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Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 77 von 89

 

eine Gruppe der Jungen ÖVP Wien. Recht herzlich willkommen im Wiener Gemeinderat! (Allgemeiner Beifall.)

 

GR Dipl.-Ing. Al-Rawi ist der Nächste. - Bitte schön.

 

17.16.49

GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi (SPÖ)|: Herr Vorsitzender, liebe Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Besucherinnen und Besucher auf der Galerie!

 

Ich möchte die Debatte auch historisch ein bisschen anders aufzäumen. (GRin Mag. Heidemarie Sequenz: Da musst du weit zurückgehen!) Ich habe auch den Ausführungen von Frau GRin Wirnsberger sehr genau zugehört.

 

Heute hat Frau Nina Abrahamczik in ihrer Rede über den Atomunfall in Tschernobyl einen sehr prägenden Satz gesagt: Viele von uns, die heute leben, haben das damals nicht miterlebt. Ich gehöre zu jenen, die schon ein bisschen älter sind und das, aber auch die ganze Historie der Stadtentwicklung, sehr gut miterlebt haben. Ich bin im Ausschuss wahrscheinlich der Dienstälteste, weil ich schon die sechste Legislaturperiode habe. Ich habe all das miterlebt, was man da geplant hat. Fangen wir aber von ganz von vorne an!

 

Ich bin 1978 nach Österreich gekommen. Das war einen Monat, bevor die Volksabstimmung über Zwentendorf gewesen ist. Da habe ich mir gedacht: Aha, da gibt es überall so Plakate mit der Aufschrift "Atomkraft? Nein, danke". Ich habe mir die ganzen Debatten angehört und war dann sehr sensibilisiert in Bezug auf Umweltthemen und dafür, wie die Energieversorgung sein wird.

 

Ich habe dann auf der TU Bauingenieurwesen studiert und war dann natürlich sehr interessiert am Ausbau der Wasserkraftwerke, an der Schiffbarkeit der Donau und an den ganzen Staustufen, die es geben soll, damit die Donauschifffahrt auch bleibt.

 

Immer wieder wird dieser Vergleich mit Hainburg wirklich falsch gezogen und instrumentalisiert. Was war Hainburg? - Hainburg war der Versuch, saubere Wasserkraftwerke zu installieren. Das ist es. Da kann man nicht dagegen sein. Das ist eine super Sache. (GRin Christina Wirnsberger: … wollt ihr schmutzige Tunnel unter …!) - Frau Wirnsberger, warten Sie einmal ab! Ich habe Ihnen auch wirklich sehr geduldig zugehört und habe Sie auch kein einziges Mal unterbrochen.

 

Um ein solches Wasserkraftwerk zu bauen, hat es damals zwei Baumethoden gegeben, die sogenannte Trockenbaumethode oder die Nassbaumethode. Bei der Nassbaumethode baut man ein Kraftwerk sozusagen im Wasser. Das ist sehr teuer und anstrengend. Die andere Methode, die man gemacht hat, ist sehr einfach. Ich war ja selber Ferialpraktikant in Melk, wo man neben der Donau ein Riesenloch gebaggert hat. Bei der trockenen Bauweise baut man zuerst in Ruhe das ganze Kraftwerk und installiert auch schon die ganzen Turbinen und so weiter. Wenn das fertig ist, leitet man die Donau in dieses Wasserkraftwerk hinein. Der alte Arm wird dann so eine Art touristischer Platz, wo man schwimmen und mit Booten fahren kann und so weiter. So ist es in Greifenstein und so weiter.

 

Die Freudenau wurde anders gebaut. Da erfolgte es eben in der Nassbauweise. Der Fehler war die Gier. Ich weiß nicht, ob es damals die DOKW, der Verbund oder die ganze Bauwirtschaft war, die sich gedacht haben: Das machen wir dort in Hainburg genauso. Wir machen ein Riesenloch neben dem Platz. Dort bauen wir das Kraftwerk, und dann leiten wir die Donau um.

 

Nur war dieses große Loch, das sie bauen wollten, die Stopfenreuther Au. Das war die Au, die man schützen wollte. Hätte man damals die Weisheit gehabt zu sagen, wir suchen nach einer Methode, dieses Kraftwerk so zu errichten, dass wir die Au nicht zerstören und keine Riesengebiete kaputt machen, indem wir das Wasserkraftwerk in Hainburg so bauen, dass es den anderen nicht weh tut, hätten wir heute ein Kraftwerk mit sauberer Energie.

 

Deswegen möchte ich die Klammer damit schließen: Auch hier geht es ja gar nicht darum, ob wir einen Tunnel bauen wollen. Ich weiß nicht: Wir sind ja keine Tunnelfetischisten. Wir müssen ja nicht irgendetwas nur aus Prinzip errichten, sondern wir brauchen eine Umfahrung für die Stadt Wien. Diese Umfahrung wollen wir errichten.

 

Da waren halt seit 25 Jahren die Diskussionen - Toni Mahdalik hat es erwähnt, ich kann es bestätigen - um Gorbach und Häupl und den Hauptbahnhof und so weiter. Da war die Rede von der innenliegenden Variante und der außenliegenden Variante. Es ging ja immer um die Donauquerung. Diese Donauquerung zu erreichen, darum ging es eigentlich bei der ganzen Diskussion.

 

Ich darf Sie wirklich beruhigen, Frau Wirnsberger. Ich war ja auch eine Zeit lang Aktivist, als es um den Wildschweintunnel gegangen ist (Heiterkeit bei GRin Mag. Heidemarie Sequenz.) und um die Untertunnelung des Lainzer Tiergartens. Wo kommt dann die Bahn heraus?

 

Ich kann Ihnen eines versichern: Der Tunnel wurde gebaut. Kein einziges Wildschwein ist seitdem deswegen umgekommen. Kein einziger Baum ist gestorben. (GRin Christina Wirnsberger: Was ist das für ein Vergleich?) Keine einzige Grundwasserproblematik ist entstanden. Der Lainzer Tiergarten ist heute einer der wunderschönsten Plätze, wo die Wienerinnen und Wiener auch ihre Freizeit verbringen. Wir haben eine leistungsfähige Umfahrung für den Schienenverkehr, der durch den Wildschweintunnel dort passiert.

 

Zur Geschichte, dass Autobahnen nur fossile Energie fördern, hat, glaube ich, der Bürgermeister schon erwähnt: Wir setzen auf Elektromobilität. Wir setzen auf die Forschung. Wir setzen auch darauf, dass Wasserstoff eine Alternative sein wird. (StR Peter Kraus, MSc: Niemals für private Pkw!) Hier geht es also noch.

 

Wenn wir schon über die Geschichte reden: Eines der Dinge, die ich in meinem ganzen politischen Leben auch miterlebt habe, war, dass, als Österreich die Verhandlungen um den Beitritt zur EU geführt hat, immer der Brenner und der Transit ein Thema waren. Der Brenner war für mich immer der Maßstab. Boah, da ist ein Stau. Da gibt es eine Belastung.

 

Wissen Sie, wie viele Autos am Tag über den Brenner fahren? - 38 000 Fahrzeuge. Im Vergleich: Bei der Tangente sind es 195 000 Fahrzeuge. In der Spitzenzeit fahren 46 000 Fahrzeuge über den Brenner, auf der

 

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