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Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 103

 

Und gibt es seitens der Stadt auch schon Initiativen oder Lösungsgedanken dahin gehend, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.

 

Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Danke für diese exzellente Frage. Erstens vielleicht ganz kurz zum richtigen Eindruck, dass es so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Informationen zu bekommen. Da einfach noch einmal der Tipp für alle, die interessiert sind, auf die sonnenstrom.wien.gv.at-Website zu schauen, weil das ein ganz guter Einfallsort ist, wo man genau nachschauen kann: Wo kriegt man gezielt die Informationen für die spezifische Anforderung? Man kann dort beispielsweise auch angeben, welche Rolle man hat, also ob man Hauseigentümer, Mieterin oder Mieter ist oder eine Gruppe aus MieterInnen et cetera, was das für ein Haus ist, also mehrgeschossig oder eingeschossig. Und dann wird man gezielt auf Informationsangebote und Förderangebote hingewiesen.

 

Was ich an dem Programm der Sonnenstrom-Offensive, einem Programm, das mehrere Geschäftsgruppen und vor allen Dingen mehrere Experteninnen und Experten vereint, wirklich großartig finde, ist, dass es immer wieder möglich war, genau das aufzunehmen, was jetzt in der Frage ja völlig richtig angesprochen worden ist: Hürden oder Herausforderungen, um dann dafür Angebote zu entwickeln. Ein zentrales Beispiel sind dafür die 100 Projekte "Raus aus Gas", weil eigentlich jedes einzelne Projekt irgendeine knifflige, harte Nuss war, die man dann geknackt hat, entweder was Bewilligungen betrifft oder was ein gezieltes Förderangebot betrifft oder was die Schwierigkeit betrifft, die dazu führt, überhaupt erst die Entscheidung zu treffen.

 

Da bin ich schon bei einem wesentlichen Punkt, der von dir als Hürde oder Herausforderung angesprochen worden ist, nämlich bei der Frage, wie man bei Häusern, die mehrere Eigentümerinnen oder Eigentümer haben, dazu kommt, dass die Entscheidung getroffen wird, eine PV-Anlage zu bauen. Zuerst braucht es eine Entscheidung, Geld in die Hand zu nehmen, um herauszufinden, ob das Haus das überhaupt kann beziehungsweise welche Herausforderungen - statisch, betreffend die Elektronik, Schäden, Infrastruktur und so weiter - da sind. Zweitens braucht es eine Entscheidung, dann auch noch diesen Auftrag zu geben, und parallel braucht es natürlich die Entscheidung, für wen man sich als Auftragnehmer entscheidet oder was genau - Stichwort: Eine größere Sanierung oder nur das Sonnenstrom-Thema angehen? - man als Auftrag vermittelt.

 

Und da ansetzend - und das ist jetzt ein gutes Beispiel dafür, wie dieses Programm ineinandergreift - haben wir zu Beginn des heurigen Jahres den 1,2,3 Sonnengutschein aufgesetzt. Vorher gab es das als Test, der aber in den ersten drei Monaten so gut gelaufen ist, dass wir es ausgerollt haben. Das ist ein Gutschein, mit dem man genau in diesen drei Punkten als Stadt unterstützt und diese drei Punkte den Eigentümergemeinschaften abnimmt. Man kriegt den Gutschein dafür, dass die Eigentümergemeinschaft beraten wird, welche Möglichkeiten es gibt, und das von einem unabhängigen Partner, der dann sagen kann: Das geht, diese Möglichkeiten gibt es, diese Firmen könnten das machen, und diese Förderungen gibt es! Dann gibt es den Gutschein dafür, diese EigentümerInnengemeinschaft überhaupt zusammenzubringen, zu beraten, das in die Gemeinschaft einzubringen und last but not least eben dann auch für die Suche nach einem Partner für die Ausschreibung. Das funktioniert großartig, ist einer der zentralen Punkte.

 

Ein weiterer Punkt betrifft natürlich die vielen Hürden, die in der Zwischenzeit von der Wohnbaustadträtin beziehungsweise ihrem Ressort abgebaut worden sind. Wenn man die fünf Jahre zurückschaut: Das war schon eine Kiste, bis man dann die Genehmigung bekommen hat. Jetzt muss man nur sagen: Ich mache es! - und es ist erledigt.

 

Und last but not least gibt es - und darauf sind wir auch immer wieder mit einer gewissen Leichtfüßigkeit der Förderstellen eingegangen - immer wieder die Herausforderung, bei einem Ding, das an sich boomt - eine normale Photovoltaikanlage auf das Dach zu schrauben, wo statisch alles passt, ist eigentlich ein Business Case, der sich nach sieben Jahren rechnet -, herauszufinden, wo es schwierig ist. Und das war im mehrgeschossigen Wohnbau. Das waren beispielsweise Dächer, die bewachsen sind, also die auch begangen werden, weil sie einen schönen Dachgarten oder so haben. Und das ist beim Thema der gebäudeeigenen Anlagen. Also da gibt es ja Innovationen - vertikale Anlagen, die ins Gebäude eingebaut worden sind oder werden -, und genau da schauen wir auch weiter, wie wir diese Innovationen weiter fördern können.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von den NEOS. Herr GR Dipl.-Ing. Gara, bitte.

 

10.27.00

GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Guten Morgen, Herr Stadtrat! Vielen Dank für Ihre Ausführungen und auch die Betonung, inwieweit die Energiewende ein ganz zentraler Wirtschaftsmotor für den Standort Wien ist. Und deswegen haben wir ein Ziel bis 2030, das ja noch viel ambitionierter ist. Also bis 2030 wollen wir ein Viertel aller Wiener Haushalte mit Sonnenstrom versorgen. Wie wollen Sie sicherstellen, dass wir dieses äußerst ambitionierte Ziel auch tatsächlich erreichen?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.

 

Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ja, ein paar Antworten sind jetzt schon gegeben worden. Im Wesentlichen ist das Regierungsprogramm, wie schon vor fünf Jahren, ein sehr ambitioniertes. Also die Herausforderung ist eine richtig, richtig große, und der können wir nur begegnen, indem wir die unterschiedlichen Säulen auch weiterhin bespielen, also zusätzlich zu einem sinnvollen Förderangebot, das eben genau auf Innovationen schaut, auf Nischen schaut, die Erfolgsformel aus Genehmigungserleichterungen, Beratungsangeboten und Solarpartnerschaften darstellen. Das sind die Maßnahmenpakete, die wir uns auch in den nächsten Jahren anschauen im Sinne von weiterentwickeln.

 

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