Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 16 von 103
Energiewende ist, sondern auch eine Investition in die Wiener Wirtschaft. 1 Million an Fördermitteln hat Investitionen von 5,4 Millionen EUR ausgelöst. Und wenn man runterrechnet, dass zwischen 2021 und 2025 Fördermittel in der Höhe von 39,7 Millionen EUR ausgegeben worden sind, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Wiener Landesförderung in den letzten vier Jahren Investitionen von 214 Millionen EUR ausgelöst hat.
Das ist Geld, das in die heimischen Betriebe gegangen ist, das in die Wirtschaft geflossen ist, das einen wesentlichen Beitrag zum Wirtschaftsmotor Wien geleistet hat und von dem vor allem Photovoltaikbetriebe, Elektroinstallateure, Planerinnen und Planer in Wien, aber natürlich auch in Niederösterreich und im Burgenland profitiert haben.
Also Förderungen sind ein sehr zentrales Instrument, aber eben nicht das einzige. Was waren die anderen Säulen? - Genehmigungen: Wir haben stark die Vereinfachung der Genehmigungen ermöglicht. Heute ist es so leicht wie noch nie, eine Photovoltaikanlage in Wien zu errichten. Sämtliche Anlagen bis 15 Kilowatt können bis auf wenige Ausnahmen, beispielsweise in Schutzzonen oder bei einer Bausperre, anzeigen- und genehmigungsfrei errichtet werden, auch vertikale Anlagen. Hier gilt der Dank Kathrin Gaál, die diese starke Verwaltungsvereinfachung ermöglicht hat.
Zweitens: Das Beratungsangebot ist stark ausgebaut worden. Wir hatten bereits die Sanierungsberatung der Hauskunft Wien, und die Hauskunft Wien hat als starke Partnerin die Klima- und Innovationsagentur als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um erneuerbare Energien dazubekommen, wo Private, Betriebe, Hausverwaltungen bei Genehmigungen oder Förderungen perfekt beraten worden sind.
Wir haben dann zusätzlich noch einen starken Boost bei den stadteigenen Photovoltaikanlagen hingelegt - in den letzten fünf Jahren 183 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 42 Megawatt Peak nur auf stadteigenen Flächen. Hier gilt der Dank meiner Kollegin Ulli Sima und der Wien Energie.
Wir haben Anfang 2022 so wichtige Instrumente wie einen neuen Solarpotenzialkataster und das Online-Dashboard veröffentlicht, einerseits um transparent den Fortschritt zu zeigen, andererseits aber eben auch, damit jeder Wiener, jede Wienerin selber schauen kann: Wo ist ein Dach, das sich für Photovoltaik eignet?
Last but not least haben wir ein sehr, sehr enges und sehr breites Netzwerk an Partnern aufgebaut. Es sind mittlerweile über 80 Betriebe, die Solarpartner der Stadt sind. Das konnten wir mit einem starken Informationsangebot - es gibt eine eigene Sonnenstrom-Website, Infoformate, Solar-Talks et cetera - ergänzen.
Ich könnte jetzt noch einige weitere Punkte bringen. Das muss ich aber nicht tun, weil der ausführliche Bericht über die fünf Jahre, auf die wir gemeinsam zurückschauen, auf der Website sonnenstrom.wien.gv.at seit einigen Wochen online ist. Das ist eine Rückschau auf die letzten fünf Jahre.
Wer aber ins Regierungsprogramm schaut, der weiß, wir machen damit weiter. Insofern ist mir vielleicht noch wichtiger als der Erfolg, auf den wir zurückschauen, die Tatsache, dass wir hier die stabilen Grundlagen gesetzt haben, um den nächsten Sonnenstrom-Boost hinzubekommen, eine gemeinsame Anstrengung, von der Wien, von der die Wiener und Wienerinnen profitieren werden. Wien kann Energiewende. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von der SPÖ. Herr GR Worotynski, bitte.
GR Filip Worotynski, MA (SPÖ): Danke schön. - Sehr geehrter Herr Stadtrat! Ich möchte noch weiter nachfragen: Was bedeutet der Sonnenstrom-Fortschritt eigentlich für den Klimaschutz?
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ja, also erstens kann man natürlich Klimaschutz, weil die Klimakrise ein physikalischer Sachverhalt ist, einfach ausrechnen.
Die Photovoltaik zahlt direkt in die Dekarbonisierung der Stadt ein, und die 17 600 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 325 Megawatt Peak am Netz heißen umgerechnet 73 000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr Einsparung. Was ist das? - Na ja, eigentlich ist das der Effekt vom Ausstoß einer Kleinstadt oder von Millionen Flugreisen. Ein Beispiel dazu: Es wäre eine Einsparung von 480 Millionen Kilometern mit einem durchschnittlichen Benzinauto oder 12 000 Erdumrundungen. Das ist der direkte Einfluss, den man da relativ gut messen kann.
Man muss aber auch auf einen zweiten Sachverhalt hinweisen. Um die Klimawende hinzukriegen, die Transformation unserer Stadt, braucht es Strom. Es braucht Strom beispielsweise für die E-Mobilität, es braucht Strom für die Wärmewende. Insofern ist der Sonnenstrom-Ausbau eine zentrale Säule für die Energie-, für die Wärmewende und für die Transformation unserer Stadt generell und deshalb auch der Grund, warum wir so stark daran festhalten.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. Frau GRin Dipl.-Ing. Olischar, bitte.
GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc (ÖVP): Guten Morgen, Herr Stadtrat! Danke für die Ausführungen. Sie haben jetzt meine ursprüngliche Frage zum Potenzialkataster in Ihrer Beantwortung ein bisschen vorweggenommen, aber Sie haben auch einen Punkt erwähnt, an den ich jetzt meine Frage anknüpfen möchte - und zwar das Beratungsangebot. Es sind ja mittlerweile gefühlt sehr viele Stellen beziehungsweise Punkte, Schnittstellen damit betraut, Beratungsleistungen zu erbringen, sowohl im privaten Bereich als auch, sage ich jetzt einmal, im professionellen Bereich.
Ich würde jetzt einmal voraussetzen, dass gerade im Zuge der Beratungsleistungen vielleicht auch Herausforderungen angesprochen werden, mit denen Private oder auch Institutionen oder Betriebe zu kämpfen haben. Können Sie uns einen Einblick geben: Was sind quasi so die Top drei Herausforderungen, mit denen im Zuge der Umsetzung der Sonnenstrom-Offensive gekämpft wird?
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