Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 52 von 119
Preis von einer. Vielleicht würde das die Auslastung des Volkstheaters steigern? - Was zumindest optisch, wenn schon nicht in der Höhe der Eigendeckung einen Aufschwung bewirken könnte.
Mit den 12,2 Millionen EUR Jahresförderung für 2026, die Sie heute absegnen werden, ist das Volkstheater eine der wenigen Kultureinrichtungen Wiens, die keine Budgeteinbußen hinnehmen müssen. Im großen Unterschied zum Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker - meinem Lieblingsthema -, die nicht nur zu 100 Prozent auf die Förderung der Stadt Wien verzichten, sondern auch noch mit immensen Zahlungen durch Gebührenerhöhungen an diverse Magistratsabteilungen der Stadt Wien kämpfen müssen. Die Genehmigungen und Bescheide, die Kosten der Müllentsorgung, Sanitärdienste, Einsatzkräfte zur Gewährung der Sicherheit und so weiter haben sich auch für solche Veranstaltungen durch Ihren Gebührenerhöhungswahnsinn verdoppelt. Kommen Sie doch zumindest diesbezüglich den Veranstaltern entgegen und gewähren Sie ein Aussetzen der in den Himmel wachsenden Abgaben.
Ich schließe wieder einmal mit einer Frage, Frau Kulturstadträtin: Wissen Sie zum jetzigen Zeitpunkt, ob das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in gewohnter Weise stattfinden wird oder nicht? - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Weninger, und ich erteile es ihr. - Bitte.
GRin Katharina Weninger, BA (SPÖ): Frau Kulturstadträtin, sehr geehrte Damen und Herren!
Ich war im Vorfeld ja schon ein bisschen gespannt auf Ihre Rede (in Richtung der ÖVP), weil ich nicht gewusst habe, was auf uns zukommt. In den letzten Jahren haben wir ja leider gerade, was den Punkt des Volkstheaters angeht, kein gutes Haar an der Institution lassende Redner aus Ihrer Fraktion gehört. Ich freue mich, dass mittlerweile offensichtlich ein bisschen eine Kehrtwende in der Volkspartei eingetreten ist und man sich über die Subvention für das Volkstheater freut.
Zu Ihren Einwänden, dass es keine mehrjährigen (Zwischenruf und Heiterkeit bei GR Harald Zierfuß.) - Naja, es waren schon positive Worte von der Kollegin, die nehme ich gerne auf und freue mich, wenn man die Kultureinrichtungen unserer Stadt unterstützt.
Was die Einwände der Kollegin angeht, dass es keine Mehrjahresförderungen sind - ja, natürlich hätten wir alle gern im Kulturbereich viel mehr Geld und würden gern noch langfristiger planen können. Wir wissen alle, dass wir in einer Situation sind, die finanziell sehr, sehr angespannt ist. Wenn wir uns das Kulturbudget der Stadt Wien anschauen, möchte ich mich an der Stelle noch einmal bei unserer Kulturstadträtin ganz, ganz herzlich dafür bedanken, mit welcher Weitsicht sie gespart hat und mit welch feiner Klinge, wie sie jede Institution eigens angeschaut hat, um zu sehen, wo kann man sinnvoll sparen, wo wird möglichst wenig eingeschnitten, wie können wir möglichst viele Kunst- und Kulturinstitutionen unserer Stadt erhalten und fördern, so dass der Weiterbetrieb da ist. Genau das ist uns gelungen. Vielen Dank dafür noch einmal, Frau Stadträtin.
Das ist uns auch beim Volkstheater gelungen, das freut mich sehr, und man sieht, dass die Fördermittel der Stadt Wien auch Früchte tragen, gerade beim Volkstheater, einer wunderbaren Institution. Weil das vorhin angeführt worden ist - die letzte Intendanz von Kay Voges ist by the way in Corona-Zeiten gestartet, was vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass nicht 100 000 Leute gleichzeitig das Volkstheater niedergerannt haben. (GR Lukas Brucker, MA: Das passiert sowieso nicht! Das passiert sowieso nicht!) Die Intendanz trägt bis heute noch ihre Früchte. "Fräulein Else", das ist vor ein paar Wochen bekannt geworden, ist eingeladen beim Berliner Theatertreffen, das ist eine unglaublich große Auszeichnung für dieses wunderbare Stück. Die Darstellerin Julia Riedler ist für ihre Rolle in dem Stück als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet worden. Also ich denke, dass diese Intendanz auch weit bis in die Jetztzeit nachwirkt - und zwar positiv. Darüber freue ich mich auch sehr. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Mittlerweile hat ja Jan Philipp Gloger übernommen. Ich war jetzt schon ein paarmal da und durfte mir einige Stücke anschauen. Jedes Mal pumpvolles Haus, fulminanter Applaus und auch bei den Stücken, bei denen ich nicht war, waren die Kritiken hervorragend.
Ich möchte mich an der Stelle beim Team des Volkstheaters ganz, ganz herzlich bedanken. Ich freue mich sehr, dass wir heute den zweiten Teil der Jahresförderung, die weiteren 5 Millionen EUR, für das Volkstheater beschließen können, weil das Volkstheater für Wien nicht nur eine Bühne ist, sondern eine Institution, die kulturelle Identität, Theatergeschichte und den gesellschaftlichen Diskurs in unserer Stadt mitprägt, und das soll auch weiter so sein. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet, die Debatte ist daher geschlossen, der Berichterstatter hat auf das Schlusswort verzichtet. Wir kommen daher gleich zur Abstimmung.
Wer der Postnummer 30 zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der SPÖ, NEOS und der GRÜNEN, womit diese Postnummer mehrstimmig gegen die Stimmen der ÖVP und FPÖ angenommen ist.
Ich schlage vor, die Verhandlung über die Geschäftsstücke 1 und 2 der Tagesordnung, sie betreffen Förderungen im Bereich Integration und Diversität, zusammenzuziehen, die Abstimmung jedoch getrennt durchzuführen. Wird dagegen ein Einwand erhoben? - Sehe ich nicht. Ich ersuche daher die Berichterstatterin, GRin Rezaei, die Verhandlung einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Mag. Alexandra Rezaei: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist GR Stumpf, und ich erteile es ihm. - Bitte, Sie sind am Wort.
GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Frau Berichterstatterin, sehr geehrte Damen und Herren!
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