Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 42 von 119
garantieren weiterhin die Sicherheit aller Gäste. Wir halten die Hygienestandards weiterhin aufrecht - siehe eben auch das Poststück, das wir gerade diskutieren. Wir sorgen für einen umfassenden Badekomfort. Sozial verträgliche Einsparungen werden eben auch dadurch möglich, dass die Bäder mit klugen Maßnahmen rund 2 Millionen EUR an Einsparungen erzielen.
In diesem Zusammenhang erinnere ich sehr gern daran, dass die Modernisierung des Döblinger Bades, insbesondere die Modernisierung der technischen Ausstattung des Bades, uns zukünftig nicht nur klimaschädliche Emissionen ersparen wird - wir sprechen dabei von 83 Prozent weniger CO2 -, sondern wir senken damit auch den Energie- und Wasserverbrauch. Das spart Geld.
Die Wienerinnen und Wiener kennen das Angebot der städtischen Bäder. Sie wollen diesen Zugang auch weiterhin garantiert wissen. Sie wissen, warum sie 50 Cent mehr zahlen. Sie wissen auch, warum es die Adaptierungen bei den Öffnungszeiten braucht.
Was Sie fordern, liebe ÖVP, ist reiner Populismus. Denn die Konsequenz davon ist sozialer Kahlschlag. Zu Ende gedacht kann dieser Zugang, den sich die Wienerinnen und Wiener wünschen und erwarten, mit Ihren Vorschlägen niemals garantiert werden.
Wir garantieren diesen Zugang. Denn die Wiener Bäder sind mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Sie tragen maßgeblich zur Lebensqualität in unserer Stadt bei. Sie sind ein Kulturgut und vor allem im Sommer zentrale Hitzeschutzpartnerinnen. Besonders für Familien in unserer Stadt sind die Wiener Bäder eine wichtige und notwendige Einrichtung. Wir erhalten sie nicht nur, sondern bauen sie so weit wie möglich aus.
Wir halten an unseren Sanierungs- und Neubauprojekten fest, sei es der Neubau der Schwimmhalle im Höpflerbad, die Sanierung des Jörgerbades oder eben die Erneuerung des Daches im Döblinger Bad. In Wien ist Badevergnügen zu jeder Jahreszeit mit einem breiten und leistbaren Angebot garantiert. Daran wird nicht gerüttelt. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. Der Herr Berichterstatter verzichtet auf das Schlusswort.
Wir kommen nun zur Abstimmung über die Postnummer 19. Ich bitte jene Damen und Herren des Gemeinderates, die dem Antrag des Berichterstatters zustimmen wollen, die Hand zu heben. - Das ist einstimmig so angenommen.
Wir kommen zur Abstimmung über einen Antrag der ÖVP betreffend Rücknahme der Bäderpreiserhöhungen beziehungsweise Leistungsreduktionen bei den Wiener Bädern. Wer dem Antrag Folge leistet, den bitte ich um ein Zeichen. - Das ist mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und GRÜNEN gegen die Stimmen der SPÖ und der NEOS in der Minderheit.
Es gelangt nunmehr die Postnummer 21 der Tagesordnung zur Verhandlung. Sie betrifft eine Förderung an die Stadt Wien Kunst GmbH für das Atelierhaus 2026. Ich darf die Berichterstatterin, Frau GRin Akcay, bitten, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Safak Akcay: Ich ersuche um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank. Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist Herr GR Stumpf. Ich erteile es ihm. - Bitte.
GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Frau Berichterstatterin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen im Haus!
Gleich vorweg: Wir werden diesem Akt zustimmen, weil wir der Meinung sind, dass das Atelierhaus am Otto-Wagner-Areal ein wichtiges Projekt ist. Selbstverständlich brauchen Künstler auch Räume, um sich zu verwirklichen und ihre Kunst auch entsprechend in Leben zu gießen. Eine Stadt wie Wien lebt ja auch davon, dass Kunst nicht nur verwaltet, sondern in den meisten Fällen auch geschaffen wird.
Jede Kulturförderung ist aber mehr als eine rein budgetäre Entscheidung. Sie ist auch eine Verantwortung. Wenn die Stadt Kulturinstitutionen finanziert, dann finanziert sie immer auch Vermittlung, also die Frage, wie Geschichte erzählt wird. Genau darüber möchte ich heute reden.
Denn während wir hier heute über Kultur debattieren, läuft im Wien-Museum die große Adolf-Loos-Ausstellung. Ich habe heute Vormittag auch in der Fragestunde an die StRin Kaup-Hasler die Frage gestellt, wie man mit dieser sehr unangenehmen Situation umgeht, dass es keine entsprechende Kontextualisierung zur Person Adolf Loos gibt.
Denn er war natürlich nicht nur ein bedeutender Architekt. Das steht außer Frage - Wiener Moderne, ein wichtiger Name, ganz klar. Das wird dort auch sehr ausführlich gezeigt. Was aber nicht entsprechend sichtbar gezeigt wird, meine Damen und Herren, ist, dass er auch ein verurteilter Sexualstraftäter an minderjährigen Mädchen war. Genau da beginnt das Problem.
Als ich das in der Tageszeitung "Kurier" gelesen habe - ich bin ein Mensch, der die Dinge gern persönlich nachprüft -, bin ich auch hingegangen. Ich habe auch gesucht. Ich wurde fündig, aber nicht sofort. Wie die Frau Stadträtin heute in der mündlichen Beantwortung meiner Frage gemeint hat: Ja, es gibt da so eine Art Touchscreen. Da kann man sich durchklicken, und irgendwann ist es auf irgendeiner Seite dann schön inhaltlich beschrieben. Ja, das muss man einmal finden.
Während in Wien Straßennamen diskutiert werden, Denkmäler generell in Frage gestellt werden und historische Figuren nach heutigen Kriterien bewertet werden - da scheuen Sie keine Debatte -, wird, sobald es um bestimmte kulturelle Ikonen geht, die Ihnen wichtig sind, dann aber plötzlich relativiert. Da wird erklärt. Da wird nicht wirklich eingeordnet, vor allem nicht in einer deutlichen Art und Weise, wie es in diesem Fall wichtig wäre. (Beifall bei der FPÖ.)
Das, geschätzte Damen und Herren, ist die Doppelmoral der Wiener Kulturpolitik. Gerade in Zeiten von Epstein und anderen schrecklichen Verbrechen an Minderjährigen ist es nicht nur ein Akt der Fairness, sondern es sollte selbstverständlich sein, dass in einer Ausstellung, durch die jährlich tausende Schüler gehen, auch
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