Gemeinderat, 10. Sitzung vom 20.01.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 14 von 103
Thema an - an das zu koppeln, was wir uns an Qualität von den Kindergartenträgern erwarten.
Ja, die Sprachförderung ist ein wichtiger Punkt. Und ich habe gesagt - Sie haben mich nicht ganz genau zitiert: wenn sie der Sprachförderung und der Stärkung der Bildungspartnerschaft in keinster Weise nachkommen. Warum sage ich das? - Deswegen: Auch im momentanen Bildungsplan ist die alltagsintegrierte Sprachförderung Standard. Das heißt, erstens ist die Bildungssprache im Kindergarten durchgehend Deutsch, und wir erwarten von jedem Träger, dass er dem nachkommt.
Ich habe auch gesagt, dass natürlich jedes System an seine Grenzen stößt, jede Pädagogin, aber auch jeder Kindergartenstandort, wenn die Bildung zu Hause aufhört. Das heißt: Warum haben wir vermehrt an Standorten so viele Kinder, die da hinausgehen und nicht ausreichend Deutsch sprechen, was sie ja wirklich auch in ihrer weiteren Bildungslaufbahn behindert und was absolut nicht sein darf? - Das sind teilweise Kinder, die erstens zu Hause keine Unterstützung bekommen, wo es zu Hause auch gar nicht das Verständnis gibt, dass Deutsch für den Schuleintritt gelernt werden muss, wo man sich darauf verlässt, dass man das Kind im Kindergarten abgeben kann. Wahrscheinlich ist es nur 20 Stunden dort, wenn überhaupt, wird vor dem Mittagessen wieder abgeholt, ist neun Wochen im Sommer nicht dort und hat außer diesen paar Stunden im Kindergarten kein deutschsprachiges Umfeld. Dann kann ein guter Übergang in die Schule einfach nicht gelingen.
Das heißt, es ist ein bisschen komplexer, als zu sagen: So ist das, und die müssen das leisten!, weil der Kindergarten allein das einfach nicht leisten wird. Das heißt, es braucht das gute Gesamtpaket. Und das meine ich ernst, wenn ich sage, wenn wir feststellen, dass dem in keinster Weise nachgekommen wird oder auch in keinster Form auf die Eltern eingewirkt wird, dass hier Unterstützung passiert, ja, dann sind das Träger, bei denen ich aus qualitativer Sicht oder mit Blick auf das, was der Anspruch ist, was wir an Qualität von Kindergärten haben wollen, sage, da wird eine Zusammenarbeit nicht möglich sein. (Beifall bei den NEOS. - GR Harald Zierfuß: Aber wann ist das so?)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 4. Zusatzfrage kommt von den NEOS. GRin Hu, bitte.
GRin Jing Hu, BA, MPharm (NEOS): Sehr geehrte Stadträtin! Vielen Dank für die Ausführungen. Meine Frage ist: Wie vielen Trägern wurde seit der intensiven Prüfung, seit 2023, aufgekündigt?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Bitte schön.
VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Vielen Dank für die Frage. Ich habe am Anfang schon ausgeführt, dass es mir immer wichtig ist, zu betonen: Wir haben ganz, ganz viele große und kleine private Trägerorganisationen und Partner, mit denen wir wunderbar zusammenarbeiten. Allein im privaten Bereich sind es 380 Trägerorganisationen, also das ist wirklich eine unglaubliche Fülle.
Trotzdem sind immer wieder welche dabei - meist betrifft das eben kleinere Standorte oder kleinere Vereine -, bei denen man sagen muss, die Fördermittelkontrolle zeigt hier ganz eindeutig, dass nicht zweckgewidmet mit dem Fördergeld umgegangen wird oder unsere pädagogischen Standards einfach nicht erfüllt wurden.
Seit 2023 gab es daher - ich habe es (in den Redeunterlagen blätternd) mir irgendwo aufgeschrieben (GR Felix Stadler, BSc, MA: 24!) - 24? Danke, ich habe es mir irgendwo aufgeschrieben, aber ich habe da mittlerweile so viele Zettel. Entschuldigung! Ich habe den Zettel gefunden. Danke. - 24 Kündigungen, und das innerhalb von drei Jahren. Das entspricht durchschnittlich acht Kündigungen pro Jahr. Es ist verhältnismäßig viel - wenn man sich das anschaut -, sich von acht Trägern in einem Jahr zu trennen. Das bedeutet nämlich auch, dass wir für die betroffenen Kinder alternative Kindergartenplätze finden müssen. Das heißt, damit ist nicht nur verbunden, dass wir uns von dem Träger trennen, dass wir kein Fördergeld mehr dorthin bezahlen, sondern auch, dass wir im gleichen Atemzug auch schauen müssen: Wie können wir diese Kinder gut abfangen?
Die Eltern erwarten sich natürlich einen möglichst wohnortnahen Kindergartenplatz, der ihren Anforderungen gerecht wird, im Sinne dessen, wie lange der Kindergarten offen hat, wie dort die Betreuung ist, vielleicht auch, wie die Ausstattung des Kindergartens ist. Und diese Eltern müssen auch in einem sehr breiten Prozess gut abgeholt werden, denn wenn Eltern mit einem Kindergarten zufrieden sind und aus ihrer Sicht auch die pädagogische Qualität passt, dann haben sie meistens nicht den Blick dafür, wie es um die Finanzen steht oder ob die ein Fördergeld anderweitig verwendet haben. Das heißt, es geht hier darum, die Eltern an Bord zu holen, ihnen auch klar zu machen, dass es auf der Fördermittelseite ein Problem gibt. Wenn die aber superzufrieden mit ihrem Kindergartenstandort sind, ist das wirklich ein schwieriges Unterfangen. Das fordert die Abteilung sehr, das muss man auch sagen. Es ist ein irrsinnig intensiver, auch personalintensiver, Aufwand, der da betrieben wird, die Eltern an Bord zu holen, die neuen Plätze zu finden, mit neuen privaten Partnern vielleicht auch darüber zu verhandeln, wie viele welcher Standort aufnehmen kann, darauf zu schauen, Kinder nicht zu trennen, die sich vielleicht über ein paar Jahre schon aneinander gewöhnt haben, die gemeinsam gerne weiter die Kindergartengruppe besuchen würden.
Und ja, diese Aufgabe wird von der MA 10 erledigt, soweit ich es mitverfolgen konnte, und in diesen Fällen auch ohne größere, sagen wir, Schwierigkeiten, was eben die Eltern betrifft, auch wenn das natürlich immer ein sehr heikles Thema ist. Aber da hat die Abteilung wirklich wunderbare und gute Arbeit geleistet, das für alle gut verträglich über die Bühne zu bringen, und das vor allem immer mit dem Ziel, den Kindern den am besten geeigneten Kindergartenplatz zu gewährleisten. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 5. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Malle.
GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Guten Tag, Frau Stadträtin! Ich möchte zunächst die Konsequenzen
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