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Gemeinderat, 14. Sitzung vom 19.05.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 8 von 105

 

Daher braucht es jetzt eine besondere Aufmerksamkeit der Exekutive, wenn es zu Verlagerungen kommt, dort rechtzeitig und frühzeitig zu intervenieren. Da kommt jetzt wieder das Problem, das ich vorhin schon gesagt habe, ins Spiel, dass wir natürlich grundsätzlich in unserer Stadt mehr uniformierte Polizistinnen und Polizisten auf der Straße haben wollen.

 

Aber unabhängig davon, weiß ich auch, dass die Wiener Polizei sich wirklich sehr anstrengt. Da können wir sehr zufrieden sein, was die für einen großartigen Job machen, um genau diese Verdrängungseffekte und das Aufpoppen an anderen Stellen von vorherein zu verhindern. Das machen sie Hand in Hand mit den Einrichtungen der Stadt, mit den Sofortmaßnahmen genauso wie mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern auf der Straße.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - GRin Korosec, bitte.

 

9.21.00

GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Guten Morgen, Herr Stadtrat. In der ganzen Problematik um die Drogensucht geht etwas unter: die Alkoholabhängigkeit, gerade bei älteren Leuten, die sehr stark ist und die eigentlich da unterbelichtet wird. Daher meine Frage, Herr Stadtrat: Was hat die Stadt Wien vor, gerade in diesem Bereich stärker Akzente zu setzen? Welche Angebote gibt es und sind da auch finanzielle Mittel dafür vorgesehen?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Ich gebe Ihnen vollkommen recht, dass übermäßiger Alkohol- und nicht der genussmäßige Alkoholkonsum, der dann oft auch zur Entwicklung von Sucht und Abhängigkeiten führt, ein tatsächlich ernst zu nehmendes Problem in unserer Gesellschaft ist. Da bin ich vollkommen bei Ihnen. Wir wissen ja auch aus den internationalen Vergleichen, dass wir ein Land sind, dass leider nicht zurückhaltend ist beim Konsum alkoholhaltiger Getränke, da bin ich völlig bei Ihnen.

 

Was wir aber brauchen, ist etwas ganz anderes, da wird uns die Polizei auf der Straße nicht helfen und da werden uns auch die Sozialarbeiter auf der Straße nicht helfen. So gesehen ist das ein anderes Thema. Aber ich will das jetzt nicht wegwischen, sondern völlig klar ist, dass wir in dieser Fragestellung ein wesentlich höheres gesamtgesellschaftliches Sensorium entwickeln müssen. Das ist die erste Voraussetzung. Wir haben nach wie vor zu viele Kulturmechanismen, wo saufen etwas Anständiges ist, und wo Sich-zu-Tode-Saufen auch eigentlich Teil eines Kulturmechanismus ist, den wir insgesamt zu wenig verpönen. Da bin ich bei Ihnen.

 

Was wir aber natürlich auch brauchen, ist ein höheres Sensorium dort, wo die Menschen mit dem Gesundheitssystem in Kontakt kommen, und meiner Meinung nach auch ein wesentlich höheres Sensorium, welche Möglichkeiten dann letzten Endes das Krankenversicherungssystem bietet, dass diese Menschen rechtzeitig eine entsprechende Therapie und Maßnahmen bekommen.

 

Wenn ich mir jetzt die Debatte anschaue über die Finanzierung des Anton-Proksch-Institutes, wo die Pensionsversicherungsanstalt beschlossen hat, ihre Finanzierung auf null herunterzuschrauben, und deswegen dort Finanzierungsprobleme existieren, dann ist das genau das gegenteilige Zeichen von dem, was eigentlich erwartet wird. Da können wir nur alle miteinander dazu beitragen, dass das Krankenversicherungssystem die an sich die nicht wegzudiskutierende medizinische Diagnose Alkoholerkrankung auch tatsächlich mit den entsprechenden Maßnahmen begleitet und Maßnahmen zur Verfügung stellt.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Herr Stadtrat. Damit ist die 2. Anfrage beantwortet.

 

9.23.00

†Amtsf. StR Peter Hacker - Frage| Die 3. Anfrage (FSP-695247-2026-KFP/GM) wurde von Frau GRin Schütz gestellt und ist ebenfalls an den Herrn Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe Gesundheit, Soziales und Sport gerichtet. (Im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2026 kursiert ein "Tanzvideo" mit dem ESC-Teilnehmer Cosmó (bürgerlich Benjamin Gedeon) und Sanitätern der Wiener Rettung in Uniform sowie Fahrzeugen der Wiener Berufsrettung. Wenn man bedenkt, dass das Tragen von Uniformen der Wiener Berufsrettung bei Übergaben von Ehrungen durch Personalvertreter und Politiker, die nicht der politischen Mehrheitsfraktion angehören, ausdrücklich untersagt wurde, wirft so ein Auftritt in Uniformen Fragen auf. Wie bzw. unter welchen Bedingungen ist der Auftritt der Mitarbeiter der Wiener Rettung in dem "Tanzvideo" möglich geworden?)

 

In dieser Anfrage geht es um das Thema, ob der Auftritt der Mitarbeiter der Wiener Rettung in einem Tanzvideo von dem Cosmó-Lied zulässig ist oder nicht. Wie beurteilt das der Herr Stadtrat? - Bitte.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Sehr geehrte Frau Abgeordnete, ich gebe zu, diese Anfrage gehört zu den originellsten Anfragen der letzten acht Jahre, seitdem ich Stadtrat sein darf. Ich gebe zu, es hat mich leicht verwirrt, wie ich damit umgehen soll. Aber ich versuche es einmal so.

 

Erstens: Der European Song Contest 2026 ist das größte internationale Event des Jahres in unserer Stadt. Die Stadt Wien ist Gastgeber - stolzer Gastgeber - und Mitveranstalter.

 

Zweitens: Die Wiener Berufsrettung ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsstrukturen in unserer Stadt. Daher wollte sich die Berufsrettung Wien, genau genommen wollten sich eigentlich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Teil der Stadt und als Mitwirkende an diesem Großereignis an diesem großen Fest in unserer Stadt präsentieren.

 

Drittens: Warum? - Weil Einsatzkräfte oft erst im Notfall wahrgenommen werden und wir durch die Social-Media-Aktivitäten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsrettung aber auch zeigen, dass zu dieser hochprofessionellen Notfallarbeit in Wien auch Vorbereitung und Präsenz gehört und außerdem viel Arbeit und auch viel Emotion in der Vorbereitung gerade auch von Großereignissen notwendig ist und darin steckt.

 

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