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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 58 von 105

 

steht in Zusammenhang mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und manche der gefundenen Stoffe sind auch krebserregend.

 

Wir sprechen hier also über ein sehr großes Gesundheitsproblem. Wir sprechen aber auch über eine soziale Problematik, denn besonders betroffen sind Orte an stark befahrenen Straßen und dementsprechend die Menschen, die dort wohnen, also oft genau jene Menschen, die ohnehin schon weniger Zugang zu Grünräumen und zu Erholung haben.

 

Wir reden aber nicht nur über ein gesundheitliches und über ein soziales Problem, wir reden natürlich auch über ein Umweltproblem, denn die Schadstoffe gelangen in Böden, sie gelangen in die Gewässer und sie verbreiten sich atmosphärisch über die Stadt hinaus. Und während Luftschadstoffe in Wien schon systematisch mehr oder weniger gut - wir haben da auch einige Kritikpunkte an dieser Systematik - durch ein Monitoring erfasst und dokumentiert werden und man dementsprechend dann auch Schritte setzen kann, fehlt ein vergleichbares Monitoring für diesen Straßenstaub. Wir wissen also noch viel zu wenig darüber, wo die Hotspots der Belastung sind, welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind und wie sich diese Situation durch die Klimakrise auch weiter verschärfen wird.

 

Was ich wirklich, muss ich sagen, sogar beschämend finde, ist, dass es für diese alarmierenden Erkenntnisse erst eine polnische Forscherin braucht und dass die Stadt nicht schon längst selbst auf die Idee gekommen ist, derlei Untersuchungen über die Verunreinigungen im Straßenstaub selbst anzustellen. Ich finde, das ist - so wie die Abwesenheit vieler Kolleginnen und Kollegen, wenn wir über das Thema Verkehr sprechen, hier im Raum - wirklich bezeichnend für die Ignoranz der zuständigen Regierungsparteien gegenüber diesen massiven Gesundheitsproblemen, die der Autoverkehr für die Wiener und Wienerinnen mit sich bringt, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Eines ist klar: Mit zunehmender Hitze und längeren Trockenperioden wird auch diese Belastung durch den aufgewirbelten Staub auf den Straßen steigen, und es reicht nicht, das Problem nur zur Kenntnis zu nehmen und zu erklären - so wie dann auf die Berichterstattung über diese Erkenntnisse geantwortet wurde -, dass es halt schwierig ist, dort zu kehren, wo die Autos parken - also quasi Antworten zu liefern, aber keine Lösungen zu bieten -, sondern Wien muss handeln.

 

Deswegen bringen wir entsprechende Anträge ein. Wien muss nämlich auf mehreren Ebenen handeln. Es braucht jetzt auf der Stelle Sofortmaßnahmen. Dazu gehört eine gezielte, häufigere Reinigung in den Straßen, besonders in den belasteten Straßenabschnitten, gerade in dicht verbauten Bezirken mit hohem Verkehrsaufkommen. Da braucht es einfach umgehend eine rasche Entlastung für die Bevölkerung. Das entspricht übrigens auch den Empfehlungen jener polnischen Wissenschaftlerin, die auf dieses Problem dankenswerterweise die Aufmerksamkeit gelenkt hat.

 

Wir brauchen zweitens, wie schon angesprochen, ein umfassendes Monitoring, denn was wir nicht messen, können wir auch nicht wirksam bekämpfen, und die Bevölkerung hat außerdem, so finden wir, ein Recht darauf, zu wissen, welchen Belastungen sie ausgesetzt ist. Deswegen wollen wir, dass analog zu den Dashboards zur Luftqualität, die es ja schon gibt, die Daten aus diesem Monitoring auch regelmäßig veröffentlicht werden, sodass man sehen kann, wie es vor der eigenen Haustüre um die Gesundheitssituation gerade bestellt ist.

 

Vor allem aber, und auch das hat meine Kollegin Heidi Sequenz schon gesagt, müssen wir die Ursachen angehen. Und diese Ursachen liegen nun einmal, das lässt sich nicht von der Hand weisen, beim Autoverkehr. Der Straßenstaub ist eine direkte Folge des Verkehrssystems, das im Moment in Wien vorherrscht. Noch einmal: Reifenabrieb, Bremsstaub, Partikel aus Ablagerungen von Verbrennung und Treibstoffen. Das sind, zusammengefasst und verkürzt, die Stoffe, die in diesem Straßenstaub gefunden wurden.

 

Und diese hohe Verkehrsbelastung ist menschengemacht, und das bedeutet, sie ist politisch veränderbar, wenn man nur will. Ich hoffe wirklich, dass Sie das auch wollen. Ich hoffe wirklich, dass Sie wollen, dass die Menschen in Wien gesunde Luft atmen können und nicht länger krebserregenden und gefährlichen Stoffen ausgesetzt sind. Es zeigt sich einmal mehr, wie dringend notwendig die Verkehrswende in Wien ist. Gesundheitsschutz bedeutet in diesem Sinne Umweltschutz und auch soziale Gerechtigkeit, denn solche Umweltbelastungen treffen nie alle gleich, sondern sie treffen insbesondere Menschen, die sich das Wohnen nur dort leisten können, wo hohes Verkehrsaufkommen ist und wo man besonders stark belastet ist.

 

Für diese Menschen fordern wir Sie, fordere ich Sie heute auf: Nehmen Sie Ihre Verantwortung gegenüber den Wienern und Wienerinnen ernst, unterstützen Sie unseren Antrag, und setzen Sie unverzüglich die notwendigen Schritte, um diese Belastung zu reduzieren. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Arsenovic. - Bitte, Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort.

 

14.57.15

GR Johann Arsenovic (GRÜNE)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Kolleginnen und Kollegen!

 

Wir beschließen heute eine gemeinsame Strategie zur umweltfreundlichen Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs. Es geht also darum: Wie kommen Güter in die Stadt, wo sind die Umladeplätze, und - auch ganz wichtig - wie liefern wir die letzte Meile? Mit dieser Strategie verbessern die Stadt Wien, die Wirtschaftskammer Wien und die Wiener Stadtwerke gemeinsam die Abläufe im Warentransport, und, was wichtig ist, der Warentransport wird natürlich dadurch auch viel nachhaltiger gestaltet.

 

Wir haben es heute schon mehrmals gehört, der gesamte Wirtschaftsverkehr in Wien macht zirka 20 Prozent des gesamten städtischen Verkehrs aus. Von daher ist es natürlich extrem positiv, dass wir mit diesem neuen Masterplan Urbane Logistik nun erstmalig eine Gesamtstrategie für diesen gesamten Bereich vorliegen haben. Omar hat es schon gesagt - übrigens, Omar, danke noch einmal, es ist sich eh alles super ausgegan

 

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