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Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 84 von 103

 

Zusätzlich ist es ja auch - so wie es schon festgestellt worden ist, Herr Arsenovic - im Jahresabschluss der Holding sichtbar. (GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc: … kann ich mir auch … Warum habt ihr im Ausschuss …? - GR Thomas Weber: Das ist keine Fragestunde, sondern eine Rede.)

 

So viel zu Ihren Redebeiträgen.

 

Ich komme jetzt (Zwischenruf bei der FPÖ.) - bist du dran? (Zwischenruf von GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc.) - Genau! - zum ESC. (Zwischenruf bei den GRÜNEN.) - Vielen Dank.

 

Es wird ein guter ESC werden. Wir haben die ersten Bilder mittlerweile schon gesehen. Ich glaube, es wird eine hervorragende Austragung, und Wien kann sich da wieder mit einem Schmuckstück präsentieren.

 

Ich komme jetzt zurück zum Fernbus-Terminal. Mit dem Fernbus-Terminal setzt die Stadt Wien ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt um, das Mobilität, Klimaschutz und Stadtentwicklung sinnvoll miteinander verbindet. Die Standortentscheidung für das Areal beim Stadion Center war dabei wirklich wohlüberlegt. Erstens: exzellente Öffi-Anbindung. Wir haben hier die U-Bahn und das hochrangige Straßennetz mit etlichen Buslinien vor der Tür.

 

Zweitens: Verkehrsentlastung. Die Zu- und Abfahrt der Busse erfolgt direkt über die A23, Anschlussstelle Handelskai. Und das bedeutet: keine Kurven durch Wohngebiete, sondern kürzeste Wege von der Autobahn direkt in den Terminal. Das schont die Nerven der Anrainer und die Umwelt - das zum Projektablauf und zur Nachhaltigkeit

 

Kommen wir zum Zeitplan! Auch hier setzen wir neue Maßstäbe in puncto Kreislaufwirtschaft. Bevor der eigentliche Neubau gestartet ist, war im Juli 2025 der Rückbau der bestehenden Sport & Fun Halle - und ich sage bewusst Rückbau und nicht Abriss. Wir setzen auf eine zerstörungsfreie Demontage. Zentrale Bauteile, wie die Stahlkonstruktion, die Fassadenpaneele, das Dach und die Lichtkuppeln werden nicht entsorgt, sondern zur Wiederverwertung gesichert. Wir verwerten hier rund 3 000 Tonnen Altbaumaterial. Das ist gelebter Klimaschutz, noch bevor der erste Bagger für den Neubau rollt. Daran anschließend, von Dezember 2025 bis Oktober 2026, folgen die vorbereitenden Maßnahmen: Bauprobensicherung, Erdaushub und Fundierung. Die Hochbauphase, also die Errichtung des eigentlichen Terminals, läuft dann von Ende 2026 bis Ende 2028. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für Anfang 2029 geplant. Damit wird Wien über einen modernen, leistungsfähigen Fernbusknotenpunkt verfügen, der einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf öffentliche, klimaschonende Mobilitätsformen leisten wird.

 

Zur Finanzierung und Budgetverantwortung: Die Einhaltung des Budgetrahmens hat für die Stadt Wien und die Wien Holding oberste Priorität. Die Gesamtinvestitionskosten betragen 158 Millionen EUR. Finanziert wird das zu rund 60 Prozent aus Fremdkapital und zu etwa 40 Prozent aus Eigenmitteln. Die Stadt Wien stellt im Rahmen der Beteiligungsstruktur der Wien Holding temporäre Eigenmittel in Höhe von 45 Millionen EUR zur Verfügung. Ich betone ausdrücklich: Dabei handelt es sich um eine Zwischenfinanzierung und nicht um einen Zuschuss. Diese Mittel sind zweckgebunden, ausschließlich für dieses Projekt vorgesehen und sollen im Zuge der stufenweisen Projektrealisierung wieder an die Stadt zurückgeführt werden. Die Finanzierung ist damit auf solide, verantwortungsvolle Weise unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen abgesichert.

 

Zum Hochhaus: Es ist wichtig, hier mit falschen Darstellungen aufzuräumen. Nein, das Hochhaus ist nicht gestrichen. Auf Grund der weiterhin schwierigen Marktsituation bei Büroimmobilien wird das Projekt in einem ersten Schritt ohne das ursprünglich geplante Hochhaus im Süden des Areals umgesetzt. Eine spätere Realisierung des Hochhauses ist ausdrücklich vorgesehen. Diese gestaffelte Umsetzung ist sowohl immobilienwirtschaftlich sinnvoll als auch liegenschaftstechnisch möglich und ändert nichts an der eigenwirtschaftlichen Tragfähigkeit des Terminalbetriebes.

 

Wir nehmen daher die Verantwortung des Vertrages mit der ursprünglichen Investorengruppe im Oktober 2023 auf Grund unüberbrückbarer Differenzen bei zentralen Projektzielen klar wahr. Ein weiteres Zuwarten oder ein erneutes EU-weites Ausschreibungsverfahren hätte jahrelange Verzögerungen, hohe Risiken und zusätzliche Kosten bedeutet. Durch die gerichtlich angeregte Mediation - wie ich Ihnen vorher schon gesagt habe - konnte im März 2025 ein Vergleich erzielt werden. Damit wurden langwierige Rechtsstreitigkeiten vermieden und der Weg für eine verlässliche Fortführung des Projektes endgültig frei gemacht. Gerade in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheiten ist es sozialdemokratische Verantwortung, zentrale Infrastrukturprojekte stabil, planbar und im öffentlichen Interesse umzusetzen, statt sie den Schwankungen des Marktes zu überlassen.

 

Lassen Sie uns den wirtschaftlichen Aspekt nicht vergessen! Fernbusse sind ein wachsender Mobilitätssektor, leistbar, klimaschonend und grenzüberschreitend. Ein leistungsfähiger Terminal stärkt Wiens Rolle als zentrale Mobilitätsdrehscheibe im Herzen Europas. Er bringt zusätzliche Wertschöpfung in die Stadt, er stärkt den Tourismus durch internationale Anbindungen, und er sichert Arbeitsplätze am Standort.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, dieses Projekt steht für verantwortungsvolle Stadtpolitik, für nachhaltige Mobilität, für wirtschaftliche Vernunft, für eine Entlastung des öffentlichen Raumes und für eine Stadt die handlungsfähig bleibt, auch wenn der Markt es gerade nicht ist. Der neue Fernbus-Terminal ist ein Gewinn für Wien, für die Bevölkerung, für den Tourismus und für Wiens Rolle in Europa. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und von GR Thomas Weber.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet, die Debatte ist geschlossen. Die Frau Berichterstatterin verzichtet auf das Schlusswort.

 

18.06.39Wir kommen nun zu den Abstimmungen, die wir getrennt durchführen.

 

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