Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 25 von 89
Inklusion nicht als Schlagwort sehen, sondern als gelebte Praxis. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Sport darf keine Frage des Geldbeutels oder der Herkunft sein, er muss für alle zugänglich bleiben, und diese Förderungen sind ein klares Bekenntnis dazu. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vor einigen Wochen, am 17. April 2026, war es so weit: Das neu modernisierte Stadion des Wiener Sportclubs in Hernals wurde mit einem Eröffnungsspiel gegen den SV Horn feierlich in Betrieb genommen. Einige von uns waren dort vor Ort, unter anderem auch ich. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, dieses Stadion gemeinsam mit dem Stadtrat offiziell zu eröffnen. Der Baustart erfolgte schon im Oktober 2024, seither wurde die traditionsreiche Anlage an der Alszeile von Grund auf modernisiert.
Sie ist heute nicht nur die Heimstätte des Wiener Sportclubs, sondern ein echter Sporthub für ganz Wien. Das Stadion umfasst rund 5 600 Zuschauerinnen und Zuschauer bei nationalen Spielen. Bei internationalen Begegnungen sind es auf Grund der UEFA-Auflagen rund 4 600 Plätze. Diese UEFA-Zertifizierung ist übrigens nicht selbstverständlich. Sie bedeutet, dass dort zukünftig auch auf höchstem Niveau ÖFB-Frauennationalteamspiele, Nachwuchsbewerbe sowie Rugby oder American Football Matches stattfinden können. (Beifall bei den NEOS und von GR Mag. Josef Taucher.)
Diese Anlage denkt nicht nur an den Sport von heute, sondern auch an die Herausforderung von morgen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Haupttribüne produziert rund 100 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Kombiniert mit einer modernen Wärmepumpe ist damit die weitgehend energieautarke Versorgung sichergestellt. (Beifall bei den NEOS.)
Wir haben vor Ort Zisternen zur Bewässerung, TV-taugliche LED-Flutlichtanlagen, ein modernes Energiemonitoring - und die klimaaktive Zertifizierung rundet das Bild ab. Das ist Klimaschutz in der Praxis und nicht nur als Versprechen, sondern als Bauwerk, das jetzt vor Ort steht. Neben dem Spielbetrieb des Wiener Sportclubs inklusive aller Nachwuchsmannschaften sind 20 Prozent auch für den Breitensport gewidmet.
Der Gemeinderat hat für dieses Projekt 22,9 Millionen EUR genehmigt, die aktuelle Kostenschätzung liegt bei 21,6 Millionen EUR. Das heißt für uns, wir liegen weit unter dem genehmigten Budget, und das ist gut so. Denn wir haben auch dieses Projekt innerhalb des Zeitplanes abgeliefert. Das ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit, und dafür gebührt allen Beteiligten der ausdrückliche Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
In Hernals passiert viel, ist neben dem Wiener Sportclub auch der Postsportplatz beheimatet. - 15 Hektar seit fast 100 Jahren durchgängig bespielt, das ist eine der größten zusammenhängenden Sportflächen der Stadt Wien. Die Situation ist bekannt, die Post AG hat als Eigentümerin entschieden, nach Auslaufen des aktuellen Pachtvertrages Ende 2027 den Betrieb neu auszuschreiben, damit - und ich zitiere den Pressesprecher der Post, Michael Homola - jeder zum Zug kommen kann. Die ursprünglichen Wohnbaupläne mit tausenden Einheiten sind mittlerweile vom Tisch. Der neue Plan sieht den Erhalt der Sportfläche vor. Eine neue Dreifeldhalle und allfällige Neubauten sollen ausschließlich auf bereits versiegelten Flächen entstehen.
Als NEOS - das überrascht hier im Haus wohl keinen - begrüßen wir prinzipiell Ausschreibungen. Jedoch haben wir auf diese Ausschreibung wenig Einfluss. Es ist die Entscheidung der Post AG als Eigentümerin, und das respektieren wir. Was wir uns aber wünschen, ist ein faires und transparentes Verfahren, bei dem am Ende nicht nur die Rendite entscheidet, sondern das Gemeinwohl. Mit der SPÖ zusammen haben wir dazu heute einen Resolutionsantrag gestellt.
Ein Sportplatz dieser Bedeutung ist keine gewöhnliche Immobilie. Es ist eine öffentliche Infrastruktur für tausende Menschen, das soll sich im Ergebnis dieser Ausschreibung klar widerspiegeln. Was wir von der Post AG erwarten, ist also klar. Die Sportflächen bleiben im vollem Umfang bestehen. Wer den Zuschlag bekommen soll, verpflichtet sich zum Breitensport und zur angemessenen Instandhaltung dieser Anlage.
Der Postsportverein hat selbst angekündigt, sich zu bewerben. Das begrüßen wir auch. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann bringt ein Betreiber, der dieses Areal fast hundert Jahre kennt, etwas mit, was vermutlich kein Mitbewerber vorweisen kann. Er weiß, wie man tausende Menschen zum Sport bringen kann, er kennt die Strukturen, die Vereine, die Kinder. Das sind Qualitäten, mit den man bei einer fairen Ausschreibung punkten kann und auch soll. Dieses Verfahren wird zeigen, wer sich am besten für diesen Sportpatz eignet. Ich bin gespannt, und ich bin zuversichtlich.
Was wir heute beschließen, und was wir in der letzten Zeit eröffnet haben, sind keine Einzelmaßnahmen, das ist Teil der Gesamtstrategie des Sportstättenentwicklungsplanes "Sport Wien 2030". Im Rahmen dieses ambitionierten Programms stellen wir der Stadt rund 400 Millionen EUR bereit, um bestehende Anlagen zu sanieren und neue, moderne Sportstätten zu errichten. Die ökologischen Anforderungen, der Abschied von Gas, Klimaaktivzertifizierungen und nachhaltige Baumaterialen sind dabei Standard. Sport und Klimaschutz gehen in Wien Hand in Hand. Das ist für uns auch sehr wichtig.
Wien beweist aber auch international, was möglich ist, wenn es um Sport geht. Von 25. bis 30. Juni 2026 finden hier die Special Olympics statt. Anfang Juni laden auch die Sportfinals Austria mit über 6 000 Athletinnen und Athleten in mehr als 40 Sportarten dazu ein, Sport mitten in der Stadt zu erleben - mit Titelentscheidungen auch bei uns am Rathausplatz. (Beifall bei den NEOS.)
Es finden heuer noch viele weitere Großveranstaltungen statt, wie zum Bespiel der Frauenlauf, der Vienna Night Run, 3x3-Turniere, das Erste Bank Open und vieles mehr. Wien ist 2026 wieder einmal Sporthauptstadt und das nicht nur auf dem Papier, sondern auf den Plätzen und in den Sportstätten und auf den Straßen dieser Stadt.
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