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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 41 von 105

 

MA 11, steht seit Jahren unter enormem Druck, ich habe das hier auch schon mehrmals erzählt, viele andere Kolleginnen und Kollegen auch. Und der aktuelle Stadtrechnungshofbericht belegt leider erneut, dass in den vergangenen Jahren kaum Verbesserungen eingetreten sind. Der Stadtrechnungshofbericht führt mit aller Deutlichkeit vor Augen, dass die Zustände unter der zuständigen StRin Emmerling - die leider nicht da ist - seit Jahren einfach dramatisch bleiben. Betroffene Kinder und Jugendliche ebenso wie engagierte MitarbeiterInnen werden konsequent im Stich gelassen. Der Stadtrechnungshofbericht bestätigt einmal mehr, was seit langem sichtbar ist, nämlich, dass die vorgeschlagenen Verbesserungen kaum umgesetzt sind. Von 31 Empfehlungen sind 18 noch immer nicht umgesetzt. Statt konkreter Verbesserungen verweist die MA 11 immer wieder darauf, dass die Umsetzung im Rahmen der neuen Digitalisierungsstrategie erfolgt und diese dann die Probleme lösen wird. Ich fürchte, das alleine wird zu wenig sein, um diese strukturellen Missstände aufzulösen.

 

Hier geht es um Kinder in der Krise, um Kinder, die Schutz brauchen, um Kinder, die nicht mehr auf eine Couch, nicht in überfüllte Räumen und nicht in ein System gehören, das seit Jahren Verbesserung und Schutz verspricht. Der aktuelle Prüfungsbericht zeigt das, was wir schon bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft gehört haben, das, was wir von der Volksanwaltschaft gehört haben, was regelmäßig festgestellt wird. Das System steht massiv unter Druck und die zentralen Probleme bestehen fort. Es gibt zu wenig adäquate Betreuungsplätze, zu wenig qualifiziertes Personal, zu wenig passende Angebote, nicht genug Konsequenzen bei der Umsetzung, wie es dringend notwendig wäre. Besonders erschütternd ist, dass Wien seit Jahren von denselben Engpässen geprägt ist und dass die politischen Verantwortungsträgerinnen so tun, als wäre das ein vereinzelter Ausreißer.

 

Schon im Herbst 2025 - Sie erinnern sich sicher - war bekannt, dass die Krisenzentren so begrenzt waren, dass Kinder bei MitarbeiterInnen privat untergebracht werden mussten. Es wurden zwar Kleinkinder-WGs eröffnet, aber zu Weihnachten war die Kapazitätsgrenze schon wieder erreicht, und die Krisenzentren mussten schließen. Das heißt, es gab zu Weihnachten einen Aufnahmestopp für Kinder und Jugendliche in Not, weil einfach kein Personal für die Betreuung da war. Das ist wirklich eine Katastrophe. Das muss die Stadt doch endlich aufrütteln.

 

Laut dem Stadtrechnungshof - wir haben diese Zahl hier schon öfter gehört, ich sage es Ihnen trotzdem noch einmal - gab es schon 2023 eine Überbelastung, eine Durchschnittsauslastung der Krisenzentren von 112 Prozent. Im Jahr 2024 stieg sie sogar auf durchschnittlich 120 Prozent. Das heißt, statt der vorgesehenen acht Kinder waren 13, bis zu 15 Kinder in einem Krisenzentrum vor Ort.

 

Dazu kommt ein dauerhafter Personalnotstand in der MA 11, die kaum eine vertiefende Betreuung dieser Schutzbedürftigen, dieser traumatisierten Kinder, die gerade ins Krisenzentrum gekommen sind, zulässt. Es kann höchstens die Feuerwehr gespielt werden. Wir wissen das aus Berichten und Interviews mit MitarbeiterInnen, von denen Sie alle hier leider auch schon gehört haben. Es ist aber offensichtlicher wichtig, das sehr oft zu wiederholen.

 

Die MA 11, die eigentlich eine Schutzinsel, einen Anker für Kinder in Not, darstellen soll, schafft das zum Großteil leider nicht. Es ist eine große Mangelverwaltung zu Ungunsten der Kinder und Jugendlichen. Auf diese Überlastung muss man mit strukturellen Lösungen reagieren. Da reicht es nicht, hier und da ein Pflaster aufzupicken. Mit seinem Bericht hält uns der Stadtrechnungshof hier einen Spiegel vor und zeigt, wo wir genau hinschauen sollten. Es braucht Konsequenzen.

 

Der Bericht macht auch deutlich, was es braucht, um ein sicherer Ort für die Kinder zu werden. Das heißt, wir brauchen Schutzkonzepte, die im Moment immer noch fehlen beziehungsweise nicht bekannt sind. Das heißt, die Kinder wissen gar nicht, wo sie sich hinwenden sollen, wenn sie etwas Schwieriges erleben. Die Schutzkonzepte werden auch nicht an die reale Situation angepasst. Es gibt keine ausreichende Reaktion auf Grenzverletzungen von Kindern. Beschwerden, die kommen, werden nicht ausreichend angenommen. Die Kinder werden auch nicht in dem Ausmaß beteiligt, wie es der Kinderschutz verlangen würde.

 

Besonders alarmierend - ich bin schon darauf eingegangen - ist die Überbelegung der Krisenzentren. Ich möchte noch einmal das Bild vor Augen führen: Es geht darum, dass Kinder kein Bett bekommen, sondern im schlimmsten Fall auf Matratzen am Boden, in Klappbetten oder sogar auf einer Couch im Gemeinschaftsraum schlafen müssen. Das kann nicht die Grundlage der Krisenbewältigung der Stadt Wien sein. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Wenn SozialarbeiterInnen Babys zu Hause betreuen müssen, wie das im Herbst 2025 stattgefunden hat und medial berichtet worden ist, weil es zu wenige Krisenpflegeeltern und zu wenig adäquate Plätze gibt, dann ist das von den MitarbeiterInnen zwar sehr engagiert - herzlichen Dank, dass Sie das machen -, aber das kann keine langfristige Lösung sein. Eigentlich zeigt es nur, welche Überforderungen im System sind. Diese MitarbeiterInnen fehlen dann mehrere Wochen. Das heißt, die anderen MitarbeiterInnen, die eh schon überfordert sind, müssen deren Aufgabe mitübernehmen. Die eh schon bestehenden Personalengpässe werden noch stärker.

 

Die MitarbeiterInnen arbeiten am Limit. Das wissen wir. Wir haben steigende Fallzahlen. Leider steigt der Personalstand nicht mit. Auch die Vorschläge jetzt, noch mehr Menschen in Ausbildung anzustellen, werden das Problem nicht lösen, weil diese Menschen in schwierigen Situationen tatsächlich auch leicht an die Überforderungsgrenze kommen. Es hat schon einen Sinn, warum man eine Ausbildung braucht, bevor man in einen Beruf einsteigt. Es ist wichtig, die Leute nicht zu verbrennen, bevor sie überhaupt so weit sind, in den Beruf einzusteigen.

 

Das heißt, wir fordern eine echte Personaloffensive mit besseren Arbeitsbedingungen und eine deutliche

 

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