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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 22 von 105

 

bereit ist, hier Verbesserungen anzugehen. Und da muss ich Sie schon klar adressieren. Sie sollten sich, bevor wir uns hier als Sportstadt Wien auszeichnen und den feministischen Aspekt ins Zentrum stellen, fragen, wie viel des Wiener Sportbudgets tatsächlich für Frauen ausgegeben wird, wie viele Hallenzeiten Frauenteams erhalten, wie Trainerinnen gezielt gefördert werden. Daraus sollten Sie Ihr politisches Handeln ableiten, denn was wir nicht mehr brauchen, sind diese motivierenden Begriffe wie Frauenpower und schöne Kampagnen ohne konkrete Ziele. (Zwischenruf von GR Mag. Dietbert Kowarik.) Eine feministische Sportpolitik erkennt man daran, dass Mädchen selbstverständlich Sport machen können, ob sie sicher sind, ob sie sichtbar sind und ob sie dieselben Chancen haben. - Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den GRÜNEN und von GR Mag. Josef Taucher.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Sehr geehrter Herr Abgeordneter (in Richtung FPÖ), ich achte sehr genau auf die Zeit. Die Rednerin hat genauso lang überzogen wie die Erstrednerin. Ich lasse hier die Stoppuhr mitlaufen, und nach 30 Sekunden Überzeit melde ich das. Wenn Sie nach zwei Sekunden bereits ungeduldig werden, dann liegt das mehr an Ihnen als an der tatsächlich überschrittenen Zeit. (Beifall bei SPÖ, GRÜNEN und NEOS. - Zwischenruf von GR Mag. Dietbert Kowarik.)

 

Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Brucker. - Sie sind am Wort.

 

10.52.30

GR Lukas Brucker, MA (FPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Es ist eines völlig richtig: Der Sport verbindet. Auch im Landessportrat sind wir hier großteils immer einer Meinung, was politisch und parteipolitisch auch sehr wichtig ist. Aber eines muss ich, glaube ich, schon feststellen: Der Wiener Sport wird nicht von der Politik getragen, schon gar nicht von der SPÖ, sondern von diesen tausenden ehrenamtlichen Funktionären, den Trainern, den Eltern. Und ich glaube, genau diesen sollten wir heute alle hier einen Applaus spenden, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Und wenn Sie so tun, als wäre im Sportbereich in Wien alles so super und alles in Ordnung: Das ist es leider überhaupt nicht. Ich habe unlängst einmal mit einem hochrangigen Eishockeyfunktionär gesprochen, und der hat eindeutig festgestellt - was auch viele andere tun -, dass Wien ein massives Sportstättenproblem hat. Ja, es wurde die Sport Arena errichtet, ja, es wurde beispielsweise auch das Sportklub-Stadion neu errichtet, aber Wien ist nicht in der Lage beim Eishockey oder beim Fußball ein internationales Großereignis auszurichten. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Eishockey-WM im Jahr 2005. Da gab es mehr Lacken als Eis. Auch die umgebaute Steffl Arena ist ungeeignet für eine A-WM in Wien. Es wäre völlig undenkbar, dass wir ein Champions-League-Finale, ein Europa-League-Finale oder gar eine WM oder EM im Happel-Stadion ausrichten. Das ist völlig undenkbar.

 

Ich zitiere hier den "Kronen Zeitung"-Sportchef Peter Moizi. Der berichtet von einem Besuch beim Kracher Liverpool gegen Real Madrid, als er das Stadion in Liverpool besucht hat. Er schreibt: "Keine Staus bei den Eingängen, freundliche Ordner, hilfsbereite Platzanweiser, ein schlaues Gastrokonzept, volle Ränge und eine atemberaubende Stimmung [...] von keiner neuen Arena, sondern eher von einem alten, viereckigen Kasten." Allerdings hat man dort in "den letzten elf Jahren [...] 220 Millionen EUR in die Infrastruktur" investiert: ein Stadion auf technisch neuestem Stand, ein "Vorzeigebeispiel, wie man ein Stadion aus der Fußball-Vergangenheit [...] ins moderne Zeitalter" holt. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Im Gegensatz dazu das Happel-Stadion: Es bröckelt an allen Ecken und Enden, keine Weiterentwicklung, Probleme werden zur Seite geschoben. Sie hätten dort in den letzten elf Jahren sicher auch 220 Millionen EUR pro Jahr verwenden können, wenn Sie nicht pro Jahr 1 Milliarde EUR für Mindestsicherung von Asylanten ausgeben würden, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Es gibt auch Kritik von Teamchef Ralf Rangnick, der auch gesagt hat, wir brauchen ein neues Stadion. Er hat sogar gemeint, er hätte vielleicht sogar Investoren dafür. Was hat der StR Hacker gemacht? - Er hat gemeint, es ist quasi nicht die Kernkompetenz des Teamchefs so was zu sagen, hat ihm quasi auch noch, wie man auf Wienerisch sagt, eine Goschen angehängt, ja. Ich würde sagen, das ist nicht nur schädlich und unhöflich, sondern auch eine Schande für den Wiener Sport, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wie es funktionieren kann, sieht man an Prag und Budapest. Die O2 Arena in Prag, das Puskás-Stadion in Budapest: 68 000 Plätze.

 

Wien: keine moderne Großarena, kein internationales Topstadion. Das ist ein Armutszeugnis und auch das Versäumnis der SPÖ in Wien. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Noch ganz kurz: Die Diskussion gibt es ja schon lange. Schon Bgm Häupl hat 2005 gemeint, es wird eine große Multifunktionsarena gebaut. Nichts ist passiert. 2019 haben Sie dann diese Marx Halle angekündigt. Was ist bis heute passiert? - 2026 ist man noch immer in der Vorbereitungsphase. Wenn man auf die offizielle Seite der Stadt Wien schaut, dann sieht man, dass praktisch alles offen ist, vom Planungsstand bis zur Umsetzung. Das ist wirklich eine Schande. Das Einzige, was es gibt: hohe Managerkosten, eine gescheiterte Ausschreibung. Das ist kein Ruhmesblatt, das ist eine Blamage und ein Zeichen dafür, dass die SPÖ in Wien Großprojekte nicht umsetzen kann. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Über den Postsportverein haben wir auch schon kurz gesprochen. Stellen Sie bitte endlich sicher, dass die Kinder und Jugendlichen und alle Sportbegeisterten dort über das Jahr 2027 hinaus auch Sport betreiben können, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wien braucht moderne Sportstätten, moderne Infrastruktur, eine Unterstützung für die Vereine und auch Respekt für die Ehrenamtlichen. Geben Sie diesen einen Applaus, und sorgen Sie dafür, dass die Sportstätten in Wien endlich modernisiert werden! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Keri. - Sie sind am Wort.

 

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