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Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 67 von 89

 

Donauauen überhaupt gibt, ist eine direkte Folge des zivilgesellschaftlichen Widerstandes in der Hainburger Au. Damals wollte die SPÖ dort ein Kraftwerk errichten, heute feiert sie das 30-jährige Jubiläum des Nationalparks. (GR Mag. Josef Taucher: So lange habt ihr das schon verhindert?) Die Besetzung der Hainburger Au war ein Wendepunkt in der österreichischen Umweltpolitik. Dieser Wendepunkt hat gezeigt, dass kurzfristige, vermeintliche wirtschaftliche Interessen nicht über den Schutz einzigartiger Natur gestellt werden dürfen. Dieser Wendepunkt hat gezeigt, dass moderner Naturschutz möglich ist, er hat diesem modernen Naturschutz den Weg geebnet. Diesen Weg wollen Sie jetzt mit Baggern und Beton wieder zunichtemachen. Gerade vor diesem historischen Hintergrund wirkt Ihr Festhalten an der Lobauautobahn wie ein Rückschritt in eine Zeit, als wir uns im Auto noch nicht angeschnallt haben, in eine Zeit, von der wir eigentlich inzwischen wirklich lernen sollten, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Dass Sie den Spagat bestens beherrschen, das haben Sie ausreichend bewiesen, allerdings leider nicht zum Wohle der Wienerinnen und Wiener. Ich würde vorschlagen, dass wir heute nicht nur über Sport sprechen, sondern dass Sie eine neue Übung in Ihr Programm aufnehmen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nämlich den Aufschwung. Nehmen Sie sich ein Vorbild an Ihren VorgängerInnen, die Ihre unvernünftigen Pläne damals in der Hainburger Au begraben haben und lassen auch Sie von Ihren Autobahnplänen aus einem vorigen Jahrhundert ab! (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Lassen Sie das mit dem Spagat bleiben und üben Sie stattdessen den Aufschwung - den Aufschwung für die Wirtschaft, den Aufschwung für die nachhaltige Mobilität, den Aufschwung für die Natur und vor allem für die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener! - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Danke der Gemeinderätin für die Begründung.

 

Zur Beantwortung der Dringlichen Anfrage hat sich nun der Herr Bürgermeister zu Wort gemeldet. - Herr Bürgermeister, bitte. Ich erteile Ihnen das Wort.

 

16.14.22

Bgm Dr. Michael Ludwig|: Das ist sehr nett. Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Mitglieder des Gemeinderates!

 

Wenn Sie mich fragen, Frau Gemeinderätin, wie ich diesen Spagat schaffe: Ganz einfach, so wie der grüne Landesrat Kaineder aus Oberösterreich, der vor der Landtagswahl in Oberösterreich sehr viele Argumente dafür gehabt hat, Umfahrungen zwischen Freistadt und Rainbach zu machen, zum Wohle der Bevölkerung, damit die Bevölkerung vom Durchzugsverkehr befreit wird. Also ich denke mir, wenn das in Oberösterreich möglich ist, werden wir den Spagat in Wien auch schaffen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Sie brauchen keine Sorge zu haben, insbesondere auch deshalb, weil Wien in Sachen Klimaschutz, aktiver Mobilität und geringen Flächenverbrauches in Österreich seit Jahren absolut Vorreiter ist. Als erstes Bundesland hat Wien ein verbindliches Klimagesetz eingeführt (StR Peter Kraus, MSc: Das die Lobau nicht betrifft!), mit dem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein. Und ich möchte sagen, wir waren die erste Gebietskörperschaft, im Bund hat es das unter Regierungsbeteiligung der GRÜNEN nicht gegeben. Also von daher, glaube ich, können wir in Wien stolz sagen, wir waren Vorreiter. Wir waren es, sind es und werden das auch in Zukunft bleiben. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Dabei legt die Stadt bereits seit langem den Fokus auf klimafitte Stadtentwicklung, stetigen Öffi-Ausbau und wenig Flächenverbrauch. Bei der Stadtentwicklung setzt Wien auf kurze Wege, Fernwärme und kompakten Wohnbau mit wenig Flächenverbrauch. Der Bodenverbrauch für Wohnraum, Straßen, Wege, Infrastruktur, Geschäftsflächen ist in Wien um ein Vielfaches niedriger als in allen anderen Bundesländern - und zwar trotz des stärksten Bevölkerungswachstums. Während er in Wien zirka 120 Quadratmeter pro Kopf beträgt, sind es im Österreichschnitt über 750 Quadratmeter. Ich darf Ihnen dazu auch eine aufschlussreiche Relation aus einer Untersuchung der ÖROK zur Kenntnis bringen: Während 44,3 Prozent des österreichischen Bevölkerungswachstums der Jahre 2022 bis 2025 in Wien stattfand, entfielen nur 1,2 Prozent der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme auf Wien. Die Stadt investiert massiv in den Ausbau der Öffis und in den Ausbau der Radwege. Derzeit läuft der Ausbau von U2 und U5; damit werden Kapazitäten für künftig 300 Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr geschaffen. Drei neue Straßenbahnlinien wurden in den letzten Jahren auf Schiene gebracht.

 

190 Millionen EUR wurden seit 2021 in Wiens große Radwegeoffensive investiert. Damit wurden über 100 Kilometer neue Radwege allein im Hauptradwegenetz geschaffen und zusätzlich 50 Kilometer in den Bezirksnetzen. Der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Alltagswege ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, auf mittlerweile 11 Prozent. Insgesamt werden dreiviertel aller Alltagswege der Wiener zu Fuß, per Rad oder mit den Öffis zurückgelegt.

 

Knapp 1,34 Millionen Menschen sind bereits Stammkunden der Wiener Linien. Der Großteil davon sind Besitzer von Jahreskarten, gefolgt von Klimatickets und Top- beziehungsweise Jugendtickets. Damit gibt es in Wien weit mehr Menschen mit einer Jahreskarte oder einem anderen Dauerticket als Pkw, denn nicht einmal die Hälfte der Wiener besitzt ein Auto.

 

Weiters zitiere ich auch gerne den VCÖ zum Thema Pkw der privaten Haushalte. Im Oktober 2025 hat der VCÖ einen Vergleich zwischen Bundesländern veröffentlicht und dabei festgestellt: In Wien sind es 284 Pkw pro 1 000 Personen, im Burgenland 614, in Kärnten 581 und in Niederösterreich 572. (Zwischenrufe bei den GRÜNEN. - GR Mag. Thomas Reindl - in Richtung der GRÜNEN: Vertragts die Wahrheit nicht, oder was?) Wien ist also auf einem sehr guten Weg in Sachen Klimaschutz, von Flächenfraß und Ressourcenverschwendung kann keine Rede sein. Darüber hinaus ist grundsätzlich festzuhalten, dass es sich bei der S1-Nordostumfahrung um ein Projekt der ASFINAG, also ein Projekt auf Bundesebene, handelt. Dementsprechend wird die S1 inklusive der S1-Spange auch durch den Bund beziehungsweise

 

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