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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 62 von 105

 

und danach wieder darüber asphaltiert, entspricht einfach nicht den Herausforderungen der Stadt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Damit möchte ich zur Alserbachstraße kommen. Die Alserbachstraße ist auch schon öfters diskutiert worden. Sie ist in den letzten Wochen auch relativ intensiv in den Medien diskutiert worden. Worum geht es da? - Wir haben dort einen neuen Radweg, den wir schon seit Jahren fordern. Das ist grundsätzlich super. Die Alserbachstraße ist aber auch heute schon eine der Straßen, die besonders häufig aufgerissen und wieder zuasphaltiert werden.

 

Vielleicht eine kleine Erinnerung: Seit über 25 Jahren steht die Alserbachstraße im Hauptradwegenetz drinnen. Das ist ein strategisches Papier, in dem steht, wo einmal Radwege hinkommen sollen. Dann hat sich die Bezirksvorstehung vor ein paar Jahren gedacht: Na, wir könnten dort doch Bäume hinpflanzen. Das finden wir gut. Bäume sind immer gut. Die Frage ist, wo man sie hinpflanzt.

 

Wo hat sich die Bezirksvorstehung entschlossen, die Bäume hinzupflanzen? - Ausgerechnet dort, wo - ich erinnere - seit über 25 Jahren ein Radweg geplant war. Was hat man jetzt machen müssen? - Man hat den Radweg gebaut. Man hat all die Bäume, die wenige Jahre zuvor gepflanzt wurden, wieder ausgerissen. Teilweise hat man versucht, sie irgendwo wiederzuverwenden, aber das ist einfach eine furchtbare Steuergeldverschwendung, sehr geehrte Damen und Herren. Wir müssen wirklich dafür sorgen, dass das aufhört. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Ich möchte ein Bespiel nennen. Ich war vor zwei, drei Jahren in der Stadt Gent. Die haben dort einen Masterplan, wie ihre Innenstadt ausschauen soll. Wir sind dort über eine Straße gefahren. Das ist eine Fahrradstraße, schaut aber aus wie eine ganz normale Straße. Dann habe ich die Leute dort gefragt: Ihr habt doch schon 2017 die Innenstadt verkehrsberuhigt. Warum schaut das dann nicht schon so schön umgestaltet aus? - Da haben sie gesagt: Na ja, sie haben ganz wenig Geld. Sie müssen sparen - wie wir. Was aber machen sie dort? - Sie haben einen Masterplan. Sie wissen: Dort kommt eine Fahrradstraße hin. Wenn diese Straße saniert wird, dann nehmen sie ihre strategische Planung aus der Schublade und sagen: Hier kommt eine Fahrradstraße hin. Dann wird das gemacht - anders, als wir das in Wien machen, wo die Bezirksvorstehung einfach hergehen und Bäume dorthin pflanzen kann, wo ein Radweg hinkommt, oder jetzt Millionen asphaltiert und betoniert werden, während diese Stadt eigentlich beschlossen hat, dass Verbesserungen notwendig sind.

 

Wir brauchen diese Verbesserungen allerdings nicht nur in der gebauten Infrastruktur, sondern es ist auch ganz wichtig, dass wir neue Prioritäten in der Zeitaufteilung setzen. Wovon spreche ich? - Von Ampelschaltungen.

 

Noch einmal: In der Alserbachstraße ist ein nigelnagelneuer Radweg, sozusagen das Beste, was die Stadt momentan gerade an Radwegplanungen macht. Das schaut auch ganz gut aus und fährt sich sehr angenehm. Was allerdings weniger positiv ist, ist, dass dort der Radverkehr auf Grund der Ampelschaltungen massiv ausgebremst wird.

 

Der "Kurier" hat das aufgedeckt. Da sind zwei Redakteure mit dem Rad gefahren, einer auf der Fahrbahn, einer auf dem Radweg. Jener auf dem Radweg hat doppelt so lang gebraucht wie jener, der auf der Fahrbahn gefahren ist, also wie im Autoverkehr. Daran sieht man einfach, wie die Prioritäten in der Stadt sind: grüne Welle für den Autoverkehr, rote Welle für den Radverkehr.

 

Wenn wir den Radverkehr in der Stadt fördern wollen, dann ist Sicherheit das oberste Prinzip. Das ist dort abgehakt, okay. Stufe eins ist erledigt. Die zweite Stufe ist aber, dass man mit dem Rad auch flott durch die Stadt kommt. Wir sind dort bei einer Geschwindigkeit, die ich gehen kann. Wenn ich schnell gehe, kann ich dort so schnell gehen, wie man dort mit dem Rad unterwegs ist. So legen wir keine größeren Distanzen mit dem Rad zurück. Ich fahre jeden Tag elf Kilometer in die Stadt und zurück. Da kann ich nicht 6 km/h fahren.

 

Wir müssen den Radverkehr beschleunigen. Wir brauchen diese Beschleunigung auch bei den Ampeln. Ich habe von der Stadt gehört, dass das irgendwie passieren soll. Wir haben diese Diskussion jetzt schon seit eineinhalb Monaten.

 

Wir fordern, dass das nicht nur dort passiert, sondern dass man sich generell die Hauptradwege ansieht. Fangen wir einmal bei den Autobahnen des Radverkehrs an! Schauen wir, dass der Radverkehr dort auch dementsprechend häufiger und länger Grün erhält, sodass wir die Prioritäten weg vom Autoverkehr und hin zu einer klimafreundlichen Mobilität bringen. Denn wir haben ja jetzt gesehen: Der Autoverkehr nimmt zu. Wir brauchen aber mehr aktive Mobilität und weniger Autoverkehr.

 

Setzen Sie das also auch bei den Ampeln um und unterstützen Sie unseren Antrag für attraktive Ampelschaltungen in ganz Wien und als Erstes in der Alserbachstraße! - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi. - Bitte schön.

 

15.23.52

GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi (SPÖ)|: Herr Vorsitzender! Wir diskutieren die zwei Postnummern 16 und 17. Darin geht es um die Durchführung einer Verbesserung des Vergabeverfahrens für den Straßenbau. Da geht es um Baustellen, die auf Grund von Fernwärmeverlegungen oder anderen Sachen errichtet werden.

 

Ich habe Kollegen Stark jetzt wirklich sehr lang zugehört. Es gibt bei vielen Dingen manchmal halt auch einfach das Problem der Machbarkeit. Wer die Maxingstraße kennt: Da gibt der Querschnitt das nicht her. (Zwischenruf von GR Wolfgang Irschik.) - Wie soll man das deiner Meinung nach lösen? (GR Kilian Stark: … wie es jetzt ist!) - Keine Ahnung.

 

Genauso bei der Wienzeile: Da schwenkt der Radweg schon auf die Schönbrunner Straße und kommt dann bei den Kometgründen wieder zurück. Da haben wir das vor Jahren gemacht, wahnsinnig viele Parkplätze dafür weggenommen und einen sehr attraktiven Radweg erstellt. Ich kann diese Kritik jetzt also wirklich nicht ganz nachvollziehen.

 

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