Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 81 von 103
kommen hunderttausend Gäste, es sind Millionen ZuseherInnen vor den Fernsehschirmen und Milliarden Interaktionen, geschätzt wird zwei Milliarden alleine auf Social Media.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Song Contest ohne Frage ein klarer Gewinn. Wir wissen jetzt schon, die Hotels sind ausgebucht, Gastronomie, Handel, Kultur, Kreativwirtschaft - wie Sie wissen, betrifft das ja nicht nur das Ereignis selbst, sondern es gibt die ganze Woche Song Contest. Es gibt irrsinnig viele Side Events, die ebenfalls die Stadt beleben werden. Davon profitieren auch die Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber natürlich auch die UnternehmerInnen. Und das ist natürlich gerade in herausfordernden Zeiten ein sehr, sehr starkes Signal.
Auch aus touristischer Sicht ist der Song Contest von unschätzbarem Wert, weil Wien sich natürlich als offene, vielfältige, internationale Metropole positionieren und zeigen kann, wofür Wien steht, nämlich für Lebensqualität, für Kultur, für Weltoffenheit. Ich glaube, dass diese Bilder um die Welt gehen werden. Diese Werbekraft kann man eigentlich auch mit dem Stadtmarketing kaum kaufen, kaum bezahlen.
Also von daher sind wir voll dafür. Wir finden auch, dass die Stadthalle der bestgeeignete Ort ist. Es ist ein zentraler Veranstaltungsort, bestens angebunden, und es gäbe ja sonst auch keine andere Möglichkeit, was stadteigene Infrastruktur betrifft. Von daher unterstützen wir noch einmal die Investition. Ich möchte gleich vorweg sagen: Insgesamt wird die Stadt Wien zirka um die 20 Millionen EUR beitragen für den Song Contest. Basel hat fast das Doppelte gezahlt.
Es gibt einen kleinen Wermutstropfen, wir haben heute schon von der Eventhalle in St. Marx gesprochen - ja, wäre schön, wenn das schon fertig gewesen wäre. Laut erstem Plan hätte es ja 2024 sein sollen, das wäre natürlich noch schöner gewesen. Ist halt nicht, man kann sich nicht alles aussuchen.
Ich möchte Kollegin Korosec da ins Boot holen: Sie haben schon recht mit den SeniorInnen, die Sie angesprochen haben, weil ich glaube, die Stadthalle wurde noch von Menschen geplant, die heute SeniorInnen sind. Von daher wäre die Eventhalle gut gewesen. Natürlich freuen wir uns auch, wenn viele, viele Menschen, auch SeniorInnen, (GRin Martina Ludwig-Faymann: Mit der Straßenbahn!) - genau, das wollte ich hören - mit der Straßenbahn zum Song Contest kommen. Von daher ist es auch ein SeniorInnenthema, ganz klar. (Heiterkeit bei GR Mag. Josef Taucher. - Beifall bei GRÜNEN und ÖVP sowie von GRin Martina Ludwig-Faymann.)
Thomas Waldner ist jetzt neuer zweiter Geschäftsführer der Wiener Stadthalle, der sehr, sehr viel Erfahrungen hat mit Großveranstaltungen. Ich wünsche ihm wirklich alles Gute. Er hat ja auch das Donauinselfest mehrmals organisiert. Also wir wünschen ihm wirklich alles Gute, vor allem, weil so eine Großveranstaltung in schwierigen Zeiten auch eine große Sicherheitsgeschichte sein wird. Aber ich bin da guter Dinge, dass wir das alles perfekt organisieren werden.
Wichtig aus Sicht der GRÜNEN ist, dass wir diesen Song Contest natürlich auch sozial verträglich und mit einem wichtigen Blick auf die Nachhaltigkeit gestalten. Auch das ist wichtig, dass wir im Bereich Energie, Abfallwirtschaft et cetera da ein guter Gastgeber sind und das der Welt zeigen, wie wir das machen können. Ja, soweit zur Stadthalle und zum Song Contest.
Der zweite Akt geht um den Fernbus-Terminal. Da beschließen wir heute eine Kapitalzufuhr von 45 Millionen EUR. Dass die, die nicht im Ausschuss wissen, dass ihr ungefähr wisst, worum es da geht: Also insgesamt wird der Fernbus-Terminal zirka 150 Millionen EUR kosten. Er wird fremd-, also bankfinanziert werden. Da gibt es jetzt gerade Ausschreibungen. Es bewerben sich gerade mehrere Banken um diese Finanzierung, und diese 45 Millionen EUR werden quasi das Eigenkapital sein, das man benötigt, um diese Finanzierung zu bekommen.
Die gute Nachricht ist: Auch für die Fremdfinanzierung ist, so wie es jetzt ausschaut, die Rückzahlung gesichert. Denn einerseits planen wir, dort ein Hotel zu bauen, das heißt, es wird die Radisson Gruppe dieses Hotel betreiben und damit natürlich Pacht zahlen. Das andere ist, es gibt dann eine Betreibergesellschaft für den Fernbus-Terminal selbst, der ebenfalls an die Wien Holding zahlt. So kann man diese 100 Millionen EUR an Fremdmittel gut zurückzahlen.
Ich kann nur sagen, dass der Fernbus natürlich längst Realität urbaner Mobilität ist. Ihr wisst, wie viele Menschen mittlerweile mit dem Bus anreisen - Stichwort Flixbus -, ich glaube, 7 Prozent sind es. Das ist ein Verkehrsmittel, das auch für Touristen und Touristinnen mit kleiner Kasse, für Studierende leistbar ist und auch klimafreundlich. Es bringt Menschen direkt in die Stadt und ist deshalb auch für den Wien-Tourismus mittlerweile von sehr, sehr großer Bedeutung.
Der bestehende Status quo - jeder, der sich da ein bisschen umgeschaut hat, weiß das - ist natürlich absolut unhaltbar. Die bestehenden Busbahnhöfe sind, wie soll ich sagen, schrecklich, peinlich, beschämend. Wenn das der erste Blick ist, wenn jemand in die lebenswerteste Stadt der Welt kommt und dann den Erdberg oder irgendetwas sieht, ist es wirklich sehr, sehr beschämend, wenn er das Gefühl hat, er muss dann irgendwo in einem Hinterhof zu einer Betonsäule aufs Klo gehen. Also das ist wirklich ... Von daher ist der Fernbus-Terminal richtig, zeitgemäß, sinnvoll, da gibt es überhaupt keine Diskussion. Wie gesagt, wir stimmen ja auch diesem Antrag zu.
Es gibt natürlich schon ein Aber in dem Fall. Das Aber sind drei Dinge, die ich erwähnen möchte. Erstens: Wir wissen, es war nicht der beste Platz, den wir uns ausgesucht haben. Wir wissen, der beste Platz für den Fernbus-Terminal wäre der Verteilerkreis gewesen, das brauche ich nicht sagen. Dort ist viel Platz, man kommt direkt von der Autobahn rauf, es ist direkt eine U-Bahn-Station, die U1, am Verteilerkreis. Aus unterschiedlichen Gründen hat man sich dann entschieden, nicht die beste Lösung zu nehmen.
Man hat dann die zweitbeste Lösung genommen - eben den Handelskai. Für alle, die es nicht wissen. Der
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