Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 59 von 105
gen, aber danke für die parteiübergreifende Zusammenarbeit, um das jetzt so zu sagen -, und ich wiederhole es noch einmal, weil es vielleicht nicht alle gehört haben: Das Kernstück ist das Drei-V-Prinzip: Vermeiden, Verlagern und Verbessern. Also nicht zwingende Verkehrswege sollen natürlich vermieden werden - eh klar -, verbleibende Wege sollen auf nachhaltige Transportmittel verlagert werden, und alle Transportwege sollen im Sinne einer umweltfreundlichen Logistik verbessert werden. Da waren, wie gesagt, die Stadt Wien, die Wirtschaftskammer, aber auch die Wiener Stadtwerke stark in der Umsetzung eingebunden. Diese haben sich besonders eingebracht mit Unternehmen wie der Wien Energie und der WienIT, die dazu auch ganz, ganz konkrete Services im Bereich Digitalisierung liefert. Erstmalig soll innerhalb der Stadt Wien auch eine Koordinationsstelle etabliert werden, die eben eng mit den Wiener Stadtwerken zusammenarbeitet und kooperiert. Ziel ist es, wie gesagt, erstmalig alle diese Maßnahmen im Wirtschaftsverkehr abgestimmt umzusetzen.
Wichtig vielleicht auch noch: die letzte Meile, weil das eine langjährige Forderung auch der GRÜNEN ist und auch der grünen Wirtschaft war. Für die letzte Meile will die Stadt Wien natürlich zum Beispiel den Einsatz von E-Lastenrädern fördern oder vergleichbare Fahrzeugkonzepte sollen möglichst gefördert werden.
Wichtig vielleicht auch für den Paketversand: Da unterstützt die Stadt Wien die Wiener Stadtwerke, die jetzt ein sehr dichtes Netz von betreiberunabhängigen Paketboxen ausbauen. Die sollen natürlich öffentlich zugänglich und - no na - rund um die Uhr nutzbar sein. Auf jeden Fall soll angestrebt werden, dass die Paketboxen im sogenannten Hausschlapfenradius erreichbar sind. Früher hat das übrigens Morgenmantelradius geheißen. Da ich beides nicht habe, muss ich mir für mich noch etwas einfallen lassen, aber Sie wissen, was ich meine: in unmittelbarer Nähe.
In Zusammenarbeit mit lokalen Wirtschaftstreibenden sollen auch emissionsfreie Zonen, also Zero-Emission-Zones, geprüft werden. Für Gebiete mit besonderen logistischen Herausforderungen sollen räumlich abgegrenzte Konzepte in enger Abstimmung mit den jeweiligen Bezirken erarbeitet werden. Da wird es Leuchtturmprojekte geben.
Ein Leuchtturmprojekt in den nächsten Jahren ist zum Beispiel ein Begleitlogistikkonzept für die Innere Stadt. Für die Umstellung des Fuhrparkes im Logistikverkehr auf alternative und natürlich emissionsfreie Antriebe wird es für die Spediteure einen zusätzlichen Ausbau von Ladeinfrastruktur geben. Der ist natürlich sehr, sehr notwendig und muss daher rasch vorangetrieben werden.
Darüber hinaus sollen die ausgewiesenen Ladezonen auch effizienter genutzt werden, zum Beispiel über digitale Apps oder durch bessere Möglichkeiten zur Routenplanung für die Dienstleister. Das damit verbundene Verkehrsaufkommen soll natürlich auch reduziert werden. Ziel ist es natürlich auch, dass Falschparker vermieden werden. Ihr kennt alle diese 3,5-Tonner in zweiter Reihe sowie auf Rad- und Gehwegen. Wichtig ist zudem, dass Ladezonen in Zukunft multifunktional gestaltet werden, sodass sie künftig auch für Anrainer und Anrainerinnen nutzbar gemacht werden.
Lassen Sie mich zusammenfassend sagen: Es ist eine wirklich gute Sache, um die uns viele andere Großstädte beneiden, die das eben noch nicht haben. Daher stimmen wir natürlich zu.
Ich wollte jetzt Schluss machen, möchte aber eigentlich noch einen Satz wagen. Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Ich möchte es ohne Polemik, aber mit Verwunderung sagen. Lassen Sie mich es vielleicht so erklären: Ich habe 2020 eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe namens Klima in der Wirtschaftskammer leiten dürfen. Alle Fraktionen waren miteingebunden. Das Ziel war, dass Klimaschutz eben als wirtschaftliche Chance gesehen wird. Das Ziel war natürlich auch, dass wir die Wiener Wirtschaft bei der notwendigen Transformation in eine klimafitte Wirtschaft unterstützen.
Wie sind wir das angegangen? - Es war wirklich ein sehr langer Prozess über mehrere Jahre. Eigentlich waren es hunderte Menschen, die da mitgearbeitet haben. In vier ganz großen Bereichen wurde da gearbeitet. Einerseits war das die Kreislaufwirtschaft - eh klar. Wie managen wir zum Beispiel zukünftige Baustellen hinsichtlich Bauschutt? Dann war Energie ein Riesenthema. Ein drittes Thema war die Bautätigkeit. Wie dämmen wir Immobilien? Das betraf zum Beispiel den Austausch von Gasthermen zu Gunsten von Wärmepumpen. Der vierte große Bereich war natürlich die Mobilität. Schwerpunkte waren dort die Elektromobilität und natürlich auch die urbane Logistik, die wir jetzt in einem großartigen Output sehen.
Ich wiederhole noch einmal: Es war eine Zusammenarbeit aller Fraktionen und - weil es die Wirtschaftskammer war - mehrheitlich natürlich von Wirtschaftsbündlern. Fast alle davon waren auch ÖVP-Mitglieder.
Deswegen möchte ich mich bei diesen ÖVP-Mitgliedern besonders bedanken, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, sodass es zu so einem großartigen Ergebnis gekommen ist. Fraktionsführerin war übrigens die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Kriz-Zwittkovits, die voriges Jahr noch hier gesessen ist. Auch bei ihr möchte ich mich besonders bedanken.
Umso mehr verwundert mich jetzt die Ablehnung. Ich schaue da in eure (in Richtung ÖVP) Richtung. Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Ich habe nachgedacht, was der Hintergrund sein könnte. (GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Hast du ein Gespräch gesucht?) Ich muss aber sagen, ich bin kein Psychologe. Denn wäre ich ein Psychologe, würde ich sagen, es ist vielleicht eine politische Schizophrenie. Anders kann ich mir das nicht erklären. (GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Hat jemand das Gespräch gesucht?) Ich bin aber kein Psychologe, und um mir einen Ordnungsruf zu ersparen, sage ich das natürlich nicht. Es wird aber schon einen Grund geben. Vielleicht können wir das im persönlichen Gespräch noch aufklären. (GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Ja, jetzt sagst du das!)
Noch einmal: Der Wirtschaftsbund hat das beschlossen. Lustigerweise war auch der Grund für die Ver
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