Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 10 von 119
Faktum ist, wir haben ungefähr knapp unter 200 Abteilungen in unseren Spitälern, und dort, wo Abteilungen im Zuge der Umsetzung unseres Spitalskonzeptes zusammengezogen werden, macht es natürlich einen Sinn, Abteilungen, wenn jemand in Pension geht oder sich verändert, nicht neu auszuschreiben, wenn man weiß, die Abteilung gibt es nur mehr ein Jahr oder nur mehr zwei Jahre. Also macht das immer wieder einen Sinn, zwei Abteilungen von einer Person führen zu lassen. In jedem Changeprozess braucht es solche Entscheidungen, dass die Führungsmannschaft dann auch eine größere Aufgabe hat. Aber davon auszugehen, dass es deswegen führungslose Organisationseinheiten sind, halte ich für keine zulässige Unterstellung, weder den Mitarbeitern noch den Ärztinnen und Ärzten gegenüber, die diese Führungsaufgabe übernehmen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Huemer, bitte.
GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Vielen Dank. - Die Ziele - Verkürzung der Wartezeiten für Operationen, mehr Effizienz bei den Ressourcen, mehr Transparenz - sind absolut alle zu unterstreichen und auch dringend notwendig. Meine Frage geht noch einmal genauer in die Details dieses zentralen OP-Managements oder der Terminvergabe. Bislang haben wir gehört, dass es auch innerhalb des Wiener Gesundheitsverbundes nicht möglich ist, die Termine zentral zu vergeben. Sie haben jetzt angesprochen, dass alle Fondsspitäler eingebunden werden sollen, bei den Ordensspitälern beziehungsweise, ich glaube, beim Göttlichen Heiland sind es zuerst 25 Prozent der Ressourcen, dann 50 Prozent der Ressourcen. Können wir davon ausgehen, dass dieses zentrale Planungstool für 100 Prozent der OP-Ressourcen im Wiener Gesundheitsverbund gilt?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.
Amtsf. StR Peter Hacker: Nein, können wir nicht, weil wir sonst keinen Platz für die Notfälle und für die dringend notwendigen Eingriffe hätten. Medizin ist ja kein Standardprodukt oder keine Standarddienstleistung, sondern abhängig von der Diagnose, abhängig vom Zustand des Patienten, abhängig von der Erkrankung. Nein, wir werden immer Puffer brauchen. Wir wissen, wir haben in Wien ungefähr 200 000 Operationen, wenn ich es richtig im Kopf habe, bitte mich nicht anzunageln, aber das ist ungefähr die Größenordnung, und die Hälfte davon sind operative Eingriffe auf Grund von Notfällen. Also nein, das ist nicht planbar. Und diese Reserven muss es immer geben. Ich habe versucht, das auch klar zu machen. Nein, es werden nie 100 Prozent der Ressourcen von Operationssälen vorab mit wochenlangem Vorlauf planbar sein, das ist unmöglich.
Aber ja, wir wollen besser werden bei den planbaren Eingriffen, und deswegen wiederhole ich noch einmal, was ich gesagt habe: Der Plan ist, jede operative Einheit muss Ressourcen für die planbaren Eingriffe zur Verfügung stellen, wissend, dass es sein kann, dass 50 Prozent der Ressourcen aber für Notfälle zur Verfügung stehen müssen. Es ist halt eine Frage der operativen Entscheidung vor Ort. Im Laufe der Zeit kann man sich dann anschauen, ob diese Vorplanung präzise oder unpräzise war. Das Ziel ist, dass wir einen hohen Präzisionsgrad erreichen, immer unter der Prämisse, es muss Platz genug für die Notfalloperationen sein, weil die immer stattfinden müssen, eh klar. An sich muss es aber zu einer Verbesserung kommen, und es wird auch zu einer Verbesserung kommen. Eine ähnliche Diskussion hatten wir - ich kann mich noch gut erinnern, weil ich sie selbst geführt habe - bei der Diskussion der Planung von Geburten. Das schien ja auch ein unlösbares Rätsel zu sein, und jetzt ist es überhaupt kein unlösbares Rätsel mehr, sondern kann wunderbar funktionieren. Ich glaube, 90 Prozent, 95 Prozent aller Familien, die sich für einen Geburtsort anmelden, kriegen die Geburt auch dann dort, also das Geburtsspital. Ich schätze, dass wir hier einen ähnlichen Effekt sehen werden. Es ist ein bisschen komplizierter, weil das Notfallthema natürlich eine riesengroße Kapazität umfassen muss, aber ich gehe davon aus, dass wir hier sehr gute Erfolge haben werden, aber 100 Prozent sind undenkbar.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. Herr GR Guggenberger, bitte.
GR Roland Guggenberger (FPÖ): Guten Morgen, Herr Stadtrat! Laut einer Presseaussendung der Stadt Wien, beziehungsweise haben Sie es auch in Ihrer Beantwortung kurz erwähnt, ist eine spätere Ausdehnung auf weitere Fachbereiche geplant. Gibt es hierzu schon Pläne, welche Fachbereiche betroffen sind beziehungsweise wird es da Bedarfsanalysen geben?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.
Amtsf. StR Peter Hacker: Es gibt keine Pläne, weil ein Plan dann schon die Absicht hätte, sofort umgesetzt zu werden oder auf einer Zeitachse umgesetzt zu werden. Die Pläne gibt es noch nicht, aber es gibt natürlich Ideen - ich schaue gerade, aber ich glaube, ich habe das nicht mit -, auf welche Bereiche das ausgedehnt werden kann. Ich kann Ihnen das nachher, nach der Sitzung, persönlich geben, aber das sind alles nur Skizzen. Das Wichtige ist jetzt einmal, dass wir für den Operationsbereich - und es ist eine andere Organisationseinheit als bei den Geburten - überhaupt diesen Mechanismus etablieren, melden zu müssen, wie viele Reserven man für elektive Eingriffe haben wird, damit danach dann die Planung bei 1450 erfolgen kann. Wenn das einmal etabliert ist und sozusagen ins Laufen gekommen ist - und da muss man sicher geduldig sein, dass dauert sicher nicht einige Wochen, sondern sicher einige Jahre -, dann kann man das auf andere planbare Eingriffe ausdehnen. Die wichtigsten sind aber natürlich jetzt einmal diese Endoprothetik-Eingriffe Hüfte und Knie. Wenn wir das gut in die Kanalisierung kriegen, dann haben wir, glaube ich, einen großen Schritt geschafft.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Herr Stadtrat. Damit ist die 3. Anfrage beantwortet.
Die 4. Anfrage (FSP-247135-2026-KVP/GM) wurde von Frau GRin Korosec gestellt und ist an den Herrn
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