Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 41 von 119
Es gelangt nunmehr die Postnummer 19 der Tagesordnung zur Verhandlung. Sie betrifft die Erhöhung einer Sachkreditgenehmigung für die Dacherneuerung und Attraktivierung der Schwimmhalle im städtischen Kombibad Döbling. Ich darf den Herrn Berichterstatter, Herrn GR Mader, bitten, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatter GR Thomas Mader: Ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist Frau GRin Keri. Ich erteile es ihr. - Bitte.
GRin Sabine Keri (ÖVP): Sehr geehrter Herr Stadtrat, sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, werte Damen und Herren!
Wie im Akt zu lesen ist, geht es hier um die Erhöhung einer Sachkreditgenehmigung für die Schwimmhalle Döbling. Man hat erkannt und festgestellt, dass es Schadstoffe und Störstoffe in der Schwimmhalle bis zum Saunabereich gibt. Daher sind die Kosten um 44 Prozent gestiegen. Ich muss Ihnen sagen: Wenn man den Umfang der Schadstoffe bei dieser Angebotslegung tatsächlich nicht kannte, dann ist das natürlich auch erklärbar. Daher werden wir dieser Erhöhung auch zustimmen.
Warum ich mich aber zu Wort melde - ich glaube, der Herr Stadtrat kann es schon ahnen -, ist natürlich, dass wir wieder einen Antrag einbringen. Und zwar geht es darum, dass die bereits umgesetzten Reduktionen von Leistungen sowie die Erhöhung der Tarife zurückgenommen werden sollen. Denn zu Beginn von 2026 wurden die Eintrittspreise der städtischen Bäder in Wien eben um durchschnittlich 6,37 Prozent erhöht. Gleichzeitig wurden auch Leistungen reduziert.
Ich möchte nur zwei Bereiche herausheben, wo Leistungen reduziert worden sind, und darauf eingehen.
Das eine sind die Saunastandorte - wir haben heute schon im Petitionsausschuss darüber gehört - wie im Apostelbad, im Einsiedlerbad, im Hermannbad und im Penzinger Bad. Dort ist es so, dass es im Hochsommer natürlich Betriebssperren gibt. Das ist auch nachvollziehbar.
Jetzt ist es aber so, dass diese Betriebssperren auf Grund von Einsparungsmaßnahmen auf fünf Wochen verlängert wurden. Die fangen schon im Mai an. Das ist etwas, was für die Saunaliebhaber natürlich nicht nachvollziehbar ist.
Ein weiterer Punkt, den wir uns wirklich auch anschauen müssen, betrifft die Einsparungen bei den Familienbädern. Da haben wir Änderungen bei den Öffnungszeiten. Das betrifft elf Familienbäder im 2., im 5., in Favoriten, im 11., im 16., im 19., im 14., im 3., im 21. und im 18. Bezirk. Die Öffnungszeiten waren ab Mai immer von 10 bis 19 Uhr. Jetzt ist es so, dass die Bäder erst um 13 Uhr geöffnet werden und diese Öffnungszeiten im Mai und Juni reduziert werden.
Das ist im Hinblick darauf, dass es immer schneller wärmer und heißer wird und Familienbäder besonders bei Familien mit kleinen Kindern sehr beliebt sind, natürlich eine Einsparungsmaßnahme, die wir nicht schätzen und auch nicht mittragen können, noch dazu, wo es sich die Stadt Wien ja jetzt zur Aufgabe gemacht hat - wir werden darüber heute auch noch verhandeln - die kinderfreundlichste Stadt zu werden. Ich finde, das kann man miteinander überhaupt nicht mehr verbinden. Denn ganz ehrlich: Wenn man die kinderfreundlichste Stadt der Welt werden will, dann sollte man nicht an den Freizeitangeboten von Familien und Kindern sparen. (Beifall bei der ÖVP.)
Ich weiß, es wird das Argument des Valorisierungsgesetzes kommen. Das lasse ich aber nicht gelten, weil ich denke, wenn man etwas wirklich möchte, dann findet man auch einen Weg. Die rot-pinke Stadtregierung versteckt sich hier meiner Meinung nach hinter Automatismen.
Wichtig ist, das möchte ich noch einmal sagen, Wiener Bäder sind ja, was die Freizeitbeschäftigung, aber auch den Sport angeht, im Allgemeinen ein zentraler Bestandteil für Familien, Kinder und auch Seniorinnen und Senioren. Ich kann immer wieder nur sagen: Dadurch, dass Sport - das wissen wir - für die Gesundheit extrem wichtig ist, können wir nicht bei Sportanlagen sparen. - Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste ist Frau GRin Costa zu Wort gemeldet. - Bitte.
GRin Sara do Amaral Tavares da Costa (SPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, lieber Herr Stadtrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Zuseherinnen und Zuseher!
Wir diskutieren heute bei diesem Poststück eben die Erneuerung des Daches im Döblinger Bad. Konkret geht es um die bereits genannte Erhöhung der bereits beschlossenen Zuwendungen, um die Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten.
Die ÖVP nimmt das zum Anlass, um unter anderem die Rücknahme der Preiserhöhungen bei den Bädertickets zu fordern. Das kann man schon machen. Es klingt gut, ist nur leider ein bisschen heuchlerisch, weil Sie den Wienerinnen und Wienern ja nicht die gesamte Geschichte erzählen.
Ich will gar nicht zu lang ausführen, wie Sie sich auf Bundesebene gegen die Einführung der so notwendigen Besteuerung von Superreichen stellen (GR Harald Zierfuß: Was hat das damit zu tun?) und wie Sie sich schützend vor jene Unternehmer stellen, die keine gerechten Löhne zahlen wollen, durch die man dann zum Beispiel auch das Ticket zahlen kann, und keine guten Arbeitsbedingungen schaffen wollen, womit sie ja genau jenen Unternehmen schaden, die es besser machen wollen.
Was Sie in Ihrem Antrag verschweigen, ist, was es bedeutet, wenn dieses Geld eben fehlt. In anderen Gemeinden müssen Bäder schließen. Ihnen steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Weniger Geld bedeutet Einschnitte in Hygiene- oder Sicherheitsstandards. Diesen Weg gehen wir auf keinen Fall. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig auch ein klares Nein zu Privatisierungen ist. Das wäre letzten Endes ja auch die Konsequenz Ihrer Forderungen.
Trotz angespannter Budgetlage gibt es eine Reihe von Dingen, die für uns nicht zur Debatte stehen. Wir
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