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Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 20 von 119

 

städtischen besonders hervorheben. Ich bin ein wahnsinniger Fan der städtischen Kindergärten, aber auch aller Träger, die korrekt arbeiten. Mir tut es wahnsinnig leid, denn medial ist es immer schwer, differenziert darzustellen, und es wird dann pauschalisiert dargestellt. Ja, die Elementarpädagogik hat Probleme. - Das ist nicht so. Es gibt eine Menge Organisationen, die gut arbeiten und denen gebührt auch hoher Respekt. (Beifall bei SPÖ, NEOS und GRÜNEN.)

 

Nun möchte ich zurück zu den Kindern kommen und mit einer Metapher beginnen. Stellen Sie sich vor, wir sind in einem Garten. - Jetzt kommt es, ich habe einmal Biologie studiert, aber nur ganz kurz zum Glück. - Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Garten, und da sehen Sie Rosen, Lavendel, einen Feigenbaum, einen Obstbaum. Stellen Sie sich Ihre Lieblingspflanze vor. Jede dieser Pflanzen hat andere Bedürfnisse, manche brauchen viel Sonne, manche weniger, manche gedeihen im Schatten, manche brauchen viel Wasser, manche Trockenheit. Und wer alle gleich behandelt, was passiert dann? - Ein Teil geht ein, ein Teil überlebt. Und ähnlich ist es mit Kindern. (Anhaltende Zwischenrufe von GRin Mag. Caroline Hungerländer, MSc und GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc.) Kinder sind so unterschiedlich wie Pflanzenarten, sie bringen unterschiedliche Begabungen, Temperamente und Lebensrealitäten mit. Manche von ihnen kommen schon mit einem großen Wortschatz in den Kindergarten, andere müssen erst die deutsche Sprache lernen. - Dass Sie mich dauernd unterbrechen - und das passiert jedes Mal -, sagt mehr über Sie als über mich aus. Das muss ich auch einmal sagen! (Beifall bei der SPÖ und den NEOS.) Wie sollen das die Kinder lernen, dass man zuhören muss, wenn man immer dazwischenredet? (Zwischenruf von GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc.)

 

Manche sind emotional stabil, andere tragen bereits in jungen Jahren Belastungen mit sich - familiäre Spannungen, finanzielle Sorgen oder soziale Unsicherheit. Und wenn wir diese Vielfalt ernst nehmen, dann bedeutet das, wir dürfen nicht auf Gleichbehandlung setzen. Und ich unterscheide da klar, jedes Kind hat Rechte, die sind gleich, aber jedes Kind braucht eine unterschiedliche Förderung, damit es weiterkommt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Deswegen habe ich auch dieses T-Shirt heute an, ich möchte kurz eine Werbung schalten (sein Jackett etwas öffnend und auf sein T-Shirt hinweisend): FAVO KIND. Das war ein Projekt im 10. Bezirk, wir haben Sozialarbeit im Kindergarten initiiert. Das kam wahnsinnig gut an, denn innerhalb der Profession des Sozialbereiches gibt es unterschiedliche Unterprofessionen wie Psychologen, Logopäden …

 

Vorsitzender GR Armin Blind (unterbrechend): Herr Kollege, ich darf Sie daran erinnern, dass Ihre Redezeit mittlerweile abgelaufen ist und gerade in kurzen Debatten gerade darauf sehr geachtet wird. Bitte um einen Schlusssatz.

 

GR Nikola Poljak, BA, MA (fortsetzend): Ich freue mich auf die multiprofessionellen Teams, die hoffentlich kommen. Und ich möchte darauf hinweisen, dass wir uns gemeinsam einmal FAVO KIND anschauen, denn das hat gut funktioniert. - Danke, das habe ich auch noch nie geschafft, oder? (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächste ist GR Keri zu Wort gemeldet. - Bitte, Frau Kollegin, die Redezeit ist eingestellt.

 

10.42.37

GRin Sabine Keri (ÖVP)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Damen und Herren!

 

Aktuelle Stunde, Wien denkt den Kindergarten neu. Ich habe mir ja vorgenommen, dass ich immer etwas Positives zu unseren politischen Mitbewerbern sagen werde, denn ich finde, das hat schon etwas, das sollte man auch tun. Und ich muss euch wirklich gratulieren, politisches Marketing könnt ihr unglaublich gut! (Beifall bei der ÖVP.) Das ist schon etwas, ihr habt immer so schöne Bilder, die sind immer so in einem pinken Plüsch gemalt.

 

In der Realität schaut es in Wirklichkeit ganz anders aus. Denn, es ist ja nicht erst seit fünf Jahren, dass sich die NEOS die Kindergartenthemen auf die Fahnen heften. 2013: Ein gewisser Matthias Strolz hat diesen Sager "Kindern Flügel verleihen" in den Bildungsplänen für ein neues Österreich vorgestellt. Da hat er schon gesagt, die frühpädagogische Einrichtung muss aufgewertet werden. 2015: Eine gewisse Beate Meinl-Reisinger war hier Gemeinderätin - wir sind da gemeinsam gesessen -, hat eine Petition eingebracht, mit diesem wunderschönen Marketing-Schmäh, der sich sogar reimt: "1:3 - Sei dabei!" (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) Da geht es um den Betreuungsschlüssel in den Kindergärten, das war 2015. Und als ihr dann am 24. November 2020 das Ressort gekriegt habt, das ihr wolltet, wozu ihr immer gesagt habt, das ist das Wichtigste, es geht darum, jedem Kind jede Chance zu geben, was habt ihr als Erstes gemacht? Habt ihr das Kindergartenthema angegriffen? - Nein. (Zwischenruf von VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc.) Der Ausbau von Kindergartenplätzen ist doch nicht den Kindergarten neu denken! Sachen zu tun, die man braucht, damit der Kindergarten funktioniert, ist doch nicht den Kindergarten neu zu denken. Seid mir nicht böse, das ist euer Job, das ist das Mindeste, was ihr machen könnt und müsst. (Beifall bei der ÖVP)

 

Und eines noch: Ihr habt weder den Kindern Flügel verliehen, ihr habt ihnen nicht fliegen beigebracht, ihr habt kein Fundament und auch keinen sicheren Landeplatz für die Kinder geschaffen. Und weil wir bei einem sicheren Landeplatz sind: Frau Kollegin Bakos, Sie haben gerade vorher den ersten Kindergartentag eines Kindes beschrieben. Zu Ihrer Erklärung, oft ist es so, dass das ein paar Tage, wenn nicht sogar ein paar Wochen dauert, weil es eine Eingewöhnungszeit gibt, wo die Eltern sehr wohl vorne sitzen, in der Garderobe, unten im Kaffeehaus oder in der Nähe sind, dass, wenn das Kind was hat, die Eltern da sind. (GRin Mag. Dolores Bakos, BA: Nicht immer, habe ich gesagt!) Und ich möchte nicht, dass Sie hier stehen und sagen, Kinder müssen lernen, dass die Eltern nicht gleich da sind, wenn sie etwas brauchen. Vater und Mutter sind immer da, wenn die Kinder etwas brauchen, immer, und das

 

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