Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 18 von 103
Dazu wird noch 2026 ein strategischer Ausbauplan erarbeitet, der auch veranschaulichen soll, welche weiteren Flächen aktivierbar sind. Das betrifft natürlich die Flächenpotenziale auf Gebäuden, auch in der Vertikalen, aber beispielsweise auch der versiegelten Infrastrukturflächen und der unversiegelten Freiflächen, um dort zu schauen, wie man das praxistauglich aufarbeiten kann, andere Kriterien, wie beispielsweise naturschutzrechtliche Kriterien, mitberücksichtigen kann. Das ermöglicht dann einen sehr, sehr strategischen Ausbau in einer noch größeren Größenordnung.
Das Thema der Förderung spezifischer urbaner Lösungen - gebäudeintegrierte Anlagen et cetera - habe ich schon angesprochen. Das ist auch deshalb wichtig, weil wir bei einem fortschreitenden Ansatz auch sehr gezielt schauen müssen, dass wir netz- und marktdienliche Anlagen fördern und die Last gut verteilen, weil das für das Netz eine Herausforderung ist.
Einfacher ist es nicht geworden - Stichwort Netzkapazitäten, aber auch Stichwort Budget -, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es erreichen werden. Warum? - Weil es eben genau dieses stadtweite Programm gibt, bei dem man in den letzten Jahren immer verstanden hat, Hürden wegzuräumen, aber zugleich gezielte Förder- und Beratungsangebote für den nächsten Schritt zu setzen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. - Die 4. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Wirnsberger.
GRin Christina Wirnsberger (GRÜNE): Einen schönen Vormittag, Herr Stadtrat! Sie haben vorhin gesagt, heutzutage ist es so leicht, wie noch nie eine Photovoltaikanlage in Wien zu errichten. Es gibt allerdings einen Bereich in der Stadt Wien, für den das offensichtlich nicht gilt, und das ist der Bereich Wiener Wohnen. Und ja, ich weiß, das ist nicht Ihre Ressortzuständigkeit. Ich komme aber dennoch dann zu meiner Frage.
Wir GRÜNE haben das eh schon öfters eingebracht: Günstige und grüne Energie im Gemeindebau bleibt weiterhin eine Ausnahmeerscheinung. 99 Prozent der Gemeindebauten haben nicht einmal eine Solaranlage auf dem Dach. Da ist ganz klar, dass das Ausbautempo bei günstigen grünen Energien gerade im Gemeindebaut deutlich beschleunigt werden muss. Das wäre nicht nur besser fürs Klima, sondern eben auch eine ganz wichtige Entlastungsmaßnahme für die MieterInnen, gerade vor dem Hintergrund von enorm ansteigenden Energiekosten. Es ist nicht Ihr Ressort, dennoch hoffe ich, dass es hier Zusammenarbeit in der Stadt gibt. Deswegen lautet meine Frage an Sie, wie Sie aus Ihrem Wirkungsbereich heraus sich dafür einsetzen werden, dass in dem Bereich einfach die Energiewende auch vorangetrieben wird.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ja, es gibt eine sehr, sehr enge Partnerschaft zwischen Wiener Wohnen und dem ganzen Raus-aus-Gas-Programm. Es ist auch so, dass mittlerweile 25 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,6 Kilowattstunden im Jahr auf Wiener Gemeindebauten errichtet worden sind. Und man kann dazu sagen, dass dieser Ausbau selbstverständlich weitergeht und auch noch verstärkt werden wird, immer dann - und das kann ich gerne ein bisschen ausführen -, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.
Wirtschaftlich sinnvoll ist es beispielsweise dann, wenn es eine ausreichende zusammenhängende Dachfläche gibt. Das ist eh logisch. Aber auch andere Themen gibt es, wie beispielsweise, ob das Dach saniert sein muss, ob die geeignete Haustechnik da ist, also Smart Meter, Steigleitungen et cetera. Es macht schlicht und einfach wenig Sinn, wenn man beispielsweise weiß, das wird in den nächsten sieben bis zehn Jahren saniert - eine Photovoltaikanlage hat eine Lebensdauer von gut 25 Jahren -, das vorzuziehen. Also das ist ein wesentlicher Grund, warum auch Wiener Wohnen das natürlich beispielsweise in die eigenen Pläne der Sanierungen von Dächern eintaktet.
Und - das muss man auch so sagen - es schaut von der Straße aus oft einfacher aus. Photovoltaikanlagen sind natürlich dann besonders sinnvoll, wenn der Großteil des Stroms direkt vor Ort genutzt werden kann. Und da kommen die Mieterinnen und Mieter ins Spiel, die diesen Strom auch nutzen wollen, die also mitmachen wollen müssen, weil man das Mieterinnen und Mietern nicht vorschreiben kann. Zusätzlich erschwert natürlich ein Mieterwechsel et cetera die Abwicklung. Das ist der Grund, warum es dort ein bisschen komplizierter ist. Genau dieses Mitnehmen der Mieterinnen und Mieter ist eine Grundvoraussetzung dafür, das dann auch zu machen. Aber ja, ich weiß genau, daran wird gearbeitet. Es wird daher trotz dieser Herausforderungen in den nächsten Jahren kontinuierlich mehr Photovoltaikanlagen auf Gemeindebauten geben.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 5. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - GR Stumpf, bitte.
GR Michael Stumpf, BA (FPÖ): Schönen Vormittag, Herr Stadtrat! Sie haben eine interessante Bilanz über die vergangenen fünf Jahre gezogen, aber das, was sehr viele Wienerinnen und Wiener wirklich interessiert, ist, wie die zukünftige Situation aussehen wird. Es reicht ein Blick auf die von Ihnen erwähnte Homepage sonnenstrom.wien.gv.at. Da ist gleich im ersten Absatz in fetter Schrift prangend hervorgehoben: "Derzeit können leider keine neuen PV-Förderanträge gestellt werden. Wir informieren Sie so bald wie möglich über neue Förderangebote!" Diesen Text liest man aber mittlerweile schon seit gut einem Jahr oder länger. Ich glaube, heute, gerade jetzt, bei dieser Fragestunde, wäre Ihre Primetime, um den Wienerinnen und Wienern zu sagen, wann wieder Förderanträge für ihre PV-Anlage gestellt werden können. Bitte.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ja, den Grund für diese Information, die Sie ja zu Recht zitieren, habe ich schon erwähnt: Das letzte Jahr war ein besonders erfolgreiches.
Bei der Förderabwicklung ist es immer so, dass man in dem aktuellen Jahr das auszahlt, was im vorigen Jah
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