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Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 59 von 89

 

schen. (Zwischenruf von GR Ing. Christian Meidlinger.) - Auch das ist der Fall, Herr Kollege.

 

Was mich persönlich an der Leistungsbilanz des waff wirklich ganz massiv stört, ist, sie haben so wunderschöne Tabellencharts drinnen stehen, eine Ist- und eine Soll-Tabelle und wie viele Frauen da sind und der Anteil der Frauen. Wo sie das leider ganz vergessen haben, ist bei ihren eigenen Aufzeichnungen, nämlich wie viele Frauen im Personalaufwand und wie viele Frauen in der Personalentwicklung des waff tatsächlich zu finden sind. Das finde ich leider inakzeptabel und daher werden wir dem Bericht nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Schulz. - Bitte, Herr Kollege, Sie sind am Wort.

 

15.14.40

GR Benjamin Schulz (SPÖ)|: Danke, Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrter Herr Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Wir diskutieren heute den Jahresbericht des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds für das Jahr 2025, den Ausblick 2026 und was die Schwerpunktsetzungen auch in den kommenden Jahren sind. Dieser Bericht ist nicht nur ein Bericht mit bloßen Zahlen, sondern er zeigt sehr deutlich, wie aktiv, vorausschauend und sozial verantwortlich Wien Arbeitsmarktpolitik gestaltet. Der waff ist eine tragende Säule in der Wiener Arbeitsmarktpolitik und zugleich eine der wichtigsten sozialen Einrichtungen in dieser Stadt. Er steht für ein zentrales Versprechen, nämlich dass Arbeit nicht nur das Einkommen sichert, sondern auch Würde, Perspektive und Teilhabe ermöglicht.

 

Gerade in einer wachsenden Stadt, die so vielfältig ist wie Wien, braucht es Institutionen und Organisationen, die Orientierung geben, die neue Chancen ermöglichen und auch konkrete Unterstützung anbieten. Genau das leistet der waff Tag für Tag für tausende Wienerinnen und Wiener. Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen und mich gleich zu Beginn bei Geschäftsführer Marko Miloradović und seinem gesamten Team für die großartige, engagierte und erfolgreiche Arbeit im vergangenen Jahr bedanken. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Der Jahresbericht zeigt sehr, sehr deutlich, dass die Herausforderungen am Arbeitsmarkt weiter zunehmen. Die Digitalisierung schreitet voran, Berufsbilder verändern sich im rasanten Tempo, der ökologische Umbau der Wirtschaft bringt neue Anforderungen mit sich und gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel in vielen Bereichen auch eine zentrale Herausforderung. Genau hier setzt der waff an. Im Jahr 2025 konnten tausende Wienerinnen und Wiener durch Beratung, Förderung und Qualifizierung konkret unterstützt werden. Besonders deutlich wird dabei die hohe Nachfrage nach Weiterbildung sowie der Fokus auf Menschen mit niedriger Qualifikation und auf Beschäftigte, die sich beruflich neu orientieren wollen und auch müssen.

 

Der waff reagiert dabei nicht nur auf Entwicklungen, sondern gestaltet diese auch aktiv mit. Programme wie "Jobs PLUS Ausbildung" zeigen das sehr, sehr deutlich, weil sie Menschen nicht nur eine Ausbildung ermöglichen, sondern gleichzeitig auch konkrete Jobperspektiven für nachher schaffen und damit echte Sicherheit bieten. Ein weiteres zentrales Instrument ist das Weiterbildungskonto des waff, das es Beschäftigten ermöglicht, selbstbestimmt und flexibel in ihre Qualifikation zu investieren. Ergänzt wird das mit umfassenden Beratungsangeboten, die Menschen individuell begleiten und ihnen helfen, ihren beruflichen Weg aktiv zu gestalten. Darüber hinaus setzt der waff auch klare Schwerpunkte bei der Förderung von Frauen, insbesondere auch in technischen Berufen. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um bestehende strukturelle Ungleichheiten abzubauen und neue Chancen zu eröffnen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir sehen, wie erfolgreich Arbeitsmarktpolitik in Wien funktioniert, dann lohnt es sich auch, einen Blick auf die anderen Bundesländer zu richten. Im niederösterreichischen Landtag hat die Freiheitliche Partei einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, dass Jugendliche künftig länger arbeiten sollen. Konkret geht es darum, dass auch minderjährige Jugendliche bis zu zehn Stunden täglich arbeiten sollen. So könne man die Lehre aufwerten. Ich halte das für einen völlig falschen Zugang.

 

Es ist wichtig, dass es Arbeitszeitregelungen gibt. Es ist wichtig, dass die Lehrlinge gescheit und qualitativ hochwertig ausgebildet werden. An der FPÖ sieht man auch, wie Ihr in den letzten Jahren und Monaten zu Lehrlingen und jugendlichen ArbeitnehmerInnen steht. Noch deutlicher wird diese Haltung, wir haben es auch heute in der Früh in der Aktuellen Stunde gehört, wenn davon gesprochen wird, dass Förderungen kaputt sind und gestrichen gehören. Tatsächlich bedeutet das aber, dass konkrete Unterstützungen auch für Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer reduziert werden sollen. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Die Beihilfe zur DLU, der Deckung des Lebensunterhaltes, dem Lehrlingseinkommen von Lehrlingen in den überbetrieblichen Lehrausbildungen, wurde 2018 von Schwarz-Blau gekürzt. Das ist kein abstraktes Budgetthema, sondern hat ganz konkrete Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen in dieser Stadt, die auch eine Ausbildung machen wollen. Sehr geehrte Damen und Herren, es zeigt sich sehr klar, worum es hier geht. Auf der einen Seite stehen Vorschläge, die Belastungen erhöhen und Unterstützung kürzen. Auf der anderen Seite steht Wien mit dem waff, wo gezielt in Chancen, Ausbildung und Zukunft investiert wird.

 

Als Lehrlingssprecher ist es mir auch noch ein besonderes Anliegen, die Klimaschutz-Lehrausbildungsprämie des waff hervorzuheben, wo wir gezielt Betriebe unterstützen, die in die Lehrausbildung investieren, und wir fördern mehr als 41 Berufsbilder. Für all jene Firmen, die Lehrlinge ausbilden, übernimmt die Stadt Wien das komplette Lehrlingseinkommen im ersten und zweiten Lehrjahr und darüber hinaus ist es uns auch wichtig, dass Frauen in technischen Berufen ausgebildet und unterstützt werden. Da zahlen wir auch 1 000 EUR extra. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Meine Bitte auch an die Wirtschaftskammer und an die ÖVP, an die Wiener Betriebe: Es gibt viele Förderun

 

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