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Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 37 von 103

 

schen, die in der Kulturszene arbeiten, die ihre Projekte planen, die ihre Ateliers unterhalten, ihre Ausstellungen auf die Beine stellen. Ohne diese Unterstützung hätten viele Künstlerinnen und Künstler in Wien kaum eine Chance. Weil das mehr als ein bisschen Förderung ist, meine Damen und Herren, hält gerade das die Kunstszene lebendig, sie kann atmen und sie kann weiterwachsen.

 

Nun zu den Projekten wie "Depot". Das ist ein offener Ort für Gegenwartskunst und Diskurs, kein exklusiver Zirkel, sondern ein Raum für Ideen, Diskussionen und Begegnung. Hier kommen Studierende, Schulklassen, Besucherinnen und Besucher zusammen, wo neue Impulse entstehen. (StR Stefan Berger: Impulse wofür?) Es werden gesellschaftliche Fragen diskutiert und junge Menschen inspiriert. Das ist gelebte Kultur mitten in Wien und genau solche Orte machen unsere Stadt besonders. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Das Künstlerhaus verbindet Tradition und zeitgenössische Kunst. Es zeigt internationale Ausstellungen, ist öffentlich zugänglich und hält Wien auf Augenhöhe mit anderen Metropolen. Somit wird Kunst für alle erlebbar gemacht. Genau das ist Standortpolitik, Bildung und Kultur in einem. Das stärkt Wien in seiner internationalen Anerkennung.

 

Die Klima Biennale ist ein internationales Kunst- und Wissenschaftsformat. Hier setzen sich Künstlerinnen und Künstler mit einer der größten Herausforderungen unserer Zeit auseinander, nämlich dem Klimawandel. Die Biennale zeigt, dass Wien bereit ist, Impulse zu setzen, Ideen zu entwickeln und internationale Sichtbarkeit zu sichern.

 

Die Förderung der offenen Szene und der Demokratie stärken heute nicht nur Institutionen, sie stärken die gesamte künstlerische Szene. Sie geben Menschen die Möglichkeit, sich auszuprobieren, neue Ideen zu entwickeln und natürlich unsere Gesellschaft zu reflektieren. Kunst ist ein Spiegel unserer Stadt und sie ist für alle zugänglich. Das macht Wien lebendig, das macht Wien vielfältig und demokratisch.

 

Wer meint, man könne eine Stadt führen, indem man Kultur kleinredet oder Abschottungen propagiert, versteht nicht, was Wien stark macht, meine Damen und Herren, nämlich Offenheit, Austausch und internationale Vernetzung. Das sind unsere Grundlagen, meine Damen und Herren, und das macht Wien attraktiv, das macht Wien lebendig und zukunftsfähig.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, diese Beschlüsse heute sichern, was Wien ausmacht, nämlich Lebensqualität, kulturelle Vielfalt, internationale Strahlkraft und die Existenz vieler Künstlerinnen und Künstler, denn Kultur sollte nicht als ein Kostenproblem gesehen werden, Kultur ist Teil unserer Zukunftssicherung, und darum ersuche ich um Ihre Zustimmung. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Gorlitzer. - Bitte.

 

12.38.58

GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrte Frau Berichterstatterin und Vorsitzende des Kulturausschusses!

 

Frau Kollegin Akcay hat es schon gesagt. Wir leben in Zeiten eines sehr angespannten Budgets, und gerade im Kulturbereich ist in vielen Fällen nur mehr sehr schwer zu argumentieren, wenn es um Sparsamkeit und um Wirtschaftlichkeit geht, aber nach wie vor viel Fördergeld an Vereine verteilt wird, die oft nur ein sehr selektives Publikum ansprechen. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Unsere Kultursprecherin, Kollegin Edelmann, hat bereits die zweifelhafte Förderung der Klima Biennale in Millionenhöhe betont. Abgesehen davon, dass das KunstHaus ohnehin schon 2,2 Millionen EUR an Förderung bekommt, kriegt es jetzt noch einmal fast 1 Million EUR für eine Veranstaltung, die aus meiner Sicht mehr Ideologie als technologischen Fortschritt benennt. Und das, während andere wichtige Kulturinstitutionen sträflich vernachlässigt werden.

 

In Hietzing steht die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten sehr arm da, sie ist eingerüstet, ich glaube, seit zwei oder drei Jahren. Diese Villa ist ein historisches Juwel und zunehmend dem Verfall preisgegeben. Der Stadtrechnungshof hat schon vor zehn Jahren betont, dass es da dringender Sanierungsmaßnahmen bedarf. Jetzt stellt sich heraus, dass die Sanierungsarbeiten weiter auf die lange Bank geschoben werden. Die Hermesvilla ist ein Teil des Wien Museums - das Wien Museum wird ja ausreichend gefördert - und wird von tausenden Menschen pro Jahr besucht, aber der Betrieb dieses Museums ist auf Grund der fehlenden Sanierungsmaßnahmen gefährdet.

 

Ebenso die Kammeroper, Kollege Brucker hat es schon betont, da soll auch wegen Sanierungsvorhaben der Betrieb eingestellt werden. Intendant Stefan Herheim hat ausführlich erklärt, dass ein Spielbetrieb noch über mehrere Jahre möglich wäre, allerdings muss man das auch auf mehrere Jahre planen können und nicht nur auf ein Jahr, wie das so oft in der Kulturförderung der Fall ist, dass nur für ein Jahr eine Kulturförderung gegeben wird, aber Spielpläne normalerweise über drei Jahre geplant werden. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Ich erlaube mir, in der Schwerpunktdebatte etwas vorzugreifen, denn das Poststück kommt erst zur Abstimmung, wird aber nicht weiter diskutiert. Es geht da um das "Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung". Das ist für mich so ein klassisches Beispiel, wo Fördermittel interessant eingesetzt werden. Das "Filmarchiv der Arbeiterbewegung" zeigt durchaus interessante Filme. Es sind Dokumentarfilme, wo Menschen wie Axel Corti, Bruno Kreisky und so weiter interviewt werden. Diese Filme sind durchaus sehenswert, das ist in Ordnung. In diesem Jahr sinkt auch die Förderung von 135 000 EUR auf 65 000 EUR. Da kann man sagen, okay, das passt.

 

Wenn man die letzten drei Jahre also zusammenzählt, kriegt dieses Filmarchiv insgesamt 335 000 EUR Förderung von der Stadt Wien. Pro Jahr, das ist die Hauptaktivität dieses Archivs, werden an 22 Spieltagen Filme vorgeführt, maximale Auslastung sind 40 Sitzplätze. Jetzt sind leider Social Media ein Hund, denn die fotografieren sich da, wenn man sich diese

 

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