Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 9 von 119
Wiener Gesundheitsverbund plant, gemeinsam mit den Vinzenz-Kliniken eine trägerübergreifende zentrale Steuerung von OP-Terminen durchzuführen und einzurichten - natürlich nur für planbare Operationen, eh klar. Der Start dazu wird voraussichtlich schon Mitte des heurigen Jahres erfolgen und wird Ressourcen von beiden Spitalsträgern umfassen. Zurzeit laufen die dazu notwendigen Vorbereitungen - das muss man technisch einhängen, da gehören SOPs geschrieben, da müssen Prozesse und Abläufe festgelegt werden et cetera. Es dauert also noch eine Zeit lang, bis das dann fertig ist. Wie gesagt, der Plan ist, dass wir das im Sommer des heurigen Jahres starten können, zunächst einmal mit 30 Prozent der Ressourcen der Vinzenz-Kliniken und mit Ende des Jahres mit 50 Prozent der Ressourcen der Vinzenz-Kliniken, und natürlich entsprechend auch mit den Ressourcen des Wiener Gesundheitsverbundes.
Das heißt, in Wirklichkeit werden in Zukunft Patientinnen und Patienten - und wir beginnen zunächst einmal mit der Endoprothetik in der Hüfte und im Knie -, die da also eine Operation brauchen, die erforderlichen ambulanten Voruntersuchungen und alles Weitere über die Gesundheitsnummer 1450 vereinbaren können. Das Ziel ist, dass wir die vorhandenen Operationskapazitäten in allen Ressourcen der Fondsspitäler besser aufeinander abstimmen wollen, um die Terminvergabe transparenter zu machen, aber vor allem mit der Zielsetzung, die Wartezeiten zu verkürzen. Dazu stellen die Kliniken diese wöchentlichen OP-Zeitkontingente für planbare Eingriffe in die Plattform ein, während die internen Kontingente natürlich für die medizinisch dringlichen Fälle logischerweise erhalten bleiben müssen; das ist eh selbstverständlich. Auch komplexere Eingriffe sollen dadurch zwischen den unterschiedlichen Kliniken in ganz Wien besser verteilt werden. Die zentrale OP-Steuerung startet bewusst, wie ich schon gesagt habe, mit Hüft- und Knieoperationen, da diese gut planbar sind. Auf der Basis dieser gewonnenen Erfahrungen wollen wir das dann auch auf andere Operationsarten ausweiten. Zunächst einmal ist es aber, glaube ich, gut, mit diesen beiden Operationen zu beginnen und damit auch Erfahrungen zu gewinnen.
Dass wir mit solchen Kommunikationstechniken - wenn man so will - und Interaktionen mit den Patientinnen und Patienten erfolgreich sein können, wissen wir aus den Erfahrungen mit der zentralen Geburtsanmeldestelle, die wir auch über 1450 laufen haben. Wir haben da seit 2019 ein wirklich fix installiertes System, wo das Thema Anmeldung zur Geburt überhaupt keinerlei Problemstellungen mehr liefert. Die Menschen sind zufrieden, die Familien sind glücklich, dass das so problemlos funktioniert und auch für die Spitäler hat es tatsächlich viele Verbesserungen gebracht. Auf der Grundlage dieser Erfahrungen bei der Geburtsanmeldung, auch von der Art und Weise, wie wir es aufsetzen wollen, wollen wir das auch in dem neuen Modell für die planbaren Eingriffe und Operationen gestalten. Wir planen also kürzere Wartezeiten - das ist die Zielsetzung logischerweise, auch wenn wir jetzt schon kürzere Wartezeiten haben, im Vergleich zu vielen anderen; trotzdem wollen wir noch kürzere Wartezeiten haben. Wir wollen eine einfachere Terminvereinbarung. Wir wollen letzten Endes auch, und deswegen habe ich das vorhin bei der Frage der Kollegin Schütz auch so gesagt, ein bisschen mehr Nachvollziehbarkeit, Orientierung und Transparenz ins System bekommen. Wir wollen die medizinischen Kapazitäten, die wir haben, besser nutzen, und wir wollen letzten Endes die komplexen Fälle, also die komplizierten Eingriffe, die nicht nur im Moment der Operation, sondern auch in der Vor- und Nachbetreuung kompliziert sind, besser zwischen den einzelnen Spitälern verteilen. Und last but not least führt das dann letzten Endes auch zu einer geringeren organisatorischen Belastung unserer operativen Einheiten in den Spitälern. - Danke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank.
Die 1. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Frau GRin Korosec, bitte.
GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Guten Morgen, Herr Stadtrat, danke für die Ausführungen! Ich bin etwas erstaunt, denn Sie sprechen von dem, was wir vor einem Jahr beantragt haben. Wenn Sie sich erinnern, wir haben am 17. April 2025 im Wiener Landtag einen Beschlussantrag zur effizienteren Nutzung der OP-Kapazitäten eingebracht. Das haben Sie damals abgelehnt, Sie und die NEOS haben es abgelehnt, alle anderen Parteien haben zugestimmt. Ich freue mich natürlich darüber, dass Sie lernfähig sind und dass Sie das jetzt umsetzen, weil ich es wirklich für sehr notwendig und richtig halte. Ich kann aber nur sagen, vor einem Jahr haben Sie noch eine andere Einstellung gehabt, also zumindest bei der Abstimmung. - Das zum einen.
Allerdings muss ich schon sagen, Herr Stadtrat, eine zentrale OP-Steuerung erfordert natürlich auch funktionierende medizinische Führung in den einzelnen Abteilungen. Und da komme ich auf die Primariate, die Doppelprimariate, die natürlich, anstatt dass sie weniger werden, mehr werden. Grundsätzlich haben Sie uns im Jahr 2022 gesagt, dass Sie das verändern und verbessern werden. Im Gegensatz dazu sind wir von neun auf 14 Doppelprimariate gekommen. Das bedeutet natürlich, dass bei fast jeder achten Spitalsabteilung nur ein Nebenjob geführt wird, und gerade bei solchen Veränderungen, wäre es, glaube ich, schon notwendig, dass man auch da Veränderungen vornimmt.
Aber meine Frage, Herr Stadtrat: Wie wollen Sie eine zentrale, qualitätsvolle OP-Steuerung - und die Ansätze sind da, das wäre ja an sich wirklich gut zu machen - sicherstellen, wenn gleichzeitig immer mehr Abteilungen ohne eigenständige medizinische Leitung auskommen müssen? Und bis wann werden Sie diese Zusage, die Sie schon vor Jahren gegeben haben, einhalten, dass die Doppelprimariate zumindest verringert werden und nach Möglichkeit abgeschafft werden?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.
Amtsf. StR Peter Hacker: Sie kommen immer mit irgendwelchen Spezialzahlen. Ich habe keine Ahnung, wo Sie die Zahlen herhaben, ich weiß es nicht. Ich kann sie weder bestätigen noch falsifizieren, ich weiß es nicht.
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