Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 24 von 105
GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir haben heute von den Kolleginnen Rychly und Hu schon gehört, was Wien alles für den Sport macht. Ich möchte jetzt die Medaille umdrehen und einmal die andere Seite ein bisschen beleuchten. Was tut der Sport für uns, für uns als Gesellschaft und für die Wienerinnen und Wiener? Insofern möchte ich jetzt drei Beispiele herausgreifen.
Erstens nenne ich den Mädchen- und Frauensport: Es zeigt sich, dass Mädchen, die Sport treiben, neben sozialer Kompetenz viel häufiger auch Führungsqualitäten erwerben, dass sie selbstbewusster sind und am öffentlichen Leben mehr teilnehmen. Dass Frauensport in jedem Lebensalter wichtig ist, ist ganz klar. Aber mehr und mehr stellt man fest - und endlich findet diese Tatsache auch die wissenschaftliche Aufmerksamkeit, die sie verdient -, dass gerade Frauen ab vierzig den Sport dringend und ganz essenziell brauchen. Ich rede jetzt hier von Muskelabbau, ich möchte erwähne Knochendichte und so weiter. Es kommen fast monatlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, die die Wichtigkeit weiter bestätigen. Ich glaube, wir werden darüber wohl noch viel hören und die Bedeutung des Sports gerade in diesem Alter noch stärker erkennen.
Wien bekennt sich ganz klar zum Mädchen- und Frauensport. Wir haben heute von meiner Kollegin Hu schon das Beispiel des Projektfonds Sport gehört, dass ein Drittel des Budgets für dieses Jahr ganz dezidiert dem Frauen- und Behindertensport zugeschrieben wird.
Das bringt mich gleich zum Beispiel zwei, den Behindertensport: Auch hier geht es nicht nur um Gesundheit und Leistung, sondern die inklusiven Angebote sind persönlichkeitsbildend, sie schaffen Selbstvertrauen, die Teilnehmer erhalten Wertschätzung für ihre Leistung. In diesem Bereich geht es um Teilhabe. Sport ist ein ganz starker Motor für Inklusion. (Beifall bei NEOS und spö.)
Die zentrale Struktur hierfür bietet der Wiener Behindertensportverband. 16 Vereine nehmen daran teil, und wir haben ungefähr 1 300 Aktive. Für Kollegin Malle: Das ist die Zahl, die sie, glaube ich, vorher erfragt hat. Es gibt also Zahlen, und das ist nicht nichts. Es beteiligen sich hier viele Menschen am Sport. Es gibt Trainings für alle möglichen Sportarten, man kann diese jetzt gar nicht alle aufzählen innerhalb dieser kurzen Zeit. Dieser Verband wird von Wien gefördert, ganz klar. Wien fördert natürlich auch die Special Olympics, die heute schon mehrfach erwähnt wurden und die zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder in Wien stattfinden - und zwar vom 25. bis 30. Juni. Ich glaube, dass das ein wirklich spannender Event sein wird.
Bei meinem dritten Beispiel geht es um den Sport im Alter. Ich glaube, davon haben wir heute noch nicht geredet. Wenn wir bedenken, dass 2040 ein Viertel der Wiener Bevölkerung über 60 sein wird und sich die Anzahl der über 80-Jährigen verdoppelt haben wird. Dann stellt sich natürlich die Frage: Wie wollen diese Leute in Wien gut und gern und selbstständig alt werden? - Im Hinblick darauf müssen wir auf Prävention setzen. Und welche ist die wichtigste Säule oder eine der wirklichsten Säulen der Prävention? - Das ist natürlich der Sport. Auch diesbezüglich ist Wien aktiv - und zwar über eine ganze Reihe von Aktivitäten durch die Tagesbetreuungen von Senioren und in Seniorenvereinen. Es gibt Gratisangebote wie Nordic Walking, es gibt Sport im Park und spezielle Turngeräte für Mobilisierung.
Was erwarten wir davon? - Sport hat natürlich positive Effekte auf die Muskelkraft und auf die Balance. Das heißt, es kommt zu weniger Stürzen sowie weniger und geringeren Verletzungen. Herz, Kreislauf, Gehirn und Gedächtnis haben wir heute auch noch nicht erwähnt. Auch in diesem Bereich hat Sport einen ganz positiven Effekt, der gerade für die höhere Altersgruppe wichtig ist. Das ist Prävention, Gesundheitsförderung und sozial Teilhabe zugleich. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Es gibt noch einen letzten Punkt, den ich erwähnen möchte in der verbleibenden Zeit, der mir sehr wirklich ist. Wien schafft mit seinen Förderungen die Rahmenbedingungen für Spitzensport und Breitensport. Doch Wien schafft noch etwas anderes, nämlich die Rahmenbedingungen für Magie. Was ich damit meine, möchte ich anhand eines Beispiels erklären.
Manche von Ihnen kennen vielleicht noch vielleicht Stanisław Kruciński, der vor ein paar Jahren verstorben ist. Er war ein legendärer Fechttrainer, der in der Sportszene relativ bekannt war. Ich habe ihn früher für eine tragische Figur gehalten. Ich habe mir gedacht: Der ehemalige Nationaltrainer Polens, der Trainer der Nationalmannschaft von Mexiko steht jetzt da und muss sozusagen unbegabte Wasteln wie mich trainieren. Das kann doch nicht schön sein! Da steht der 80-jährige Mann in einem feuchten Fechtklub im 3. Bezirk im Keller. Er hat auch kleine Kinder trainiert. Und da habe ich mir gedacht: Das ist ein Wahnsinn, das sind blutige Anfänger!
Dann habe ich aber seine leuchtenden Augen gesehen und bin draufgekommen, dass es um etwas ganz anderes geht. Er sieht die Lebensfreude, er sieht, dass der Funke übergesprungen ist, er sieht die Begeisterung für einen Sport, den er liebt, für den er alles tut. Und damit will ich sagen: Das ist die Magie. Sport ist Lebensfreude pur, und wir alle hier können stolz sein ...
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Bitte kommen Sie zum Schlusssatz.
GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (fortsetzend): Wir können stolz sein, dass wir einen Beitrag dazu leisten. - Danke sehr. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster zum Wort gemeldet ist Herr GR Arsenovic. - Sie sind am Wort.
GR Johann Arsenovic (GRÜNE): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Herr Stadtrat, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen!
Leider habe ich nur fünf Minuten Zeit, deswegen versuche ich, schneller zu reden. Ich würde jetzt gerne auf viele Dinge eingehen und zum Beispiel, lieber Lukas, auch über das Praterstadion sprechen. Das würde aber sportgemäß auch der Name Strache fallen, und deswegen kann ich nicht weitergehen. (Zwischenruf von GR Lukas Brucker, MA.) Und auch über die Sportstätten
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