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Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 23 von 119

 

können, immer noch zu viele Kinder haben, die nicht richtig auf die Schule vorbereitet sind. Also das, was Sie tun, reicht ja offensichtlich nicht. Ich würde mich an Ihrer Stelle nicht damit schmücken, dass Sie das tun, sondern eher sagen, was konkret Sie verbessern, damit der Outcome, also die Chancen der Kinder tatsächlich Ihrem Anspruch gerecht wird, weil der Anspruch ist ja einer, den wir auch teilen. (Beifall bei den GRÜNEN.) Was es wirklich braucht - und das ist schon mein Schlusssatz - und neu gedacht wäre, wären endlich kleinere Gruppen, ein besseres …

 

Vorsitzender GR Armin Blind (unterbrechend): Herr Kollege, ich darf auch Sie erinnern, die Redezeit ist abgelaufen, bitte ein kurzer Schlusssatz.

 

GR Felix Stadler, BSc, MA (fortsetzend): Ich wollte den Satz nur fertig sagen: Kleinere Gruppen, einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, echt mehr Zeit für Kinder, damit wirklich auch die Chancen der Kinder besser werden, das wäre echt neu gedacht. - Vielen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster ist Herr GR Saurer zu Wort gemeldet. - Bitte, Herr Kollege, Sie sind am Wort.

 

10.58.58

GR Mag. Bernd Saurer (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Damen und Herren!

 

Ich möchte nur kurz auf das botanische Gleichnis meines Vorredners Nikola Poljak eingehen. Er hat gebracht, dass der Garten eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen aufweist. Jetzt wollte ich wissen, Nikola, als was du dich als Kind gefühlt hast, als rote Rose mit scharfen Dornen, als Ochsenherz, das ist eine Tomate mit sehr viel Kern im Herzen, oder doch als Rhabarber, ist leicht zum Einkochen, mit grünem Anstrich?

 

Diese Einrichtungen tragen da die größte Verantwortung, sie legen das Fundament für jede weitere Bildungsbiografie. Wenn in vielen Gruppen - das haben wir jetzt vor allem von unserer Seite schon oft gehört - ein erheblicher Teil der Kinder zu wenig oder gar nicht Deutsch spricht, gleichzeitig Personal fehlt oder dieses auch oftmals nicht über die entsprechenden Deutschkenntnisse verfügt und darüber hinaus überlastet ist, dann können selbst die engagiertesten Pädagogen keine Wunder bewirken. Anstatt diese zentrale Entwicklungsphase konsequent zu stärken, wird sie von Ihnen, von Rot-Pink, seit Jahren vernachlässigt, obwohl genau hier die Weichen für Chancengerechtigkeit - das eines Ihrer liebsten Themenwörter ist - gestellt werden.

 

Die vierjährige Volksschule, jetzt auch ein Spielball für Sie, baut aber auf einer soliden, elementaren Vorbildung auf. Sie kann Lesen, Schreiben und Rechnen vermitteln, wenn Kinder mit ausreichenden Sprachkenntnissen und grundlegenden Kompetenzen ins Leben starten. Wer aber nur strukturelle Debatten über die Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit führt, wie Sie das machen und der Herr Bundesminister in den Raum gestellt hat, ohne zuvor die Basis im Kindergartenbereich abzusichern, setzt am falschen Ende an. Nicht die Schulstruktur ist das Kernproblem, sondern die mangelnde Priorisierung vor allem im Elementarbereich und in der frühen Förderung.

 

Auch in der Diskussion um Lehrinhalte zeigt sich diese Schieflage. Bewährte Bildungsangebote gegeneinander auszuspielen, etwa klassische Bildungsfächer wie Latein gegen moderne Technologien wie KI lenkt vom Wesentlichen ab. Eine starke Elementarpädagogik schafft die Voraussetzungen dafür, dass Kinder später sowohl Tradition als auch Innovation kompetent begegnen können. Digitale Kompetenzen, kulturelles Wissen und analytisches Denken entwickeln sich auf einem Fundament, das früh gelegt werden muss. Besonders kritisch ist, dass Wien unter Ihnen, unter Rot-Pink, zwar große bildungspolitische Schlagworte produziert, aber die strukturellen Defizite im Elementarbereich ungelöst bleiben. Zu große Gruppen, ein Sprachenwirrwarr schon in den Krabbelstuben und zu wenig Unterstützung für Pädagogen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern gerade die zentralen Herausforderungen.

 

Bildungspolitik darf kein wie bei Ihnen vorzufindendes ideologisches Projekt sein, sondern muss sich an der Realität und an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Eltern erwarten zu Recht gerade in den ersten Bildungsjahren Qualität, Verlässlichkeit und echte Förderung. Solange die Frühförderung nicht konsequent gestärkt wird, bleiben auch spätere Reformen lediglich Stückwerk. Wenn Sie es also mit der Chancengerechtigkeit ernst meinten, müsste der Kindergarten tatsächlich das Fundament für die spätere Karriere bilden. Sie belassen es allerdings nur bei symbolischen Strukturdebatten. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Gremel. - Herr Kollege, Sie sind am Wort.

 

11.03.14

GR Mag. Marcus Gremel, MBA (SPÖ)|: Danke, Herr Vorsitzender! - Werte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Ich beginne mit den Kündigungen, die diese Woche bei Trägern erfolgt sind, bei denen in der Vergangenheit Malversationen festgestellt wurden, weil Herr Kollege Zierfuß auch darauf eingegangen ist. Nun, Herr Kollege, wir leben nach wie vor in einem Rechtsstaat, und weil wir in einem Rechtsstaat leben, haben wir das getan, was man in so einer Situation ordnungsgemäß macht.

 

Wir haben uns angeschaut, wo bei Trägern, bei denen in der Vergangenheit Malversationen in den Abrechnungen festgestellt werden konnten, Vertragskündigungen zulässig sind und wo nicht. Dort, wo es möglich ist, haben wir gehandelt. Wir haben auch Vertragskündigungen umgesetzt, und ich gehe davon aus, es werden wohl leider auch nicht die letzten gewesen sein. Wir gehen da jedenfalls konsequent vor.

 

Wie immer sage ich dazu: größten Respekt vor der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Kindergärten dieser Stadt, größten Respekt auch vor der Vielzahl an Trägern, an privaten Trägern, die verlässliche und saubere Arbeit leisten, gleichzeitig aber auch null Toleranz gegenüber jenen, die glauben, sie können die Stadt ausnutzen. Das haben wir diese Woche wieder bewiesen, dort wo es rechtsstaatlich auch möglich ist.

 

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