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Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 53 von 89

 

Wir sprechen heute über zwei Förderungen im LGBTIQ-Bereich, über die Förderung von QWIEN, dem Zentrum für queere Geschichte und Kultur, und über die Förderung der HOSI Wien. Bei beiden Themen geht es um ein sehr klares Bekenntnis unserer Stadt, nämlich, dass queeres Leben in unserer Stadt sichtbar sein darf, dass queere Geschichte nicht vergessen wird und dass Menschen allgemein in Wien frei, sicher und egal, wer sie sind, auch ein selbstbestimmtes Leben leben können. Und es geht bei dem Thema natürlich auch um die Freiheit, um gleiche Rechte, um Würde, um eine Stadt, die nicht fragt, wen liebst du oder wie lebst du oder wer bist du, sondern eine Stadt, die sagt, du gehörst dazu. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Beginnen möchte ich mit QWIEN, Österreichs erstem queeren Kulturzentrum, seit 2025 am neuen Standort im 5. Bezirk. QWIEN sammelt, dokumentiert, forscht, vermittelt. Mit Archiv, Bibliothek, Ausstellung, Stadtspaziergängen, Bildungsangeboten macht QWIEN die queere Geschichte unserer Stadt zugänglich, für Schulen, für Studierende, für Forschung, für die breite Öffentlichkeit. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick alles ein bisschen sachlich, in Wirklichkeit ist das aber hochpolitisch. Denn wer Geschichte erzählt, der entscheidet natürlich darüber, wer in dieser Geschichte vorkommt. Und queere Menschen, das wissen Sie, sind in unserer Geschichte viel zu lange kriminalisiert worden, viel zu lange verfolgt worden, sie wurden in Familiengeschichten, in der Stadtgeschichte, in Sachbüchern, in der öffentlichen Erzählung unsichtbar gemacht. Genau deshalb ist die Arbeit von QWIEN, dem Zentrum für queere Geschichte, so wichtig. Weil QWIEN das sichtbar macht, was eben viel zu lange unsichtbar gemacht worden ist, nämlich queere Menschen.

 

Queere Geschichte ist die Geschichte von Verfolgung, von Ausgrenzung, von Pathologisierung, aber queere Geschichte ist auch eine großartige Geschichte von Mut, von Selbstorganisation, von Solidarität und von Emanzipation. Und genau deshalb braucht queere Geschichte Orte wie QWIEN, und sie braucht Menschen, die sie erzählen. Und deshalb möchte ich mich an der Stelle bedanken bei den Menschen, die bei QWIEN queere Geschichte sichtbar machen, bewahren, vermitteln. Ohne euch wäre unsere Geschichte um einen großen Fleck ärmer, weniger bunt, und das wäre nicht so schön, wie es ist, weil es euch gibt. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Und damit komme ich zur Förderung für die HOSI Wien, seit Jahrzehnten eine der wichtigsten Interessenvertretungen für LGBTIQ-Personen in Österreich: rechtliche Gleichstellungen initiiert, Anlaufstelle für Betroffene von Diskriminierung und Gewalt und für alle, die Beratung, Austausch und Unterstützung brauchen, und mit dem Gugg einer der wahrscheinlich wichtigsten Community-Orte, ein Ort, wo sich Menschen organisieren, austauschen und gegenseitig stärken. Ein ganz wesentlicher Teil der HOSI ist natürlich die Regenbogenparade. Ich sage es jedes Jahr, und es ist jedes Jahr richtig und wichtig. Die Regenbogenparade ist nicht irgendeine Party, die Regenbogenparade ist die größte politische Demonstration des Landes. Die Regenbogenparade war immer mehr als eine Feier, sie ist und war auch immer eine Demonstration für gleiche Rechte. Die Regenbogenparade heißt, wir verstecken uns nicht, wir nehmen uns den öffentlichen Raum, wir erinnern uns auch daran, dass Rechte nicht einfach so vom Himmel fallen, sondern dass sie von jenen Menschen erkämpft werden, die ihre Stimme erheben, nämlich von mutigen Menschen, die sichtbar waren, als queere Sichtbarkeit noch viel gefährlicher war als es heute ist. Und genau deshalb ist die Regenbogenparade, die Sichtbarkeit durch die Regenbogenparade wichtig, denn sie zeigt jedes Jahr, wofür unsere Stadt steht. Sie steht für Freiheit, sie steht für Vielfalt, sie steht für gleiche Rechte.

 

Und an der Stelle möchte ich daher der HOSI, aber vor allem auch den vielen Ehrenamtlichen meinen Dank aussprechen, denn die Regenbogenparade entsteht ja nur deshalb, weil viele Menschen sie wochen- und monatelang organisieren, ihre Freizeit, ihre Energie und auch oft ihre Nerven investieren. Viele von diesen Menschen sieht man nicht, weil diese Menschen nicht auf einer Bühne stehen, nicht auf den Fotos sichtbar sind, aber ohne sie würde es die Regenbogenparade nicht geben. Daher möchte ich den Menschen, die die Regenbogenparade organisieren, an dieser Stelle sagen: Unsere Stadt sieht euch, wir sehen eure Arbeit, wir schätzen eure Arbeit, und wir sagen euch danke für eure großartige Arbeit! (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie von GRin Christina Wirnsberger.)

 

2026 findet die Regenbogenparade zum 30. Mal statt. 30 Jahre Sichtbarkeit, 30 Jahre Kampf um gleiche Rechte, 30 Jahre Menschen, die gesagt haben, wir gehen auf die Straße, weil unser Leben nicht weniger wert ist. Am 13. Juni wird die Regenbogenparade daher wieder zum Ort der Freiheit werden, zugleich wird das Pride Village am Rathausplatz für einen Tag das Zentrum der LGBTIQ-Community. Es wird auch wieder den Pride Run geben, viele Veranstaltungen und eine Ausstellung im Rathauspark, die an die verstorbenen queeren Menschen erinnert, an Opfer des Nationalsozialismus, an Opfer von Hassverbrechen.

 

Kolleginnen und Kollegen, wenn wir heute über die Regenbogenparade und über Vielfalt sprechen, dann müssen wir auch über jene sprechen, die die Sichtbarkeit bekämpfen. Der politische Angriff auf queere Menschen, auf queere Vereine, auf die Regenbogenfahne, als Symbol für all das, der ist ja schon längst Realität geworden. Die sogenannte Neue Rechte hat queere Menschen zu einem zentralen Feindbild gemacht, nicht nur in Österreich, sondern auch international, immer nach demselben Muster. Zuerst heißt es Genderwahn, dann heißt es der angebliche Kinderschutz und dann wird Gleichstellung als Angriff auf die Familie und auf Normalität gesehen. Das ist in Wirklichkeit das zentrale Brückenthema der Neuen Rechten, ein ideologischer Kitt zwischen den Rechtsextremen, den Identitären, rechtskatholischen Kreisen, autoritären Bewegungen. Vereint sind sie da alle in ihrem Hass. Und in Österreich ist die FPÖ Teil der Strategie: Menschen markieren, Minderheiten abwerten,

 

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