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Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 98 von 103

 

deswegen gemacht werden kann, weil man dieser Community angehört. Man gehört dieser Community an und hat natürlich - und da unterstelle ich den dort Arbeitenden nicht einmal irgendeine Art bösen Willen, und das habe ich hier auch im Ausschuss gesagt - einen gewissen Bias. Man hat einen gewissen Bias, weil man dieser Community tatsächlich angehört. Wenn man sich aber auch anschaut, welche Personengruppe, welche Zielgruppe hier adressiert wird, das sind Jugendliche ab zwölf Jahren - der Akt ist ein bisschen widersprüchlich, ab 12 bis 13 Jahren. Bei 12- oder 13-Jährigen, meine Damen und Herren, darf es keinen Bias geben, genau in so einer hochvulnerablen Situation, und das betrifft vor allem Mädchen, weil sich die natürlich in der Pubertät wesentlich intensiver auch körperlich verändern als Burschen. (Heiterkeit bei den GRÜNEN.) - Findet das irgendwer lustig im grünen Sektor? Ich finde es nicht so lustig. (Zwischenruf von GR Georg Prack, BA.) - Nein, sagen Sie es, dann können wir kommunizieren oder hören Sie einfach zu, dann lernen Sie vielleicht was. - Wenn man gerade in einer hochvulnerablen Situation ist, Herr Kollege Prack, dann sollte man nicht mit Personen in einem noch engeren vertrauenswürdigeren Setting konfrontiert sein, die einen Bias haben. Das hat ein gewisses Maß an nicht lege artis. Das halte ich für gefährlich, das halte ich für unprofessionell, ohne diesen Menschen, sage ich explizit, eine böse Absicht zu unterstellen.

 

Ich sage Ihnen auch, dass Jugendliche sich ganz selbstverständlich in ihrer Entwicklung, in ihrer Findungsphase ausprobieren und verschiedene Rollenmodelle einnehmen. Das hat es immer gegeben, früher war man zum Beispiel Punker. Als ich jung war, waren etliche aus meiner Klasse Punker. Die langfristige Folge Punker zu sein, war, dass man sich halt irgendwann einmal die Haare nicht mehr gefärbt hat, die sind nachgewachsen, und der Ohrring war halt dann draußen und hat ein Miniloch hinterlassen. Hier haben wir es aber dann mit Echokammern zu tun, in denen sich Dinge verstärken können - können, nicht müssen, aber können -, die in weiterer Folge zu lebenslangen Veränderungen führen können. Wenn man sich das anschaut, die Auswirkung zwischen gefärbten Haaren und dem potenziellen Einreden, du bist im falschen Körper gefangen, dann ist das eine andere Qualität, meine Damen und Herren. Und dieser Qualität wird hier Vorschub geleistet. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wie gesagt, dass es sich hier um einen Jugendtrend handelt, habe ich versucht, für die Leute, die es nicht lustig gefunden haben, ernsthaft aus unserer Sicht darzulegen. Sie können auch gerne herauskommen und Ihre Gegenposition einnehmen, ich wäre sehr glücklich und gespannt darauf, was dann kommen würde. Aber, ich sage Ihnen eines, Jugendarbeit soll natürlich für alle offenstehen, das ist keine Frage. Dabei ist aber im Sinne eines beweglichen Systems darauf zu achten, je höher die Vulnerabilität ist, desto sicherer muss das Setting sein, auch, dass objektiv beraten wird und nicht mit einem Bias. Und das ist in diesem Akt nicht garantiert. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Ich habe mir natürlich dann auch - weil es sich ja um so eine Blackbox oder Pinkbox handelt - die Homepage dieses Vereines angeschaut. Wenn im Akt schon nichts steht, womit ich was anfangen kann, dann vielleicht auf der Homepage. Tätigkeitsbericht, null, aber es gibt im Internetauftritt ein Kinder- und Jugendschutzkonzept, immerhin, aber es gibt darin explizit kein sexualpädagogisches Konzept, der Verein hat keines veröffentlicht. Da frage ich mich, wenn das sexualpädagogische Konzept, das selbst dort bis 2025 als nachzureichen angeführt ist, nicht vorhanden ist, warum fordern Sie so etwas nicht ein, um die Förderwürdigkeit festzustellen, meine Damen und Herren von den NEOS? Wo bleibt da die Transparenz, wo bleibt da die Verlässlichkeit, wo bleibt da die Kindersicherheit seitens der NEOS, wo bleibt da der Kinderschutz? - Das ist, weil Sie diese Konzepte ja nicht einmal einfordern, die der Verein selber quasi als Leerseite hineingibt, mehr als durchsichtig und ein weiterer Punkt, warum man nicht zustimmen sollte. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Um in diese Pinkbox dann auch eine gewisse Transparenz hineinzubringen, wenn Sie es schon selber nicht schaffen, haben wir auch eine umfangreiche Anfrage eingebracht. Ich hoffe, sie wird dementsprechend ausführlich beantwortet. Wenn es das New Public Management der Stadt Wien nicht zusammenbringt, die Wirkungsziele und die Tätigkeit von geförderten Einrichtungen ausreichend darzustellen, damit man sich auch ein ausreichendes Bild machen kann, helfen wir Ihnen gerne dabei, als konstruktive Oppositionspartei. Sie können sicher sein, unsere Unterstützung haben Sie dabei. Aber solange wir diese Informationen nicht haben, und wahrscheinlich auch darüber hinaus, werden wir dem Verein natürlich die Förderung versagen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GRin Hungerländer. Ich erteile es ihr.

 

19.43.05

GRin Mag. Caroline Hungerländer, MSc (ÖVP)|: Geschätzte Damen und Herren! - Sie müssen nicht schnaufen, ich werde es kurzhalten.

 

Nachdem wir die inhaltlichen Punkte ja schon sehr gut abgearbeitet bekommen haben, spreche ich nun ein bisschen über die Zahlen der Förderungen, die uns hier vorliegen. Im vorvorletzten Tagesordnungspunkt ging es ja um die Teuerung in den Kindergärten für das Essen und da wurde mehrfach gesagt, keiner möchte sparen - das verstehe ich -, aber es muss an gewissen Orten gespart werden. Zum Beispiel bei den Kindergärten, wenn es ums Essen geht, bei den Senioren - haben wir heute schon gehört -, die Öffis werden teurer, der Wohnbauförderungsantrag wurde angehoben, also die Stadt macht ja was, um ein bisschen Geld hineinzubringen.

 

Jetzt habe ich mich gefragt, wie schaut es denn beim Bereich LGBTIQ-Förderungen aus, wird da auch gespart. Gott sei Dank habe ich sehr fleißige Mitarbeiter, die das Jahr für Jahr mitschreiben, wie hoch die Förderungen für die einzelnen Projekte sind, und deswegen kann ich da sehr gute Zeitreihen mitnehmen. Wir fördern heute den Kleinprojektetopf in der Höhe von 23 000 EUR für das Jahr 2026. Ich kann Ihnen berichten, in den Jahren 2023 bis 2025 war die Höhe ebenso 21 000 bis

 

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