Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 23 von 105
GRin Sabine Keri (ÖVP): Vielen Dank. Ich habe ja genau zugehört. Entschuldigung! - Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Zuseher und Zuseherinnen!
Ich habe wirklich der Debatte gelauscht, und ich muss meinen Hut vor der Kollegin Rychly ziehen, die wirklich eine Kämpferin für ihre Partei ist (Beifall von GR Mag. Josef Taucher.)
Aber ich muss sagen, ich bin auch begeistert, wenn Sie wirklich alles glauben, was Sie gesagt haben. Sie haben leider das Thema Basketball angeschnitten, und ich muss Ihnen sagen, meine Tochter ist in einem Basketballverein. Übrigens: Vereine sind bis jetzt in der Debatte nicht oft erwähnt worden, und das tut mir leid. Die Sportvereine sind nämlich unsere Partner, wenn es darum geht, die Kinder und die Jugendlichen zum Sport zu bringen. Und dann sind Sätze wie Ihre, wenn Sie gesagt haben: Wir warten nicht, dass die Kinder den Weg zum Verein finden, sondern wir bringen den Sport in die Grätzel!, nicht dienlich. (Beifall bei der ÖVP sowie von GR Mag. Dietbert Kowarik.)
In Wirklichkeit muss es nämlich so sein, dass wir das gemeinsam mit allen Sportvereinen machen. Wir wissen ja, dass die Sportvereine auch die Möglichkeit haben, in Schulen zu gehen, sich dort zu präsentieren, dass die Kinder schnuppern können. Noch einmal: Wenn die Stadt endlich sieht, dass Sportvereine Partner und Partnerinnen sind, dann wäre die Debatte hier eine andere. (Beifall bei der ÖVP.)
Kurz zum Thema Basketball, weil Sie sich so gelobt haben, wie super das funktioniert und dass es diese großartige Veranstaltung am Heumarkt gibt: Ja, das ist eine große Veranstaltung. Nur, bis ein Kind, ein Jugendlicher, ein Mann, eine Frau oder wer auch immer dort spielen darf, braucht es einen Verein. Ohne dass man die Staatsmeisterschaft durchlaufen hat, ohne dass man in einem Verein ist, hat man nicht die Chance, durchs Grätzel Basketball dort zu spielen. Das müssen wir auch einmal ehrlich sagen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich muss jetzt schnell sein: Wie schaut es mit Basketball U9 bis U12 aus? - Da spielen vier Mannschaften gleichzeitig nebeneinander die Staatsmeisterschaft, weil es nicht genug Plätze gibt. So schaut es aus, und das müssen wir ändern! (Beifall bei der ÖVP.)
So. Ich möchte nun gerne noch ein bisschen auf das Kinderschutzkonzept zu sprechen kommen. Sie haben im Sportbeirat verkündet, dass Sie ein Netzwerk bilden wollen mit vier Säulen, die da sind: Die Trainer und FunktionärInnen, die Kinder und Jugendlichen, die Vereine und die Verbände sowie die Sportstättenbetreiber.
Was fehlt, sind die Eltern, und ich sage Ihnen auch, warum. Die Eltern sind sozusagen eine total wichtige Säule, denn in den Vereinen haben die Eltern oft die Rolle der Betreuer oder Betreuerinnen der Kindermannschaften. Sie sind die engsten Vertrauten. Das heißt, wenn irgendetwas passiert, sind die Eltern die ersten, die erfahren, dass etwas passiert ist. Deswegen bin ich der Meinung, dass wir die Eltern sehr wohl auch ins Boot mitnehmen und alles auch mit ihnen erarbeiten müssen.
Ich finde, dass auch der Runde Tisch beziehungsweise eine Art Kick-off eine gute Idee ist. Was mich nur ein bisschen verwundert hat, ist, dass von Seiten der Politik zwei Abgeordnete der SPÖ dabei sind, dass ich aber sonst nicht feststellen konnte, dass andere Parteien eingeladen sind. Ich meine, dass die Symbolwirkung sehr wohl groß wäre, wenn man zumindest einen Delegierten beziehungsweise eine Delegierte oder zwei Delegierte pro Partei hätte. Ich kann Ihnen nur sagen, was ich auf der Folie gesehen habe. Das würde dann nämlich zeigen, dass wir alle gemeinsam dafür sind beziehungsweise dahinterstehen, dass Kinderschutz in den Vereinen natürlich eine absolute Notwendigkeit ist. An dieser Stelle sage ich, dass bereits viele Vereine dieser Meinung sind. Es haben ja viele Vereine schon auf freiwilliger Basis, wie ich betonen möchte, dieses Kinderschutzkonzept.
Ich wünsche mir wirklich, dass wir in der Kommunikation, wenn das verbindlich kommen soll, aufpassen, wie wir über Vereine sprechen. Sätze wie "Wir fordern Sicherheit für jedes Kind in der Garderobe!" sind nämlich nicht dienlich in dieser Debatte. Viele Vereine, zum Beispiel der Österreichische Landhockeyverband, und alle Vereine in Wien haben freiwillig dieses Kinderschutzkonzept. Und das gilt auch für andere Vereine, und all das geschieht auf freiwilliger Basis. Ich würde mir auch wünschen, dass man genau mit diesen Vereinen, die das schon haben - und zwar seit mehr als einem Jahr -, auch das Gespräch sucht, denn diese können Ihnen sagen, wo wir Probleme haben. Ein Problem besteht zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Strafregisterauszug. - Aber meine Zeit läuft.
Wichtig ist, dass wir wirklich aufpassen und sehr vorsichtig sein müssen in der Kommunikation, wie wir das verbreiten. In einem Sportverein funktioniert es normalerweise so, dass die Kinder dort in einem geschützten Rahmen Sport betreiben können, dass die Kinder dort aufwachsen können, dass die Kinder dort gefördert werden. Deswegen bin ich der Meinung, dass wir diesbezüglich sehr aufpassen müssen und die Vereine nicht mit einer unendlichen Bürokratie überschütten dürfen. - Das gebe ich nur mit.
Ich möchte mir jetzt nur noch, weil meine Redezeit schon vorbei ist, wirklich bei allen Beteiligten der Vereine bedanken, vom Präsidenten bis zum Platzwart, und vor allem bei den Eltern, die die Kinder betreuen, die Kuchen backen für die Kasse, die auch die T-Shirts waschen et cetera. Ich bedanke mich natürlich auch bei den Trainern und Trainerinnen, die nach ihrer Arbeitszeit mit den Kindern trainieren. Und vor allem sage ich auch den Kindern herzlichen Dank für ihr Engagement und für ihre Zeit, denn ich weiß, wie oft sie trainieren, und wie ...
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert (unterbrechend): Bitte abschließen!
GRin Sabine Keri (fortsetzend): ... ernst sie das nehmen, um ihre Mannschaft nicht im Stich zu lassen. - Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zum Wort gemeldet ist Frau GRin Bernecker-Thiel. - Bitte.
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