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Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 76 von 89

 

halten. Der Bezirksvorsteher war dann also auch dabei, die Frau Stadträtin und die Mobilitätssprecherin - also der Bezirksvorsteher, sofern er halt ein Roter war. Heuer ist man dazu übergegangen, dass jeder ein Taferl in der Hand hält: zwei, drei Stück. Frau Pipal-Leixner hat jetzt auch ein eigenes Taferl. Also, da ist etwas weitergegangen. Da gratuliere ich auch recht herzlich.

 

Bei der Nordostumfahrung ist in den letzten Jahren leider aus bekannten Gründen nichts weitergegangen - der Herr Bürgermeister hat es ja erwähnt: Leni Gewessler. Ich habe dem Bürgermeister heute überall recht gegeben. Ich war ja schon fast versucht, andauernd zu applaudieren, aber das haben eh die Genossen erledigt.

 

Am Schluss hat er eines gesagt: Die Südosttangente, die A23, wäre nicht so gebaut worden, wenn wir in den 1970er Jahren den Fall des Eisernen Vorhanges vorausgeahnt hätten. Das stimmt natürlich alles. Das unterschreibe ich auch.

 

Ich darf aber noch einmal daran erinnern - der jetzige Bürgermeister war damals auch schon im Gemeinderat: Als es darum ging, die Trasse für die künftige Nordostumfahrung - für die S1 zwischen Schwechat und Süßenbrunn - festzulegen, war die SPÖ für welche Variante? - Astrid, du (in Richtung GRin Ing. Astrid Rompolt, MA) warst damals noch nicht da. (GRin Ing. Astrid Rompolt, MA - erheitert: Nein!)

 

Die SPÖ wollte die Nordostumfahrung offenbar nach dem Vorbild der Südosttangente, die ja keine Tangente ist, sondern mitten durch die Stadt führt. Die SPÖ wollte, dass die Nordostumfahrung durch die Seestadt führt, direkt neben der Seestadt. Also nicht wie jetzt zwischen … (Zwischenruf bei der SPÖ.) - Trotzdem hätte ich mich, glaube ich, nicht gefreut. Ich bin ja ein direkter Anrainer der Seestadt. Ich glaube aber, auch die Seestädter hätten sich nicht so gefreut. Ich glaube, eine zweite Südosttangente können wir hier drinnen alle miteinander nicht brauchen.

 

Damals war das Glück, dass Hubert Gorbach Verkehrsminister war. Ich bin ihm gemeinsam mit anderen quasi auf dem Schoß gesessen und habe gesagt - in Vorarlberg hat er Kreiselhubsi geheißen, weil er viele Kreisverkehre eröffnet hat: Das kann man so nicht machen. Bitte, zwischen Essling und Groß-Enzersdorf ist die beste Umfahrung. Es hätte noch eine weiter im Osten gegeben, aber die wäre nicht verkehrswirksam geworden. Also danke, liebe FPÖ, und danke, lieber Toni, dass wir diese Trasse haben, wie wir sie heute haben, und bald zu bauen beginnen werden. (Beifall bei der FPÖ. - StR Dominik Nepp, MA: Danke, Toni!)

 

Die Straße wird wie gesagt der Umwelt etwas bringen, weil sie 75 000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen wird. Sie wird den Menschen etwas bringen. Sie wird gemeinsam mit der Stadtstraße, die die GRÜNEN durchgeboxt haben, den Menschen in den Ortsteilen Aspern, Breitenlee, Essling, Hirschstetten und Stadlau pro Tag 70 000 Autofahrten ersparen und natürlich dementsprechend weniger Lärm, weniger Feinstaub, weniger Treibstoffverbrauch und weniger CO2 bringen - 75 000 Tonnen im Jahr. Das ist gut für die Menschen. Das ist gut für die Umwelt. Das ist gut für die Wirtschaft.

 

Deswegen bleiben die Freiheitlichen auch bei ihrer Meinung, dass wir leider viele Jahre verschenkt haben. Auch die SPÖ hat aus unserer Sicht zu wenig Druck gemacht. Wenn Frau StRin Pühringer hinausgeht und sagt, es werden täglich 60 000 Autos durch den Tunnel fahren und das wären 60 000 zusätzliche Autos, dann stimmt das natürlich nicht, denn die Autos werden woanders nicht fahren. (Heiterkeit bei GRin Mag. Heidemarie Sequenz. - GRin Christina Wirnsberger: Das stimmt nicht!)

 

Dass Wien wächst, dafür können wir nichts. Es wird sich besser aufteilen, und besser aufgeteilter flüssiger Verkehr ist umweltfreundlich. Das sollte auch den GRÜNEN … Vielleicht glauben es eure Wähler noch, aber ihr werdet es ja nicht selber glauben. 60 000 Autos werden dann woanders nicht fahren, sondern werden durch den Tunnel fahren.

 

Eines, liebe GRÜNE: Es gibt keinen induzierten Verkehr. Ihr braucht nicht alles glauben, was euch der Knoflacher erzählt. (Beifall bei der FPÖ. - Heiterkeit bei GR Mag. Dietbert Kowarik.)

 

Aber natürlich tut sich eine Heidi Sequenz leicht, wenn sie sagt: Wir brauchen keine Straßen, es geht doch eh alles mit den Öffis. - Ja, wenn man in der Donau City wohnt - die ist ja da (auf die Tafel zeigend) auch zu sehen - dann steigt man in die U1, steigt am Praterstern um und ist im Rathaus. Ich tue mir auch leicht: Ich steige in der Früh aufs Rad, und wenn es quer hagelt, gehe ich fünf Minuten zur U2 und fahre von der Seestadt ins Rathaus - super. Das ist bei 99,5 Prozent der Menschen nicht die Lebensrealität. Das ist vielleicht da herinnen für manche Privilegierte die Lebensrealität, aber nicht für die Menschen da draußen, die berufstätig sind. (Zwischenruf von GRin Mag. Heidemarie Sequenz.)

 

Wieder irgendein Beispiel: Wenn man in Probstdorf, in Gänserndorf, in Mühlleiten oder sonst wo wohnt, arbeiten fährt und den Arbeitsplatz im 12. Bezirk oder im 23. Bezirk hat - das soll ja alles vorkommen - und dann noch zwei Kinder hat und eines in den Kindergarten und eines in die Schule bringt, dann braucht man für den Arbeitsweg, wenn man öffentlich fahren würde - wenn das überhaupt technisch möglich ist - zweieinhalb Stunden. In der Nacht ist es das Gleiche noch einmal. Das ist natürlich nicht machbar.

 

Mit dem Auto braucht man, wenn man Glück hat, vielleicht eineinviertel Stunden. Wenn es dann irgendwann die Nordostumfahrung und auch den Lobautunnel gibt, braucht man vielleicht nur 45 Minuten. Das ist gut. Das ist bewältigbar. Zweieinhalb Stunden für einen Arbeitsweg geht einfach nicht. Das sind grüne Lebensrealitäten, aber nicht die der Menschen da draußen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Eigentlich war es das schon. (Heiterkeit bei Amtsf. StRin Mag. Ulli Sima.) Ich kann nichts dafür, dass die GRÜNEN eine neue Kampagne gestartet haben und dafür einen Aufhänger brauchen. Dafür können auch die Kollegen der anderen Fraktionen nichts. - Darum sage ich Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Nun darf ich den nächsten Besuch auf der Galerie begrüßen. Es ist

 

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