser Appell: Schauen wir uns das jetzt an! Schauen wir uns die umwelt- und naturschutzrechtlichen Fragestellungen jetzt an!

 

Auch die Bezirksvertretung im 16. Bezirk hat hier eine - ich muss sagen - zwar zustimmende, aber tatsächlich ungewöhnlich kritische Stellungnahme abgegeben. Auch sie schließt sich der Kritik und den Mahnungen der Wiener Umweltanwaltschaft an.

 

Dieses Projekt soll ja nicht nur im Inneren etwas ändern, sondern es soll ja genau diese Healing-Architektur ernst nehmen, also die Gesundheit mit dem Umfeld in Einklang bringen. Das heißt, aus unserer Sicht endet die Gesundheit nicht an der Tür zum Operationssaal, sondern es sollen halt auch die Natur und die Umwelt ernst genommen werden. Ein Krankenhaus der Zukunft braucht nicht nur moderne Gebäude, sondern auch das Umfeld soll gesund sein.

 

Deshalb sollte man jetzt kartieren, jetzt die schützenswerten Arten genau aufzeichnen und schon jetzt eine ökologische Baubegleitung sichern und schauen, wo man das Projekt anpassen muss, damit diese Konflikte frühzeitig gelöst werden und nicht später teuer bezahlt werden müssen.

 

Deshalb auch mein Appell: Stimmen Sie unserem Antrag auf frühzeitigen Natur- und Umweltschutz bei der Modernisierung der Klinik Ottakring zu! (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GR Worotynski. Ich erteile es ihm. - Bitte.

 

15.35.27

GR Filip Worotynski, MA (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Berichterstatter, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich möchte zur Geschichte der Klinik Ottakring ganz kurz vorweg einmal etwas erklären.

 

Der erste Pavillon wurde 1890 gebaut. Daher sprechen wir von einem Gebäude, das über 130 Jahre alt ist. Wir sprechen auch von einer Pavillonstruktur aus dem 19. Jahrhundert, die schon erwähnt worden ist. Die kann den heutigen medizinischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr optimal gerecht werden.

 

Wie schaut die Zukunft konkret aus? - Es entstehen drei große Baukörper, nämlich die neue Zentralklinik, das Eltern-Kind-Zentrum und die psychiatrische Abteilung, die sich rund um eine grüne Mitte gruppieren. Ergänzt wird das Ganze durch das neue Verwaltungsgebäude als ersten Baustein, der bereits umgesetzt worden ist. Die Inbetriebnahme ist wichtig, damit der neue Standort der Klinik dort gebaut werden kann, wo jetzt das aktuelle Verwaltungsgebäude steht oder gestanden ist.

 

In Zukunft werden die Klinik Hietzing und die Klinik Ottakring gemeinsam die Gesundheitsversorgung für ganz Wien-West übernehmen. Diese Versorgung muss für alle Menschen zugänglich sein, ganz unabhängig vom Einkommen. Das ist der Kern unserer sozialdemokratischen Gesundheitspolitik.

 

Momentan haben wir dort über 50 Pavillons vor Ort, die durch viele kleine Grünflächen fragmentiert und von vielen Wegen und Parkplätzen zerschnitten sind. Was entsteht dort in Zukunft? - Eine große, schöne und zentrale Parklandschaft, die auch einen Nutzen für den Bezirk haben wird. Es wurde angesprochen: Das wird auch eine grüne Lunge sein, also ein Park, der die Gesundheit rund um die Klinik Ottakring fördern soll. Es wird nämlich ein echter, schöner und gesundheitsfördernder Park für alle.

 

Bezüglich Klimaschutz wurde auch schon kurz erwähnt: Die Stadt Wien bemüht sich, bis 2040 klimaneutral zu werden. Das haben wir uns als Ziel gesteckt. Durch intensive Dachbegrünung leistet auch dieses Projekt dazu einen wesentlichen Beitrag. 20 Prozent der Fassaden bis 26 Meter Höhe müssen begrünt werden. Die unterirdischen Bauteile brauchen mindestens eineinhalb Meter durchwurzelbares Substrat darüber, damit auch Bäume und Sträucher wachsen können. Auf Flächen mit Altbaumbestand sind unterirdische Bauten grundsätzlich untersagt.

 

Die öffentliche Durchwegung von Nord nach Süd sowie von Ost nach West - sie wurde schon erwähnt - ist vorgeschrieben und wird mit mindestens vier Metern Breite umgesetzt. Was auch wichtig ist: An den Hauptzugängen an der Montleartstraße und am Flötzersteig sind Gehsteige mit mindestens drei Metern Breite geplant, weil dort natürlich mehr Frequenz erwartet wird.

 

Die Klinik ist auch bestens an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Die U-Bahn-Station Ottakring mit der U3 und mit der S45 ist knappe 500 Meter entfernt. Die Straßenbahnen 10 und 46 verkehren in der Maroltingergasse und die Linie 44 in der Ottakringer Straße. Künftig wird es ja auch eine Haltestelle der Buslinie 48A direkt vor der Kliniktür geben.

 

Die denkmalgeschützten Pavillons 47 und 64 bleiben genauso erhalten wie die Bestandspavillons 53 und 63, die auch als städtebauliches Merkzeichen definiert wurden. Bei dem Projekt wird auch Rücksicht auf die Geschichte dieser Klinik genommen. Damit zeigt sich auch die Zukunftsfähigkeit dieses Projektes.

 

Im öffentlichen Auflageverfahren sind zwölf Stellungnahmen eingereicht worden. Deren Inhalte wurden ana

 

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