Gemeinderat, 11. Sitzung vom 18.02.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 8 von 119
sozusagen in diesem Aspekt sehr klar, um hier ja nicht Unschärfen herzustellen. Wir schauen uns das an.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. -Frau GRin Ing. Edelmann.
GRin Ing. Judith Edelmann (ÖVP): Guten Morgen, Frau Stadträtin! Herr Vorsitzender!
Themen wie sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch in der Kunst- und Kulturbranche stellen ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem dar. Vor diesem Hintergrund hat der Wiener Gemeinderat in seiner Sitzung vom 20. November 2024 einstimmig beschlossen, aus Respekt gegenüber den Opfern sexualisierter Gewalt, das Fassadengemälde des Künstlers Helmut Kand in der Magdalenenstraße 33 im 6. Bezirk umgehend zu entfernen. Gibt es bereits konkrete Pläne für die Neugestaltung dieser Fassade, und wann ist mit welchen Maßnahmen und Umsetzungsschritten zu rechnen?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Ja, danke, Frau Gemeinderätin, das ist passiert. Das Gemälde wurde entfernt und übermalt, und das ist es jetzt auch. Das ist die Leerstelle, die es auch braucht. Die Stadt hat sehr schnell reagiert und gemeinsam mit VBgm.in Gaál haben wir sofort Maßnahmen ergriffen. Insofern haben wir reagiert, und mehr noch, ich würde ergänzen: Es ist ein gesellschaftliches Problem, ein gesamtgesellschaftliches Problem. Das haben wir leider, wo wir hinschauen, ob Internate, Kirchen, Priester, Kultur. Was so schmerzt, ist, dass das natürlich alles Institutionen sind, die dazu angetan sind, Werte zu vermitteln, also auch Kunst und Kultur, und da finden wir es halt besonders kränkend, oder da wird es auch besonders sichtbar. Was wir aber im Bereich der Wissenschaft tun: Mir geht es eigentlich um eine ganz konkrete Bekämpfung der Kinderpornografie. Da ist uns etwas gelungen, und ich weiß nicht, ob das untergegangen ist, aber das möchte ich Ihnen ganz kurz sagen. Das Complexity Science Hub, das wir ja in der Wissenschaft fördern, arbeitet mit der Landeskriminalpolizei in Bayern zusammen, die auf Cybercrime spezialisiert ist und auch auf Kinderpornografie. Da ist es jetzt durch das Complexity Science Hub gelungen, eines der fünftgrößten Kinderpornonetze vom Netz zu nehmen, Kidflix heißt das, mit 1,8 Millionen Usern - 1,8 Millionen User! -, also unvorstellbar, oder? Davon sind jetzt sehr viele, leider nicht 1,8 Millionen, aber es sind doch mehr als zehntausend Leute angeklagt worden, als User identifiziert worden. Also das Complexity Science Hub als außeruniversitäre Forschungseinrichtung hat eben hier ein besonderes Augenmerk und ist auch dabei, bei der nächsten Operation hier wirklich fündig zu werden. Wir müssen das, wo wir es sehen, bekämpfen.
Wie gesagt, das Gemälde wurde entfernt und insofern wurde auch den Opfern, glaube ich, Rechnung getragen. Im Moment sind wir nicht gerade in Zeiten, in denen wir das Geld aus dem Fenster schmeißen können, also kann man in ein paar Jahren überlegen, was man dort macht oder ob man einfach einmal in einem Bezirk, der nicht so grün ist, einfach Efeu die Mauer entlang wachsen lässt; ist ja auch nicht so schlimm. Aber danke für die Frage.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Berner bitte.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Danke. - Hallo, guten Morgen! Ich werde jetzt einen anderen Konnex machen, es wird nicht um Missbrauchsfragen in der Kultur gehen, sondern die Frage zum Wien Museum. Was daran für mich irritierend war, das habe ich eh auch schon im Ausschuss gesagt, ist, dass viele Informationen über das Wien Museum eigentlich über die Medien ausgerichtet werden und wir sie nicht vorher im Ausschuss erfahren. Etwas Ähnliches ist letzte Woche wieder gewesen, nicht über das Wien Museum, sondern von den Vereinigten Bühnen, die plötzlich angekündigt haben, dass sie Leute ins Frühwarnsystem des AMS überführen. Wir wissen aber nicht, wie viele und ob überhaupt und ob Sie schon vorher darüber informiert waren. Da würde ich jetzt gerne die Fragestunde dazu nutzen, um das zu fragen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl (unterbrechend): Frau Kollegin Berner, ich sehe keinen Konnex mit der Grundfrage.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (fortsetzend): Es geht um die …
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl (unterbrechend): Kollegin Berner, es gibt keinen Konnex zur Grundfrage. Es hat nichts mit dem Wien Museum zu tun, es hat nichts mit dem anderen Thema, das die Frau Stadträtin ausgeführt hat, zu tun, noch dazu sind die Vereinigten Bühnen in einer anderen Geschäftsgruppe, wie Sie wissen. Das ist schon mehrmals im Ausschuss diskutiert worden. Ich würde Sie bitten, eine andere Zusatzfrage zu stellen.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (fortsetzend): Dann danke ich.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Danke, damit ist die 2. Anfrage beantwortet.
Die 3. Anfrage (FSP-62603-2026-KSP/GM) wurde von Frau GRin Bozatemur gestellt und ist an den Herrn Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport gerichtet. In dieser Anfrage geht es um OP-Termine bezüglich WIGEV und die Vinzenz-Kliniken. (Sehr geehrter Herr Stadtrat! Ende vergangenen Jahres ließ die Meldung aufhorchen, dass der Wiener Gesundheitsverbund und die Vinzenz-Kliniken planen, ihre OP-Termine zentral zu steuern. Können Sie uns dazu schon erste Details verraten und was dies für die Wienerinnen und Wiener bedeuten wird?)
Bitte um Beantwortung.
Amtsf. StR Peter Hacker: Vielen herzlichen Dank. - Frau Abgeordnete, ja, es war gar keine große Ankündigung, die wir da in den Medien gemacht haben, sondern das eigentlich nur sickern lassen wollen, weil ich denke, man sollte immer dann gackern, wenn die Eier auch wirklich gelegt sind und nicht die Vorankündigungen abfeiern. Aber es gibt auch kein Geheimnis darum zu machen, daher beantworte ich die Frage gerne. Der
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