«  1  »

 

Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 28 von 89

 

Wenn wir also in Sport investieren, dann investieren wir nicht nur in Infrastruktur, wir investieren in die Menschen in unserer Stadt, in ihre Chancen, in ihre Gesundheit und in das Miteinander unserer Stadt. Eine Stadt, die den Sport stärkt, stärkt ihre Zukunft. Eine Stadt, die Bewegung ermöglicht, ermöglicht Teilhabe. Und eine Stadt, die in den Sport investiert, investiert in Lebensqualität für uns alle. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Ich habe natürlich nicht auf unsere Special Olympics vergessen, aber darüber wird meine Kollegin Stefanie Vasold sprechen. Lassen Sie uns zusammenfassen und gemeinsam diesen Weg weitergehen, entschlossen, solidarisch und mit dem klaren Ziel, Wien als lebenswerteste, gesunde, starke Stadt für alle zu gestalten. Sport ist kein Nice-to-have, Sport ist ein Must-have. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Gorlitzer. - Bitte, Herr Gemeinderat, die Redezeit ist eingestellt, Sie sind am Wort.

 

11.46.33

GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrter Herr Stadtrat, meine Damen und Herren!

 

Heute geht es um das Wiener Sportförderprogramm, und es ist ein sehr wichtiger Punkt, den wir heute hier diskutieren. Was ist der Hintergrund? - Der Hintergrund ist der, dass in Wien 23 Prozent aller Kinder zwischen fünf und neun Jahren übergewichtig sind, 6 Prozent leiden unter Adipositas und die Tendenz ist stark steigend. Wir erwarten, dass in Wien in den nächsten zwei Jahren fast ein Drittel aller Kinder übergewichtig sind. Die Folgen sind schon von unserer Sportheldin Ingrid Korosec - das muss ich echt sagen mit dem Alter -, aber auch von Mag. Hu und Yvonne Rychly genannt worden. Die Folgen sind zunehmender Diabetes, Herz- und Gelenkprobleme und psychische Belastungen. Was kann man dagegen tun? - Sich gesund ernähren, das ist klar, aber vor allem Sport betreiben und Bewegung machen. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Der Sportstättenentwicklungsplan "Sport Wien 2030" sieht 400 Millionen EUR vor, die investiert werden sollen. Es ist auffällig, dass vor allem Sportstätten in Flächenbezirken gebaut und erneuert werden und vor allem kleinere Bezirke oder die Bezirke im Westen Wiens vernachlässigt werden. Ich gebe Ihnen dazu ein paar Beispiele: zum Beispiel das Leichtathletikzentrum im 2. Bezirk. Wenn man da die Laufbahn anschaut, dann ist das keine Laufbahn, sondern eher eine Stolpersteinbahn, da gibt es viele Löcher, die beim Laufen sehr hinderlich sind. Es gab einen gemeinsamen Antrag von allen hier vertretenen Parteien in der Bezirksvertretungssitzung 2021, hier wurde beantragt, Gespräche mit dem zuständigen Bezirksvorsteher Nikolai aufzunehmen, damit die Trainingszeiten der Verbände besprochen werden sollten. Beim Spatenstich der Sportarena 2022 wurde das wiederholt gefordert. Passiert ist bis jetzt nichts, und das ist sehr traurig, weil genau eine Abstimmung der Trainingszeiten der Sportverbände maßgeblich ist.

 

Ein anderes Beispiel ist mein Heimatbezirk. Der ASV13, das ist die einzige große Sportstätte in Hietzing mit 500 Kindern, die hier fleißig trainieren, Matches spielen und Wettkämpfe austragen. Ich habe gerade am Sonntag beim Praterblütenlauf die Astrid Rompolt gesehen, sie hat sich ein bisschen gerissen, weil mein Name aufgerufen worden ist, weil da ein Herr Gorlitzer auf dem Siegespodest gestanden ist. Das war nicht ich, ich laufe nicht mehr fünf Kilometer unter 20 Minuten, das ist schon lange, lange her, also ich brauche da schon viel länger. (Heiterkeit bei der ÖVP. - GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović: Kann noch werden!) Aber ich war natürlich froh, dass das Team ASV13 im Teamwettbewerb mit meinem Sohn den 1. Platz geholt hat. (Beifall bei der ÖVP und von GRin Ing. Astrid Rompolt, MA.)

 

Es ist immer schön zu sehen, wenn die Kinder und Jugendlichen mit viel Freude Sport betreiben. Ich war auch ganz erstaunt, Ingrid, dass da einige über 70 Jahre alt waren, die auch erstaunliche Zeiten gelaufen sind im 5-Kilometer- und 10-Kilometer-Lauf.

 

Zurück zum ASV13. Das ist ein großer Sportplatz, allerdings sind die Umkleidekabinen und Duschmöglichkeiten vor Ort dringend sanierungsbedürftig. Da geht also kein Mensch mehr duschen, das ist schon so alt, dass es schon fast zusammenfällt. Man wartet auch hier schon seit vielen Jahren auf eine klare Entscheidung, wann und ob diese Anlage renoviert wird.

 

Ein weiteres Thema, das wirklich auffällig ist, ist, dass 10 Prozent der Kinder in Wien nicht schwimmen können. Das sind mehrere tausend Kinder, die nicht schwimmen können in Wien, weil es auch da an Organisation, aber auch an Sport- und Schwimmbecken fehlt. Auch den Schwimmsportvereinen fehlt eigentlich eine klare Schwimmbahn zum Trainieren. Das ist oft überfüllt und sie stehen natürlich in Konkurrenz zu anderen Sportarten. Aber der Schwimmleistungssport wird hier in Wien stark vernachlässigt und das muss sich ändern. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Das letzte Thema, zu dem die SPÖ-NEOS-Regierung einen eigenen Antrag gestellt hat, zu dem wir auch einen einbringen, ist der Postsportplatz in Hernals. Dessen Zukunft ist ungewiss, der aktuelle Pachtvertrag mit der Post AG läuft 2027 aus, das soll neu ausgeschrieben werden, und man befürchtet, dass dieser Verein nach mehr als hundert Jahren sein Ende findet.

 

Es gibt eine Bürgerinitiative "Rettet den Post SV Wien", diese Petition hat bis jetzt 16 000 Unterschriften erreicht. Ziel ist der Erhalt dieses Areals als frei zugängliche Sportstätte. Wir haben schon gehört, dieser Post Sportverband zählt 5 000 Mitglieder, darunter 2 000 Kinder und Jugendliche. Dieser Verein arbeitet auch selbst an einem Zukunftskonzept, das sie dem Herrn Stadtrat gern präsentieren wollen, kriegen leider keinen Termin. Aber vielleicht kann sich das ändern.

 

Im Sommer soll außerdem ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung des Areals erstellt werden. Deswegen ist auch meine Aufforderung: Herr Stadtrat, bitte, treten Sie in diese wichtigen Gespräche ein, Sie haben dabei auch eine sehr wichtige Rolle und die Chance, alle Beteiligten anzuhören. Es ist auch wichtig, schließlich eine Lösung für diese Vereine und auch für die Schulen, die dort Sport betreiben, zu finden. (Beifall bei der ÖVP.)

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular