Gemeinderat, 9. Sitzung vom 18.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 54 von 103
Zur Subvention vom Volkstheater: Also im Akt steht, das Budget des Volkstheaters ist fast 21 Millionen EUR, und 12,2 Millionen zahlt die Stadt Wien. Also es ist nicht so, dass das Volkstheater nur von uns finanziert wird. 8,4 Millionen kommen vom Bund, und 12,2 Millionen kommen in zwei Tranchen von uns. Es ist auch nicht so, dass das Volkstheater am Bettelstab ist. Es gibt im Akt auch eine genaue Auflistung. Die Subvention von der Stadt Wien - und wie ich vermute auch vom Bund - wird in zehn Raten ausbezahlt. Die erste Rate wird am 1.1.2026 mit knapp 4 Millionen fällig, die zweite Rate am 1.3. mit 2,4 Millionen. Jetzt lese ich nicht alle vor, aber so geht es weiter. Das heißt also, man kann sehr gut nachvollziehen, wann wie viel notwendig ist.
Wir werden rechtzeitig im Gemeinderat - und ich habe mir das durchgerechnet; wahrscheinlich genügt es, wenn wir das nach dem Sommer beschließen, aber wie ich die Frau Stadträtin kenne, wird sie es vielleicht schon früher machen - den Rest der Subvention zur Verfügung stellen und werden daher auch hier die entsprechende Deckung - gemeinsam mit dem Bund, wofür ich mich beim Bund auch sehr bedanke - durchführen, damit das Volkstheater weiterhin in gewohnter Qualität stattfinden kann. - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank. Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abg. Edelmann gemeldet. - Hans (in Richtung des auf dem Weg zum Rednerpult befindlichen GR Johann Arsenovic), ein bisschen Geduld, bitte! - Frau Abg. Edelmann, das Wort gehört Ihnen.
GRin Ing. Judith Edelmann (ÖVP): Danke schön.
Ich möchte das bitte berichtigen. Keiner von uns - weder ich noch ein Mitglied meiner Fraktion - hat sich darüber aufgeregt, dass 5 Millionen EUR eingespart werden, möchte ich sagen. Es geht um den Eigendeckungsgrad von den Vereinigten Bühnen. Ich bin der Meinung, man muss auch nächstes Jahr 5 Millionen einsparen und übernächstes Jahr 5 Millionen einsparen, und ich bin sehr froh, dass damit begonnen wurde.
Die Kritik bezog sich nur darauf, dass wir nicht wussten, dass die Kammeroper geschlossen wird. Das sind meiner Meinung nach zwei verschiedene Paar Schuhe, weil die Kammeroper meines Wissens 800 000 bis 900 000 EUR pro Jahr gekostet hat oder von der Stadt Wien bekommen hat. Ich glaube, das ist korrekt. Also ich möchte das wirklich berichtigen.
Und auch zum Vergleich mit vergleichbaren deutschsprachigen Musicalbühnen: Sie müssen sich Stuttgart anschauen. Ich meine, was an einem Blockbuster falsch ist, weiß ich nicht. Ich würde sogar "Marie Antoinette" als Blockbuster bezeichnen. Es geht ja auch nicht darum, diese 100 Prozent Eigendeckung zu bekommen. Es geht einfach um den Weg dorthin. Es muss von Jahr zu Jahr besser werden, weil das Wirtschaften halt auch im Kulturbetrieb sehr wichtig ist. Das darf man nicht außer Acht lassen. Es sind Steuergelder, andere Menschen erwirtschaften das.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA (unterbrechend): Frau Abgeordnete, Sie haben sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. Sie können sich gerne noch einmal inhaltlich zu Wort melden. Aber ich darf Sie ersuchen, zu berichtigen.
GRin Ing. Judith Edelmann (fortsetzend): Danke schön.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächster zu Wort gemeldet ist jetzt aber Herr GR Arsenovic.
GR Johann Arsenovic (GRÜNE): Frau Vorsitzende, Frau Berichterstatterin, Frau Stadträtin, werte Kollegen und Kolleginnen!
Ja, es ist irgendwie ein sehr interessanter Akt. Ich sage gleich, warum er interessant ist. Ich habe mich jetzt auch spontan noch gemeldet. Es ist ein Akt, bei dem es eigentlich hundertprozentig Zustimmung gibt, ja, bei manchem mit Bauchweh, aber hundertprozentig Zustimmung. Es ist selten, dass trotzdem gerade darüber so intensiv diskutiert wird, aber das macht es auch wieder irgendwie interessant. Und ich möchte jetzt auch kurz ein bisschen meinen Senf dazugeben und einige Sachen zu dem ergänzen, was gesagt worden ist, einiges unterstreichen, aber einigem auch widersprechen.
Generell ist das wieder so eine Geschichte. Also wenn ich eines in 20 Jahren gelernt habe, dann es gibt eben nicht nur Schwarz oder Weiß, es gibt eben nicht nur das hundertprozentig richtig oder hundertprozentig falsch, es gibt anscheinend immer was dazwischen. Und ja, die Vereinigten Bühnen sind ein Erfolgsmodell. Ich kann ja aus den letzten Jahren berichten, weil ich auch im Wirtschafts- und Finanzausschuss bin und, wie der Kollege Berger gesagt hat, dort der Akt immer zur Abstimmung kommt. Und ja, ich bin auch im Wien Tourismus und in der Wirtschaftskammer. Daher kann ich berichten, dass vor allem die Musicalsparte der Vereinigten Bühnen Wien ein Tourismusmagnet ist, wirtschaftlich wichtig für diese Stadt ist. Wir fragen ja jetzt im Tourismus auch immer ab: Warum kommen Menschen nach Wien? - Wir wissen es natürlich: KulturtouristInnen. Und wir wissen natürlich auch: ArchitekturtouristInnen. Aber wir wissen mittlerweile auch, dass wir eigene MusicaltouristInnen in Wien haben. Wir wissen es auch von Reiseveranstaltern aus Deutschland, die mittlerweile eigene Pakete schnüren, zum Beispiel: Komm drei Tage nach Wien und schau dir "Das Phantom der Oper" an!
Daher ist das großartig. Auch großartig - und da muss ich dem Kollegen Reindl recht geben - ist die Qualität der Wiener Musicals, die ist einzigartig.
Ich habe sehr viele Musicals im deutschsprachigem Raum besucht, aus persönlichen Gründen natürlich auch, und auch mehrmals besucht: in Stuttgart, in Hamburg und überall. Ich habe mir vor allem diese Stage Entertainment Group sehr genau angeschaut. Das sind Häuser in Deutschland, die zu 100 Prozent eigenfinanziert sind - ja, das stimmt: zu 100 Prozent -, die Disney-Musicals spielen. Da spielt es halt dann - keine Ahnung - "Der König der Löwen", und das spielt es in einem Long Run. Der Staff ist zwar gut bezahlt, wird aber mit acht Vorstellungen in der Woche auch ausgebeutet, und es geht dort schon richtig zur Sache. Teilweise sind das Riesenhäuser mit Entertainment, mit - keine Ahnung - Würstelbuden und McDonald's und solchen Sachen dazwischen, wie wir es halt vom Kinocenter kennen -
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