Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 22 von 119
sammen geht, wenn man halt einfach will. (Beifall bei den NEOS.)
Ich möchte noch ganz kurz zu den 100 LesepatInnen kommen. Ich lade die FPÖ ein, mitzuwirken und daran zu arbeiten, dass wir noch mehr LesepatInnen bekommen. Vielleicht ganz kurz zur Richtigstellung, wir NEOS haben uns in den Schulen immer für die Öffnung eingesetzt. Wir waren halt damals nicht Bildungsminister und dass für die Öffnungszeiten in der Schule immer noch der Bund zuständig ist, sollte man mittlerweile auch wissen.
Wir bringen mehr Qualität, mehr Inklusion, mehr Sprachförderung, mehr Ausbildung, mehr Transparenz und mehr Schutz. Und ja, es bleibt natürlich noch viel zu tun, aber wir haben bewiesen, dass wir strukturell denken, dass wir investieren und dass wir die Elementarpädagogik nicht als Nebenschauplatz sehen, sondern als Fundament unserer Bildungspolitik, denn wer im Kindergarten richtig investiert, spart sich später die Reparaturpolitik. Genau deshalb gehen wir diesen Weg weiter, konsequent, evidenzbasiert und mit dem klaren Ziel, jedem Kind in Wien die bestmöglichen Startchancen zu geben. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächste ist Herr GR Felix Stadler zu Wort gemeldet. - Bitte, Herr Kollege, Sie haben das Wort.
GR Felix Stadler, BSc, MA (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Den Kindergarten neu denken haben wir jetzt schon ganz oft gehört und dann habe ich ähnlich wie Kollegin Keri ein paar OTS der vergangenen Jahre, nämlich von der Gründung der NEOS bis jetzt, und ein paar Reden der vergangenen Jahre durchgeschaut. Ich muss dazu sagen, nichts von dem, wirklich nichts von dem, was Sie hier heute sagen, ist neu gedacht. Das Problem ist eher, dass Sie die letzten Jahre nichts neu gemacht haben als Bildungspartei. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP.) Das ist ja das eigentliche Problem in dieser Stadt.
Ich habe dann auch sehr genau zugehört, Frau Kollegin Bakos, was Sie alles aufgezählt haben unter dem Begriff "wir denken es neu", nämlich "grundsätzlich und ganz ganz groß". Das haben Sie hier heute gesagt, und ich möchte diese Punkte einzeln durchgehen. Ich kann jetzt schon spoilern, zu jedem dieser Punkte, den Sie hier heute genannt haben als, "wir denken es grundsätzlich und ganz ganz groß neu", hat eine der Oppositionsparteien oder haben alle der Oppositionsparteien in den vergangenen sechs Jahren, die ich schon hier sein darf, einen Antrag gestellt, und Sie haben alle abgelehnt. Also nichts daran ist neu gedacht, Sie könnten auch einfach unsere Anträge nehmen und endlich einmal umsetzen. (Beifall bei GRÜNEN, FPÖ und ÖVP.)
Aber nachdem ich ja das nicht nur behaupten will, würde ich es gern Punkt für Punkt durchgehen. Sie haben gesagt, "mehr Zeit für Kinder", das war der erste Punkt. Ich glaube, der allererste Antrag, den wir hier eingebracht haben, war, dass es mehr PädagogInnen in den Kindergärten geben muss und dass die PädagogInnen mehr individuelle aber auch Gruppenvorbereitungszeit brauchen. Also, das ist mit Sicherheit nicht neu gedacht, nehmen Sie einfach die Anträge, die auch von der ÖVP oder von uns kommen zu dem Bereich, oder von allen Oppositionsparteien, und setzen Sie diese Anträge für mehr Vorbereitungszeit und kleinere Gruppen und mehr PädagogInnen um. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP.)
Gleiches gilt fürs Unterstützungspersonal, ich glaube, wir haben dutzende Anträge dazu gestellt, dass wir multiprofessionelle Teams in den Kindergärten brauchen. Dritter Punkt von Ihnen war mehr Vorbereitungszeit. Ich habe es schon erwähnt, den Antrag haben wir in den letzten sechs Jahren schon zehnmal gestellt, dass es mehr individuelle Vorbereitungszeit geben soll, aber auch für die ganzen Teams in den Kindergärten. Dann haben Sie gemeint, ein Punkt, der neu gedacht wird, ist die Sprachförderung. Also ich glaube, die Anträge, die hier insgesamt in den letzten sechs Jahren von allen zum Thema Sprachförderung - nämlich dass es mehr Sprachförderkräfte braucht, dass es mehr Sprachförderkräfte an allen Standorten braucht, und vor allem von uns auch, dass diese Sprachförderkräfte Teil des Teams am Standort sein müssen -, wurden hundertfach gestellt, möchte ich fast sagen, zumindest dutzendfach. Nehmen Sie diese Anträge und setzen Sie diese in die Realität um, anstatt zu behaupten, dass es, wenn Sie jetzt Sprachförderung sagen, einfach neu gedacht ist. (Beifall bei den GRÜNEN und von GR Harald Zierfuß.)
Ihr nächster Punkt war Inklusion. Zum Thema Inklusion haben auch alle Oppositionsparteien Anträge gestellt, es haben fast alle Oppositionsparteien hier auch neue System gefordert und neu gedacht. Und Ihr letzter Punkt war dann auch die Verwaltung neu denken. Wir haben erst im Dezember letzten Jahres einen relativ langen Antrag dazu gestellt, dass vor allem die Förderung privater Kindergärten in dieser Stadt durch die MA 10 auf komplett neue Beine gestellt werden soll. Das wird ja jetzt tatsächlich auch angegangen, aber tun Sie nicht so, als wären diese Punkte ein Neudenken des Kindergartens. Es sind Punkte, die Sie endlich umsetzen müssen, und Ihre Verantwortung als Regierungspartei ist nicht das Neudenken, sondern das Umsetzen dieser Verbesserungen in der Realität. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Ich möchte noch auf einige Punkte eingehen, die Sie erwähnt haben, nämlich sowohl Frau Kollegin Bakos als auch Kollege Burian, die Sie schon gemacht haben. Manche dieser Dinge sind ja tatsächlich positiv, kann man ja auch ruhig sagen. Mehr Reinigungskräfte in den MA 10-Kindergärten, das Inklusionsgesetz ist zumindest ein erster halber Schritt, und auch mehr AssistentInnen in manchen Kindergärten ist ja zumindest einmal ein kleiner erster positiver Schritt. Es ist aber alles eben, Kollegin Bakos hat es auch selber erwähnt, nur im Klein-Klein, also nichts von dem ändert die Systematik, wie die Kindergärten funktionieren, und nichts von dem ändert das grundsätzliche Kindergartenwesen in dieser Stadt. Der wichtigste Punkt ist aber, es ändert vor allem nichts beim Outcome der Kinder. Der Outcome ist, dass wir immer noch zu viele Kinder haben, die nicht Deutsch
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