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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 26 von 105

 

haben Sie zur Frauenpower im Wiener Sport beigetragen? - Nichts! Im Breitensport außerhalb von Vereinsstrukturen sind Laufen, Wandern, Radfahren und Schwimmen die beliebtesten Sportarten. Die letzte große Laufveranstaltung in Wien war vor einer Woche der Wings for Life World Run, eine großartige Veranstaltung, die aufzeigt, wie man Breitensport und Inklusion perfekt vereinen kann. Bei dieser Veranstaltung hatten Sie nur eine einzige Aufgabe, nämlich die Verkehrsplanung zu übernehmen. Was war das Ergebnis? - Verkehrsstillstand und Chaos in ganz Wien. Es gab eine Umleitungsplanung im Süden parallel zum Hietzinger Kai, Richtung Westausfahrt, womit der komplette Verkehr in die Absperrung für den Fanmarsch der Wiener Austria geleitet wurde. Sie haben es mit Ihrer Verkehrspolitik geschafft, der weltweit wichtigsten inklusiven Breitensportveranstaltung einen negativen Touch zu verleihen. Und dafür sollten Sie sich schämen! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wir haben in Wien wunderschöne Stadtwanderwege, wenn man diese aber attraktivieren möchte, zum Beispiel mit beschilderten Stationen, die einfache Balance-, Dehn- oder Fitnessübungen zeigen, dann stimmen Sie in den Bezirksvertretungen dagegen. Im Zusammenhang mit Radfahren muss man die Mountainbike-Trails lobend erwähnen: Sie sind gepflegt, vielfältig und durchaus anspruchsvoll. Hingegen sucht man Plätze, wo Eltern ihren Kindern Fahrrad fahren beibringen können, wo Abbiegezeichen stehen oder andere Sicherheitsübungen durchgeführt werden können, vergebens. (Dr. Claudia Laschan: Das stimmt ja gar nicht!) Und auf dem ungenutzten Radweg in der Krottenbachstraße möchte ich zeitbedingt nicht näher eingehen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vor fast genau einem Jahr hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit eine Studie veröffentlicht, in der festgestellt wurde, dass 137 000 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 19 Jahren nicht schwimmen können und sich die Zahl der Nichtschwimmer bei den Zehn- bis Elfjährigen auf Grund der Corona-Pandemie sogar verdoppelt hat. Eine Schwimmoffensive, verstärkte Förderung von Schwimmkursen, Ausbau des Schulschwimmens - nichts davon hat stattgefunden! Dabei ist gerade Bewegung im Wasser etwas, wobei sich alle Menschen, ob jung, ob alt, ob dick, ob dünn wohl fühlen, und dabei wird der ganze Körper trainiert. Außerdem spielt auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle, denn der Tod im Wasser ist leider ein leiser, aber diesen könnte man mit einer vernünftigen Politik verhindern. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Seit meiner Angelobung im Juni des vergangenen Jahres wurden im Bereich des Behindertensports Förderungen in Höhe von lediglich 44 000 EUR genehmigt. Und Sie sprechen ernsthaft von der Sportstadt Wien im Bereich der Inklusion. Das ist absurd, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Ackerl. - Bitte.

 

11.20.43

GR Mag. Alexander Ackerl (SPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr Stadtrat, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

 

Wien ist eine moderne Großstadt, und gerade in einer modernen Großstadt geht viel bequem vor sich: Wir fahren mit der U-Bahn, der Bim oder dem Bus in die Arbeit oder in die Schule. Wir sitzen im Büro. Wir sitzen zu Hause. Wir bestellen per App und bewegen uns oft weniger, als eigentlich gut für uns wäre. Das ist die Realität. Das sind sozusagen Fluch und Segen einer funktionierenden Millionenstadt, wie Wien es ist.

 

Genau darum braucht es eine aktive Sportpolitik: Öffentliche Angebote, gute Infrastruktur und leistbare Möglichkeiten, damit Bewegung im Alltag für alle möglich bleibt. Gesundheit und Sport dürfen keine Frage des Geldbörsels sein. Das ist Wiener Sportpolitik. Deshalb investieren wir als Stadt Wien seit Jahren konsequent in den Sport - vom Spitzensport bis zum kostenlosen Bewegungsangebot im Park. Dazu gehören zum Beispiel auch die Trainingsgeräte im öffentlichen Raum, die wir in vielen Bezirken geschaffen haben und die sich enormer Beliebtheit erfreuen. Sie zeigen sehr gut, worum es uns geht: Die Ausübung von Sport soll nicht an Eintrittspreisen, an Fitnessstudio-Abos oder dem Wohnort scheitern. Sport muss einfach zugänglich sein, ganz egal, wo du wohnst oder wieviel du verdienst. Ein moderner Sozialstaat beschränkt sich eben nicht nur auf das Gesundheitssystem und nicht nur auf Sozialleistungen, sondern ein moderner Sozialstaat setzt auch darauf, dass Menschen von Beginn an gesund leben und gesund bleiben können, und dazu gehört eben auch Sport. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Wer in einer Stadt lebt, in der es sichere Sportflächen, funktionierende Vereine und frei zugängliche Bewegungsangebote gibt, lebt gesünder und oft auch sozial stärker eingebunden. Deshalb ist Sportpolitik für uns keine Nebensache. Sie ist Gesundheits-, Integrations- und Sozialpolitik gleichzeitig. Wien ist aber vor allem wegen seiner Vereine Sportstadt, ich nenne zum Beispiel den ASKÖ WAT Wien oder die Sportunion, DSG, und es gibt viele mehr. Dazu gehören auch die Naturfreunde und die vielen kleinen Vereine in unseren Bezirken. Sie erbringen nicht nur Leistungen für den Sport, sondern sie schaffen Gemeinschaft, Integration und Zusammenhalt. Getragen wird all das von tausenden Ehrenamtlichen, von Trainerinnen und Trainern, Funktionärinnen und Funktionären, Eltern und Schiedsrichtern, die ihre Freizeit investieren, damit andere Sport treiben können. Ihnen gilt unser aufrichtiger Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Gerade in einer vielfältigen Stadt wie Wien hat Sport eine besondere Kraft. Auf dem Fußballplatz, in der Turnhalle oder beim Laufen im Park ist es egal, welchen Nachnamen jemand trägt, welche Sprache zu Hause gesprochen wird und in welchem Bezirk man wohnt. Und es ist auch bekannt, dass man sich im Sport besonders umeinander sorgt. Nirgends wird man zum Beispiel so oft gefragt wie beim Fußballspielen, ob man ein Problem hat, und das ist gut so. Das ist die Nähe, die sich zwischen den Sportlerinnen und Sportlern entwickelt. Deshalb investieren wir auch in den Zusammenhalt, der sich gerade in unseren Gebäuden und unserer Infrastruktur manifestieren kann.

 

Der Vienna City Marathon zum Beispiel war wieder ein riesiger Erfolg. 50 000 Menschen sind mitgelaufen,

 

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