Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 12 von 89
zum Maturajahrgang durchgehend am Wiener Töchtertag teilnehmen.
Ziel des Töchtertages ist es ja, Mädchen für Jobs und Ausbildungen im technischen, naturwissenschaftlichen und handwerklichen Bereich zu begeistern, und mittlerweile haben wir auch über 300 Unternehmen, die da Einblicke in die praktische Berufswelt geben, nämlich abseits von diesen traditionellen Rollenbildern. Die Mädchen können mit Geräten arbeiten, Materialien angreifen und überall dort, wo es möglich ist, natürlich auch weibliche Führungskräfte treffen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir haben da eine Botschaft an die Mädchen: Mädchen können alles, Mädchen schaffen alles! Und diese Phrasen: Das ist typisch Mädchen, das ist typisch Bursche!, sollen endlich der Vergangenheit angehören.
Dass diese Initiative auch Wirkung zeigt, das durfte ich selbst erleben, denn ich war vergangenen Donnerstag bei Siemens - das war das erste Unternehmen, das am Wiener Töchtertag teilgenommen hat -, und dort war eine Frau anwesend, die tatsächlich beim allerersten Töchtertag im Jahr 2002 teilgenommen hat und dadurch auch ihren Traumjob, ihren Traumberuf gefunden hat. Es war einfach sehr, sehr schön, zu sehen, dass dieser Töchtertag auch Wirkung hat.
Wir in Wien, wir stärken die Mädchen aber natürlich nicht nur am Töchtertag, sondern 365 Tage im Jahr. Deshalb haben wir ja auch ein weiteres Projekt mit MINT-Schwerpunkt, nämlich "Mädchen feiern Technik", das von der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle initiiert wurde und heuer sogar auf weitere Abteilungen ausgeweitet wurde. Dabei erhalten Schülerinnen von der 5. bis zur 8. Schulstufe bei Exkursionen praxisnahe Einblicke in die Berufe der Stadt Wien. Mittlerweile an Bord sind Wiener Wasser, Wiener Wohnen, das Bau- und Gebäudemanagement, die 48er, Wien Kanal und viele mehr.
Es gibt natürlich auch noch Mädchen-Workshops, es gibt das Projekt "Gemeinsam stärker" in den Schulen - da, wo das Ziel ist, ein Klima zu schaffen, das von Rücksichtnahme geprägt ist, ohne Abwertung, ohne Mobbing, ohne Diskriminierungen auf Grund von Geschlecht, sexueller Orientierung und Herkunft. Es geht einfach darum, schon sehr, sehr früh das Bewusstsein für Gleichstellung zu schärfen und überholte Rollenbilder aufzubrechen.
Die Palette, wie Sie sehen, wird also laufend breiter, und wir sind auch dran, das in Zukunft weiter auszuweiten. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank.
Die 1. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Frau GRin Keri, bitte.
GRin Sabine Keri (ÖVP): Vielen Dank. - Guten Morgen, Frau Stadträtin! Danke für die ausführliche Antwort. Sie haben gesagt, es sind zirka 300 Unternehmen, die mitmachen. Gibt es hier eine Art Evaluierung oder ein Ranking, welche Unternehmen besonders beliebt sind? Wenn es das gibt: Sieht man, dass es immer sozusagen die gleichen Unternehmen sind? Und wenn dem so ist, gibt es dann auch Bemühungen, dass diese Partner oder Partnerinnen bleiben?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin.
Amtsf. StRin Mag. Elke Hanel-Torsch (SPÖ): Vielen Dank für die Frage. Mir liegt jetzt kein Ranking vor, ob manche Unternehmen besonders beliebt sind oder nicht.
Ich kann der Frage aber gerne nachgehen und nachschauen, ob es Zahlen dazu gibt. Es gibt aber selbstverständlich Unternehmen, die Jahr für Jahr dabei sind, wie zum Beispiel Siemens vom ersten Tag an. Da kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten: Das Interesse bei den jungen Mädchen war ungebrochen hoch. Es war wirklich ein tolles Angebot, das dort geschaffen wurde. Ich liefere das aber gerne nach.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Danke. - Die 2. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - GRin Mag. Malle, bitte.
GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Guten Morgen, Frau Stadträtin! Wir finden den Töchtertag natürlich großartig - ich glaube, das ist keine besondere Überraschung - und wollten als Grüner Klub im Rathaus in dem Sinn daran teilhaben, dass wir es Mädchen ermöglicht hätten, beispielsweise einmal einen Tag bei uns zu verbringen. Wir haben auch mit Ihrer Vorgängerin darüber geredet. Es gibt schon eine gewisse Offenheit, wenn das politisch natürlich ausgeglichen ist. Das ist sowieso klar. In unserem Sinne könnten sich also natürlich gern auch die anderen Fraktionen diesbezüglich etwas überlegen. Uns ist es wichtig, weil wir ein Bewusstsein dafür haben, dass Frauen in die Politik gehören.
Ich wollte Sie fragen, wie Sie dazu stehen und ob Sie sich vorstellen könnten - wir sind damit heuer wie gesagt leider abgeblitzt -, dass wir auch als Fraktionen hier im Rathaus stärker am Töchtertag teilnehmen, als das bis jetzt der Fall ist.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Elke Hanel-Torsch (SPÖ): Vielen Dank auch für diese Frage. Ich glaube, es ist wichtig, junge Mädchen und Frauen auch an die Politik heranzuführen. Es gibt ja mittlerweile das Format Girls in Politics, durch das wir sie aufmerksam machen und auch Gusto auf Kommunalpolitik machen.
Die Frage ist, ob wir dieses Format besser ausweiten können, um auch unsere Arbeit hier im Landtag und im Gemeinderat sowie in den einzelnen Klubs schmackhaft zu machen oder ob wir das im Rahmen des Wiener Töchtertages machen. Ich glaube, das sollten wir uns gemeinsam näher ansehen.
Fakt ist: Auch ich bin dafür, dass wir jungen Frauen und Mädchen zeigen sollen, dass wir sie in der Politik willkommen heißen und sie in der Politik brauchen. Deshalb danke auch für diese Anfrage.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - Frau GRin Frühmesser-Götschober, bitte.
GRin Lisa Frühmesser-Götschober (FPÖ): Guten Morgen, Frau Stadträtin! Sie haben ja eh schon gesagt, dass die Entwicklung der letzten Jahre einen klaren
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