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Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 94 von 103

 

an Steuergeldern verspielt - und zwar natürlich mit mindestens 90-prozentigem Personalkostenanteil. Und dafür, dass wir uns all diese Unsinnigkeiten leisten können, werden die Gebühren saftig erhöht und wird das Leistungsangebot für die Normalbevölkerung runtergefahren. Nicht einmal ein dauerhafter Saunabetrieb wird mehr garantiert, nur um die letzte Bösartigkeit kurz zu erwähnen. - Wir Freiheitliche lehnen diese Verschwendungspolitik ab. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zum Wort gemeldet ist GRin Hanke. Ich erteile es ihr.

 

18.54.28

GRin Marina Hanke, BA (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Frau Berichterstatterin, werte Kolleginnen und Kollegen!

 

Mein Vorredner hat in mehrerlei Hinsicht bewiesen, dass er sich nicht mit Jugendarbeit beschäftigt hat, einerseits durch seine Worte, andererseits aber auch durch den Antrag, den er zu Postnummer 13 mit eingebracht hat, der sich um das Donauinselfest dreht. - Vielleicht kann man noch einmal in die Tagesordnung hineinschauen, das aber nur als Nebenbemerkung.

 

Herr Kollege Saurer, Sie haben erwähnt, dass es ein Ziel von vielen Vereinen in der Offenen Jugendarbeit, die wir fördern, ist, für junge Menschen Wirkungsräume zu eröffnen, ihnen Handlungsmacht und Handlungsoptionen zu geben und auch ihren Erfahrungshorizont zu erweitern. Ich möchte Ihnen gleich am Anfang mitgeben, dass es vielleicht auch Ihnen nicht so schlecht anstehen würde, einmal Ihren Erfahrungshorizont zu erweitern und sich vielleicht tatsächlich mit dem zu beschäftigen, worüber wir hier reden. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Die Art und Weise, wie Sie hier gerade, stellvertretend jetzt anhand von vier Vereinen, in Wahrheit aber über mehrere hunderte Jugendarbeiter und Jungendarbeiterinnen in dieser Stadt, gesprochen haben, ist überaus despektierlich. Sie ignorieren komplett, dass es sich hier um professionell agierende, gut ausgebildete Menschen handelt. Sie haben diese jetzt als Spieltherapeuten abgetan. Das möchte ich auf das Schärfste zurückweisen. Wir haben wirklich sehr multiprofessionell aufgestellte Teams von professionellen arbeitenden JugendarbeiterInnen in dieser Stadt, die für die Kinder und Jugendlichen da sind. Ich lasse in diesem Haus sicherlich nicht zu, dass Sie das einfach abtun und so darstellen: Die spielen halt mit den Kindern. - Das möchte ich auf das Schärfste zurückweisen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Ich werde mich jetzt nicht ganz verbreitern über die Geschichte der Jugendarbeit in Wien. Ich würde das sehr gerne tun, ich sehe aber auch die Uhrzeit und weiß, dass wir heute ja auch noch zu vielen anderen Vereinen sprechen werden. Ich möchte aber doch noch einmal einen Blick auf die Poststücke werfen, die hier vorliegen, und auch auf die Arbeit, die da passiert.

 

Man kann natürlich sagen: All das ist eh wurscht, denn die spielen ja eh nur irgendwie ein bisschen mit Kindern Playstation. - Das kann man sagen, wenn man kein Interesse an der Frage hat, was junge Menschen eigentlich tatsächlich brauchen. Das kann man sagen, wenn man meint, man steckt die Kinder halt in die Schule und alles andere ist eh wurscht. Das ist aber nicht der Zugang dieser Stadt. Die Wiener Jugendarbeit ist 75 Jahre alt, und daran beteiligt waren seit vielen Jahren ganz viele Menschen, denen es genau darum geht, jungen Menschen Handlungsräume zu geben - und zwar jungen Menschen, die es nicht so einfach haben in ihrem Leben, die nicht die Möglichkeit haben, etwas zu erleben und ihren Erfahrungshorizont zu erweitern. Das ist nicht zu belächeln, sondern das ist etwas, was unsere jungen Menschen in unserer Stadt stärkt, was ihnen Demokratiebildung bringt, was ihnen die Möglichkeit gibt, sich gut zu orientieren und eine gute Ausbildung und einen guten Lebensweg zu finden.

 

In dieser Hinsicht unterstützt die Jugendarbeit, und das machen auch die Vereine, die Sie jetzt angesprochen haben. So hat zum Beispiel der Verein Bahnfrei in Floridsdorf nicht nur einen lustigen Namen, sondern ermöglicht jungen Menschen in unserem Bezirk, zwei Bahnwaggons zu nutzen. Deswegen auch der Namen, der tatsächlich ein bisschen lustig ist. Die Jugendlichen können zum Teil selbstverwaltet diese Räume nutzen. Sie finden dort viele Angebote auch von Spiel und Spaß. Es fand dort zum Beispiel vor ein paar Jahren ein Generationenprojekt statt, bei dem die Jugendlichen gemeinsam mit SeniorInnen aus einer SeniorInneneinrichtung nebenan einander über Handynutzung und Handyangebote gegenseitig Wissen und Fertigkeiten beigebracht haben. Dass ist auch sozialräumlich eine wichtige Funktion im Grätzel. Das gilt auch für viele Angebote zum Thema Arbeitsmarktausbildung, aber auch zur Frage: Was mache ich eigentlich, wenn es einmal Probleme gibt?

 

Ähnliches passiert auch bei den anderen Vereinen, über die hier jetzt debattiert wird. Wir haben den Verein Kiddy & Co und das Institut für Erlebnispädagogik, die vor allem den Aktivspielplatz am Rennbahnweg mit sehr vielen auch inklusiven Angeboten bespielen, wo es darum geht, allen Kindern und Jugendlichen gute Freizeitangebote zu ermöglichen.

 

Nicht zuletzt gibt es die Fair-Play-Teams. Diese sind mittlerweile in 18 Bezirken tätig. Sie sind über die Jahre immer mehr gewachsen, weil sie eine wirklich sehr wichtige Funktion haben, nämlich nicht nur eine Drehscheibenfunktion, sondern auch eine sozialräumliche Funktion und eine Funktion für das Zusammenleben. Das ist gewachsen. Warum? - Weil es ein gutes Angebot ist, das von den Bezirken gerne genutzt wird, weil es einen großen Mehrwert hat - und zwar nicht nur für die Bezirkspolitik, sondern vor allem auch für die Menschen, mit denen die Fair-Play-Teams arbeiten.

 

Ich bin sehr stolz darauf, dass wir ein so dichtes Netz an Jugendarbeit in unserer Stadt haben und darf um Zustimmung zu den vorliegenden Akten ersuchen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zum Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. Die Frau Berichterstatterin verzichtet auf das Schlusswort.

 

19.00.00Wer der Postnummer 8 zustimmt, bitte um ein Zeichen mit der Hand. - Die Zustimmung erfolgt bei SPÖ,

 

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