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Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 12 von 119

 

öffentlichen Beleuchtung sind mittlerweile rund 85 Prozent der Lichtpunkte auf LED-Technologie umgestellt. Dies verbessert die Sichtbarkeit von Fußgängerinnen und Fußgängern vor allem in den Abendstunden deutlich.

 

In Wien sind an definierten Kreuzungen sogenannte intelligente Ampeln verbaut. Diese erkennen an signalgeregelten Zebrastreifen mittels spezieller Sensorik und KI die Querungsintention von Fußgängern. Sie lösen automatisiert die Anmeldung aus. Je nachdem, ob von der Sensorik Einzelpersonen oder Personengruppen erfasst werden, gibt es verschieden lange Grünzeiten für die Fußgängerinnen und Fußgänger.

 

Wie Sie meinen Ausführungen entnehmen konnten, arbeitet die Stadt Wien somit laufend an der Modernisierung der Verkehrslichtsignalanlagen. Damit wird insbesondere auch die Sicherheit von Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr in Wien systematisch berücksichtigt. Planungsgrundlagen, technische Standards, bauliche Maßnahmen und laufende Evaluierungen stellen sicher, dass Schutzwege und Ampelschaltungen vermehrt den Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren entsprechen und ihre sichere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Frau GRin Korosec, bitte.

 

9.48.02

GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Guten Morgen, Herr Bürgermeister! Recht herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Barrierefreiheit hat aber nicht nur eine Dimension. Ich muss schon sagen, ich war mehr als erstaunt, dass meine Anfrage nicht genehmigt wurde, weil es ja, wie Sie völlig richtig sagen, mehrere Punkte gibt, unter anderem eben auch die gleichberechtigte Teilhabe der älteren Menschen am städtischen Leben zu ermöglichen, also auch die soziale Dimension ist im WHO-Netzwerk für "Age-friendly Cities and Communities" angeführt. Meine Frage ist ja genau in diese Richtung gegangen, dass es - auch die Einsamkeit wird erwähnt - natürlich schon entscheidend ist, wenn ein Fahrpreis um 113 Prozent erhöht wird und dass das dann selbstverständlich auch eine Auswirkung auf die Einsamkeit für viele Menschen hat. Aber da kann man nichts machen, Sie haben es abgelehnt. Verstehen tu ich es nicht, denn ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass man bei so einer starken Erhöhung, die eben gerade ältere Menschen betrifft, in einer mündlichen Anfrage hier eine Antwort bekommt - geht nicht. Ich nehme es zur Kenntnis.

 

Aber erlauben Sie mir, in dem Zusammenhang doch auf die älteren Menschen einzugehen, die kein Smartphone haben - die es nicht haben, die nicht können, und die es auch nicht wollen. Diese werden zunehmend durch die digitalen Barrieren benachteiligt. So ist etwa der Einzelfahrschein in Wien …

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl (unterbrechend): Frau Kollegin Korosec, es geht hier in Ihrer Anfrage um die Ampelschaltungen und Verkehrsführungen. Ich darf Sie bitten, beim Thema zu bleiben. Ich habe Ihren Protest zur Kenntnis genommen, dass ich die Anfrage nicht zugelassen habe. Es wurde in der Präsidiale besprochen, es tut mir auch leid, aber die Geschäftsordnung ist so wie sie ist. Ich darf Sie jetzt bitten, die Zusatzfrage zu Ihrer Grundfrage zu stellen, bitte schön.

 

GRin Ingrid Korosec (fortsetzend): Herr Vorsitzender, es geht um die Punkte des WHO-Netzwerks "Age-friendly Cities und Communities", und das war ein Punkt von denen, die ich angeführt habe, weil Sie das andere nicht zugelassen haben. Da es aber dabei um ältere Personen geht, die eben Nachteile haben, dann erlauben Sie mir, dass diese Frage schon gestellt werden kann: Wieso ist es möglich, dass man, wenn man eben digital nicht fit ist, dementsprechend mehr für einen Fahrschein zahlen muss, als wenn man digital fit ist? Da sind natürlich nicht nur ältere Menschen, aber doch sehr viele ältere Menschen davon betroffen. Daher wäre meine Frage an den Herrn Bürgermeister: Welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen, um sicherzustellen, dass ältere Menschen ohne Smartphone bei öffentlichen Dienstleistungen der Stadt Wien, insbesondere im Bereich der Mobilität, weil darum geht es ja, nicht finanziell schlechter gestellt werden und gleichberechtigten Zugang zu sämtlichen Angeboten und Vergünstigungen haben?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Bürgermeister.

 

Bgm Dr. Michael Ludwig: Also ich möchte festhalten, dass ich eine Anfrage von Ihnen gestellt bekommen habe und die nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet habe. Ich möchte aber gerne auch auf Ihre Zusatzfrage eingehen. Ich denke, dass die Wiener Linien ein sehr umfassendes Serviceangebot an alle potenziellen Fahrgäste stellen, insbesondere selbstverständlich auch für ältere Menschen. Es ist sichergestellt, dass es bei den Info-Points der Wiener Linien möglich ist, dass, wenn man den Zugang zur digitalen Welt nicht hat, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Linien den dort ankommenden Fahrgästen behilflich sind, um über die digitale Schiene auch den ermäßigten Preis in Anspruch zu nehmen. Ich denke, es ist ein schönes Zeichen dafür, dass die Stadt Wien, im konkreten Fall die Wiener Linien, alle Fahrgäste, insbesondere aber auch ältere Menschen, unterstützen, alle Vorteile in Anspruch nehmen zu können. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Sequenz, bitte.

 

9.52.43

GRin Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE): Guten Morgen, Herr Bürgermeister! Auch von mir vielen Dank für die Ausführungen. Ich möchte mich auch bei Kollegin Korosec für diese Anfrage bedanken. Wenn ich mir die demografische Entwicklung Wiens anschaue, dann muss man wirklich sehr, sehr, sehr genau auf diese Themen achten.

 

Meine Frage wäre folgende: Wenn ich mir die Webseite der Stadt Wien aufrufe, dann finde ich dort folgende Information, nämlich dass 90 Prozent aller Schutzwege in Wien, die durch Ampeln geregelt sind, mit einer Gehgeschwindigkeit von 1 Meter pro Sekunde überquert werden können. Ich bin eine flotte Geherin, muss ich

 

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